Diese originalen englischen Scones sind genau das, was du bei einem perfekten Afternoon Tea in einem Cottage in Cornwall serviert bekommen würdest: außen leicht goldbraun und knusprig, innen wunderbar flockig und buttrig, mit der charakteristischen Schichtstruktur, die nur durch die richtige Teigtechnik entsteht. Serviert werden sie traditionell lauwarm mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade – einer Kombination, die einfach unvergleichlich ist.

Scones und ich, das ist eine ganz große Liebe seit meinem ersten Kurztrip nach London vor vielen Jahren. Sie standen weit oben auf meiner Foodie-Liste, die es vor jeder Reise bei mir gibt. Von den außen knusprigen, wunderbar buttrigen und innen fluffig-zarten Scones war ich sofort begeistert! Außerdem ist Clotted Cream wohl der Oberknaller! Wieder zu Hause musste ich der neu gewonnenen Sconeliebe natürlich direkt Rechnung tragen und habe einfach drauflosgebacken. Dabei war ich sehr positiv überrascht, wie einfach Scones gemacht sind. Dasselbe gilt übrigens auch für Shortbread Fingers.
Du brauchst nur sieben Standardzutaten und etwa zehn Minuten Vorbereitungszeit. Der Trick liegt nicht in besonderen Zutaten, sondern in der Technik: kalte Butter, kein Kneten und den Ausstecher nicht drehen. Das größte Geheimnis besteht also darin, vieles NICHT zu tun. Diese Regeln machen aber den Unterschied zwischen brötchenartigen Klumpen und echten britischen Scones aus.

Was macht echte britische Scones aus?
Scones sind ein klassisches Teegebäck von den Britischen Inseln, das zur Tea Time gehört wie der Tee selbst. Anders als deutsche Brötchen oder amerikanische Biscuits zeichnen sie sich durch eine charakteristische flockige, fast blättrige Konsistenz aus – sie zergehen regelrecht auf der Zunge, ohne dabei trocken zu sein. Es gibt in Sachen Konsistenz in Deutschland tatsächlich nichts Vergleichbares.
Diese besondere Textur entsteht durch zwei technische Kniffe:
- Kalte Butter wird im Mehl zerrieben, sodass kleine Butterflocken im Teig bleiben. Beim Backen schmelzen sie und hinterlassen die typischen blättrigen Hohlräume.
- Der Teig wird nicht geknetet, sondern nur gefaltet. So entsteht kein stabiles Glutennetz, das die Scones fest und brötchenartig machen würde.
Das Ergebnis: Ein leicht süßes Gebäck, das mit reichlich Marmelade und Clotted Cream nicht zu süß wird, sondern eine perfekt balancierte Mischung ergibt.
Das wichtigste Prinzip in einem Satz: Je weniger du den Teig anfasst, desto besser werden die Scones. Falten statt kneten, kurz formen statt lange bearbeiten – das ist das ganze Geheimnis.

Cornwall vs. Devon: Der berühmte Cream-Tea-Streit
Eine kleine britische Eigenheit, über die sich Engländer leidenschaftlich streiten können: Was kommt zuerst auf den Scone – die Marmelade oder die Clotted Cream?
- Die Cornwall-Methode: Erst Marmelade, dann Clotted Cream obendrauf. Begründung: Die Clotted Cream ist das Highlight und gehört nach oben.
- Die Devon-Methode: Erst Clotted Cream, dann Marmelade. Begründung: Die Clotted Cream wirkt wie Butter und gibt der Marmelade eine Basis.
Beide Regionen beanspruchen die „richtige“ Methode für sich – tatsächlich ist es Geschmackssache. Ich bevorzuge ehrlich gesagt die Devon-Methode. Mein Tipp: Probiere beide Varianten beim nächsten Cream Tea. Du wirst schnell merken, welche Seite du heimlich bevorzugst.

Clotted Cream: Was ist das und wo bekommt man sie?
Clotted Cream ist eine britische Spezialität – eine sehr dicke, fast feste Rahmschicht, die entsteht, wenn Rohmilch über Stunden bei niedriger Hitze erwärmt wird. Sie hat einen Fettgehalt von etwa 55 % und einen wunderbar nussig-buttrigen Geschmack. In Großbritannien gibt es sie in jedem Supermarkt – in Deutschland wird es allerdings schwieriger.
Wo bekommt man Clotted Cream in Deutschland?
- Britische Spezialitätenläden und Online-Shops (z. B. britishshop, britcorner)
- Größere Edeka- und Rewe-Filialen führen sie manchmal in der internationalen Abteilung
- Britische Teehäuser und Cafés haben sie oft auf Vorrat und verkaufen sie auch To-go
Wenn du keine Clotted Cream bekommst: Crème double ist die beste Alternative – die gehaltvolle Schwester der Crème fraîche mit etwa 40 % Fett. Sie ist in den meisten deutschen Supermärkten erhältlich (im Kühlregal bei den Sahneprodukten) und kommt der Clotted Cream geschmacklich am nächsten. Nicht 100 % original, aber wirklich lecker.

Worauf es bei den Zutaten ankommt
- Butter – kalt und in Würfeln: Eiskalte Butter ist nicht verhandelbar. Schneide sie in kleine Würfel und stelle sie dann noch mal für fünfzehn Minuten in den Kühlschrank, bevor du sie verarbeitest, damit sie wirklich fest bleibt. Bei zu warmer Butter verbindet sie sich zu sehr mit dem Mehl und die typische flockige Textur geht verloren.
- Mehl: Weizenmehl Typ 405 oder 550 funktioniert wunderbar. Manche traditionellen Rezepte nutzen „self-raising flour“ (britisches Mehl mit integriertem Backtriebmittel) – das musst du in Deutschland aber nicht extra kaufen, weil du Backpulver separat dazugibst.
- Backpulver: 25 g Backpulver auf 450 g Mehl ist relativ viel, gehört aber bei Scones genau so. Es sorgt für das kräftige Aufgehen, das die typische Höhe und Schichtstruktur ergibt.
- Rosinen – ja oder nein? Rosinen sind in britischen Scones absolut klassisch, aber optional. In Großbritannien und Irland findest du beide Versionen in jeder Bäckerei. Wer Rosinen nicht mag: einfach weglassen. Wer sie mag: 50 g passen perfekt hinein. Mein Tipp: Wer extra Aroma möchte, kann die Rosinen 30 Minuten vorher in warmem schwarzen Tee oder Rum einweichen – das ist nicht klassisch, aber unwiderstehlich.
Die richtige Technik in drei Punkten
Drei kleine Regeln, die den Unterschied zwischen okayen und großartigen Scones ausmachen:
- Kalte Butter zwischen den Fingern zerreiben: Bis eine sandige Masse entsteht, in der noch kleine Butterflocken sichtbar sind. Das ist genau richtig – diese Flocken werden später zu den charakteristischen Schichthohlräumen.
- Nicht kneten, nur falten: Sobald Milch und Ei dazukommen, den Teig nur mit den Händen falten – nicht durchkneten. Der Teig sieht klebrig und uneinheitlich aus, das ist genau richtig. Das Glattkneten ist hier der Anfängerfehler Nummer eins.
- Ausstecher nicht drehen: Beim Ausstechen den runden Ausstecher gerade nach unten drücken, nicht drehen. Das Drehen verschließt die Schnittkanten, sodass die Scones im Ofen nicht richtig aufgehen können. Sie würden flach und ungleichmäßig.

Pannensicherheit
Drei klassische Stolperfallen:
- Scones gehen nicht auf: Meistens liegt es am Drehen beim Ausstechen oder an zu altem Backpulver. Lösung: Den Ausstecher in Mehl tauchen und gerade durchdrücken, frisches Backpulver verwenden (Mindesthaltbarkeit prüfen).
- Scones werden zu fest und brötchenartig: Du hast den Teig zu lange bearbeitet. Lösung: Den Teig wirklich nur falten, nicht kneten. Auch beim zweiten Ausrollen der Teigreste: Nur kurz zusammenschieben, nicht durchkneten.
- Scones werden ungleichmäßig hoch: Der Teig war beim Ausstechen ungleichmäßig dick oder die Butter war zu warm. Lösung: Den Teig auf eine gleichmäßige Dicke von 3 cm bringen und nur mit eiskalter Butter arbeiten.
Vorbereiten und Aufbewahren der Scones
Scones schmecken frisch gebacken am besten – die flockige Textur ist dann am eindrucksvollsten. Aber auch am nächsten Tag sind sie noch wunderbar:
- Bei Zimmertemperatur in einer luftdichten Dose oder einem Gefrierbeutel halten sie sich ein bis zwei Tage. Mein Tipp: Vor dem Servieren kurz toasten – am besten auf dem Auflagegitter eines Toasters oder im Backofen bei 150 °C für drei bis vier Minuten. Sie schmecken dann fast wie frisch gebacken.
- Einfrieren funktioniert hervorragend: Die fertig gebackenen Scones in Gefrierbeuteln verpacken, so sind sie bis zu zwei Monate haltbar. Zum Auftauen entweder bei Raumtemperatur (etwa eine Stunde) oder direkt auf den Toaster legen.
- Roh einfrieren: Du kannst auch den fertig ausgestochenen, ungebackenen Teig einfrieren. Direkt aus dem Tiefkühler aufs Backblech legen, die Backzeit um drei bis vier Minuten verlängern – frische Scones in 25 Minuten.

Variationen für jeden Geschmack
Das Grundrezept ist ein dankbarer Baukasten:
- Scones mit Rosinen: Die klassische Variante – 50 g Rosinen unter den Teig falten.
- Scones mit Cranberrys: 50 g getrocknete Cranberrys für eine fruchtigere, leicht säuerliche Note.
- Scones mit Schokoladenstückchen: 50 g grob gehackte Zartbitterschokolade – eher modern, aber sehr beliebt. Ich gebe auch gerne noch einen Hauch Orangenabrieb dazu.
- Herzhafte Cheddar-Scones: Den Zucker auf 1 EL reduzieren, dafür 80 g geriebenen Cheddar und 1 TL Thymian unter den Teig falten – wunderbar zu Suppen oder als Brunchelement. Ich serviere sie gerne zu Eintöpfen!
- Zitronen-Scones: Den Abrieb einer Bio-Zitrone in den Teig geben – frisch und sommerlich, besonders schön mit Erdbeermarmelade.

Wann passen Scones besonders gut?
Scones sind echte Allrounder mit britischem Flair:
- Klassischer Afternoon Tea: Mit Clotted Cream, Marmelade und einer Tasse English Breakfast Tea.
- Cream Tea: Die reduzierte Variante – nur Scones, Clotted Cream, Marmelade und Tee, ohne Sandwiches.
- Sonntagsfrühstück oder Brunch: Als süßes Element neben Eiern und Aufschnitt.
- Geburtstagstee mit Freundinnen: Stilvoll, klassisch und mit Wow-Effekt.
- Picknick und Gartentee: Beißfest, transportabel und sommerlich.
- Mitbringsel zum Tea-Time-Besuch: In Pergamentpapier eingewickelt ein elegantes Geschenk.
Original Scones Rezept mit Clotted Cream
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Zutaten für den Teig:
- 450 g Weizenmehl Typ 550 oder Typ 405
- 25 g Backpulver
- 50 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 125 g Butter kalt, in kleinen Würfeln
- 1 Ei Bio, Größe M
- 250 ml Milch kalt
- 50 g Rosinen optional
Vor dem Backen:
- 1 Ei Bio
- 3 EL Milch
Zum servieren
- 100 g Clotted Cream
- 100 g Erdbeermarmelade
Kochutensilien
- 1 Ausstecher Rund ca. 7 cm
Anleitung
- Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. 450 g Weizenmehl in eine große Schüssel geben. 25 g Backpulver, 50 g Zucker und 1 Prise Salz dazu geben. Alle trockene Zutaten gut vermengen.
- 125 g Butter in kleine Würfel geschnitten dazugeben. Mit sauberen Händen, Butter und trockene Zutaten zwischen den Fingern zerreiben, sodass eine Masse entsteht die an Sand erinnert.
- Nun 1 Ei und 250 ml Milch mit in die Schüssel geben. Wenn du magst, jetzt auch 50 g Rosinen dazu geben. Mit einer Gabel unterarbeiten, sobald das nicht mehr geht, mit den Händen den Teig falten. NICHT kneten, nur Falten, es soll sich kein Gluten entwickeln.
- Sobald eine halbwegs homogene Masse entstanden ist, den Teig auf die gut bemehlte Arbeitsfläche kippen. Unter zuhilfenahme von reichlich Mehl, den Teig zu einem Kreis/viereck formen. Dann mit den Händen oder einem Nudelholz auf 3 cm Dicke bringen.
- Einen runden Ausstecher von etwa 6 cm Durchmesser in Mehl tauchen und Scones aus dem Teig ausstechen. Wichtig, Ausstecher nicht drehen beim ausstechen sondern den Ausstecher gerade durch den Teig drücken. Nur so können die Scones im Backofen gut aufgehen.
- Scones dann auf das Backblech setzen. Teigreste wieder zusammen schieben, nicht kneten, erneut 2 cm dick ausrollen und ausstechen.
- Bevor die Scones gebacken werden, werden sie mit einer Mischung aus 1 Ei und 3 EL Milch eingepinselt. Das verleiht den Scones eine goldgelbe Farbe und Glanz.
- Nun werden die Scones im vorgeheizten Backofen bei 170 °C Ober- und Unterhitze für 15-20 Minuten gebacken, bis sie goldbraun sind auch die Unterseite der Scones eine schöne Farbe hat.
- Am besten servierst Du die Scones lauwarm mit 100 g Clotted Cream und 100 g Erdbeermarmelade. Da Clotted Cream in Deutschland nicht immer zu bekommen ist, empfehle ich Creme Double als Ersatz.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zu Scones
Scones sind nicht aus Hefeteig, sondern werden mit Backpulver getrieben. Sie sind flockig und blättrig statt fluffig-luftig wie Brötchen, leicht süß (nicht herzhaft) und werden traditionell mit Clotted Cream und Marmelade serviert.
Beim Kneten entwickelt sich Gluten – das Netz aus Eiweißen, das Brötchen und Rosinenbrötchen ihre elastische, kompakte Struktur gibt. Genau das wollen wir bei Scones aber nicht, weil sie flockig-zart bleiben sollen. Deshalb wird der Teig nur gefaltet und vorsichtig zusammengeschoben.
Ja, ersetze das Ei durch 60 ml zusätzliche Milch. Die Scones werden dann minimal weniger goldbraun, aber genauso flockig und lecker.
Klassische Scones sind leicht süß, aber nicht so süß wie Kuchen – etwa wie ein leicht gezuckertes Brot. Das macht sie zu einer perfekten Basis für die deutlich süßere Marmelade. Herzhafte Varianten (z. B. mit Cheddar) sind eine moderne Adaption.
Bist du Team Cornwall (erst Marmelade, dann Clotted Cream) oder Team Devon (erst Clotted Cream, dann Marmelade)? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!
















Ein wirklich ganz wunderbares Rezept. Ich habe 200ml Milch und 50ml Buttermilch genommen weil ich den Geschmack mag und es war unfassbar lecker. Dazu gab es eine schnelle frisch gekochte Erdbeermarmelade und „Ersatzclottetcream“ aus Mascarpone und etwas Sahne.
Vielen Dank für die tolle Rückmeldung liebe Antje. :D
Liebe Annelie
Ich habe gerade dein tolles Scones Rezept gelesen. Kann ich den Teig heute vorbereiten, über Nacht im Kühlschrank lassen und morgen dann erst ausstechen und backen? Hat das einen Einfluss darauf, wie sie aufgehen?
Herzliche Grüsse und Danke
Debora
Liebe Debora,
leider eignet sich der Teig der Scones nicht zum Vorbereiten. Was du aber machen kannst ist, die Scones ausstechen und Roh einfrieren. Gib sie dann direkt gefroren in den heißen Backofen. Die Backzeit verlängert sich um einige Minuten, aber die Scones werden besonders zart und lecker.
Ganz liebe Grüße
Annelie
Hallo Annelie,
habe eben deine Superanleitung entdeckt.
Ich erwarte Ostern Besuch und würde sie gern backen.
Die Erdbeermarmelade ist noch vom letzten Sommer im Tiefkühlfach.
Wegen der besseren Planung wüßte ich gern,
wieviel Scones ich aus deinem Rezept bekomme.
Vielen Dank und liebe Grüße
Sybille
Liebe Sybille,
vielen Dank für deine Frage :)
Das Rezept ergibt ca. 15 bis 20 Scones, je nachdem wie dick du den Teig ausrollst. Zu Ostern sind sie ganz bestimmt der Renner! Und mit Erdbeermarmelade ohnehin unschlagbar <3
Ganz liebe Grüße
Annelie
Liebe Annelie,
herzlichen Dank für das tolle Rezept und die super Tipps.Diesmal sind meine Scones super geworden. Ich habe gestern bereits ein Lemon Cord gemachte und bin von der Kombination begeistert.
Lieben Gruß
Biggi
Danke für dieses supertolle Rezept, unsere Scones waren noch nie so luftig – wie Wölkchen im Mund ;-))
Das freut mich sehr liebe Karin :)
Liebe Annelie, Danke für diese hervorragende Info zu Scones. Ich habe den ganzen – sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten – Artikel mit viel Freude gelesen. Besonders hilfreich finde ich Deine differenzierte Beschreibung der Zubereitung mit Tipps, was man vermeiden sollte. Ich werde heute nachmittag zum ersten mal in meinem Leben Scones nach Deinem Rezept backen. Herzliche Grüße, Friederike
Vielen liebe Dank für das tolle Feedback liebe Friederike!
Ich wünsche dir heute Nachmittag ganz viel Spaß beim backen :)
Frohe Weihnachten :)
Annelie