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Gemüsebrühe selber machen: Die perfekte Resteverwertung

Autorin: Annelie Ulrich

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1 Stunde 20 Minuten
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Es gibt Dinge, die schmecken selbst gemacht einfach hundertmal besser als aus dem Supermarktregal. Dazu gehören selbst gebackenes Brot, leckere Soßen und nicht zuletzt eine ehrliche, selbstgemachte Gemüsebrühe.

Gemüsebrühe selber machen aus Küchenresten

Da es bei uns zu Hause meist vegetarische Gerichte gibt, habe ich immer einen großen Vorrat an selbst gemachter Gemüsebrühe parat. Du kannst die Gemüsebrühe aber auch durch Fleisch ergänzen, wenn du magst. Ich liebe meine Gemüsebrühe besonders, weil sie so unfassbar vielseitig einsetzbar ist: Mit ihr lassen sich schnelle Suppen zaubern, Soßen verfeinern oder einfach richtig aromatischer Reis kochen. Ich bin tatsächlich über meine selbst gemachten Ramen-Rezepte darauf gekommen, meine Gemüsebrühe selber zu machen, denn für Veggie-Ramen und Co. geht nichts über eine richtig gute Brühe als Basis.

Das Beste daran? Wenn du Gemüsebrühe selber machen möchtest, kostet dich das fast keinen Cent, denn sie ist die ultimative Resteverwertung (Zero Waste) für deine Küche! Zwar braucht sie auf dem Herd ein bisschen Zeit zum Köcheln, aber dabei reicht ein gelegentlicher Blick in den Topf, und es erfordert keine weitere Arbeit von dir.

Das Gemüse für die Gemüsebrühe wird in grobe Stücke geschnitten und auf eine Backblech gelegt.

Gemüsebrühe selber machen: Die Zero-Waste-Methode

Gemüsebrühe selbst zu kochen, hat einen unschlagbaren Vorteil: Es ist die ideale Resteverwertung für Gemüseabfälle. Klingt erst mal unappetitlich, ist es aber absolut nicht!

Wenn du zum Beispiel ein Gericht wie meine Minestrone zubereitest, bleiben allerhand Schalen, Abschnitte und Stiele übrig. Gemüse also, das du nicht unbedingt auf dem Teller haben möchtest. Genau diese Reste sind die perfekte Grundlage, um Gemüsebrühe selbst zu machen! Sie sind viel zu schade zum Wegwerfen. Auch etwas schrumpeliges Gemüse, das man hinten im Gemüsefach vergessen hat, erwacht hier zu neuem Leben.

3 eiserne Grundregeln für die Gemüsereste:

  • Bio-Qualität: Da wir Schalen auskochen, muss das Gemüse zwingend Bio-Qualität haben (oder aus dem eigenen Garten stammen). In konventionellen Schalen verbergen sich sonst zu viele Spritzmittel, die in unsere Brühe übergehen würden.
  • Kein Dreck: Alle Schalen müssen gründlich gewaschen sein! Auch nur ein bisschen Erde oder Sand an der Karottenschale ruiniert den Geschmack der gesamten Brühe und macht sie „muffig“.
  • Kein Schimmel: Resteverwertung bedeutet nicht Kompost! Wenn eine Zwiebel schimmelt oder das Gemüse faulige Stellen hat, wandert es sofort in den Müll, nicht in den Kochtopf.
Petersilie und getrocknete Tomaten liegen nun auch im Topf. Mit einer großen Karaffe wird Wasser aufgegossen.

Was darf rein in eine Gemüsebrühe und was nicht?

Die Zusammensetzung deiner Brühe ist extrem flexibel, aber nicht jedes Gemüse eignet sich. Die Basis (die heilige Dreifaltigkeit der Brühe) sollte immer aus Karotten, Sellerie und etwas Zwiebelartigem (Zwiebel, Lauch) bestehen.

Das passt hervorragend:

  • Karottenschalen, Sellerieabschnitte, Zwiebelschalen (die Schalen geben der Brühe eine tolle, goldbraune Farbe!)
  • Kräuterstiele (Petersilie, Dill) – hier steckt das meiste Aroma!
  • Strunk vom Brokkoli oder die äußeren Blätter vom Blumenkohl.
  • Ingwer- und Knoblauchabschnitte.

Tipp für den Winter: Rote Bete oder Rotkohl geben ein tolles Aroma, färben die Brühe aber stark rosa! Überlege also vorher, ob du die Brühe später für ein helles Risotto verwenden willst.

Das solltest du vermeiden:

  • Paprika & zu viele Tomaten: Machen die Brühe schnell bitter oder säuerlich.
  • Zu viel Kohl (Rosenkohl, Weißkohl): Übertüncht alle anderen Aromen und macht die Brühe sehr „kohllastig“.
  • Kartoffelschalen: Die viele Stärke macht die Brühe trüb und schleimig.
Die fertige Gemüsebrühe abgefüllt in einem Glas

Mein Geheimtipp für maximales Aroma: Röstaromen & Umami

Aber wie wird aus traurigen Karottenschalen jetzt eine richtige Aromabombe? Mein Geheimtipp lautet: Röstaromen! Bevor das Gemüse in den Topf wandert, kommt es bei mir auf ein Backblech und darf unter dem Grill des Backofens kurz Farbe annehmen. Das dauert nur ca. 5 bis 15 Minuten. Durch das Rösten entsteht eine enorme Tiefe, die fast schon an Fleischbrühe erinnert. Achtung: Zarte Kräuterstiele kommen nicht mit aufs Blech, sie würden unter dem Grill sofort verbrennen.

Zusätzlich gebe ich beim Kochen gerne ein oder zwei getrocknete Tomaten in den Topf. Sie liefern den ultimativen Umami-Kick (das ist die fleischige, herzhafte Hauptgeschmacksrichtung), der das Gemüse perfekt abrundet.

Ein Teller Suppe mit der Gemüsebrühe

Gemüsebrühe selber machen, die perfekte Resteverwertung

Mit diesem Rezept und der genauen Schritt-für-Schritt Anleitung gelingt selbst gemachte Gemüsebrühe ab sofort im Handumdrehen.
Autor: Annelie

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Vorbereitung 10 Minuten
Koch-/Backzeit 1 Stunde 10 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 20 Minuten
Anzahl Personen 6

Zutaten 

  • 800 g Gemischtes Gemüse (Karotten, Sellerie, Zwiebel, Gemüseabschnitte, Gemüseschalen etc.) auf Bio Qualität achten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 10 g Frischer Ingwer
  • 2 Stück Getrocknete Tomaten
  • 100 g Frische Petersilie oder andere Kräuter nach Wunsch
  • 2 l Wasser
  • Salz
  • Pfeffer

Kochutensilien

  • Schneidbrett
  • Großer Topf
  • Scharfes Messer

Anleitung 

  • 800 g Gemischtes Gemüse (Karotten, Sellerie, Zwiebel, Gemüseabschnitte, Gemüseschalen etc.) zusammen mit 2 Knoblauchzehen und 10 g Frischer Ingwer in große Stücke schneiden. Abschnitte und Schalen lassen, wie sie sind. Das Gemüse auf ein Backblech legen. Im Grill des Backofen für 5-10 Minuten rösten, sodass sich Röstaromen bilden.
  • Das geröstete Gemüse in einen großen Topf geben. 100 g Frische Petersilie und 2 Stück Getrocknete Tomaten dazu geben. Mit 2 l Wasser aufgießen. Bei geschlossenem Deckel für ca. 60 Minuten köcheln lassen.
  • Gemüsebrühe abgießen, mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken.

Tipps

Die Gemüsebrühe lässt sich hervorragend einfrieren. Sie kann auch mit Hilfe einer Eiwsürfelform portiniert werden. 
Als Gemüse eignet sich alles, was in der Küche anfällt. Mit dabei sein sollten allerdings Karotten, Sellerie und Zwiebeln bzw. Lauch.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 109 kcal
Fett 1 g
Zucker 7 g
Eiweiß 2 g
Kohlenhydrate 26 g
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FAQ: Tipps zur Aufbewahrung

Wie friere ich die Gemüsebrühe am besten ein?

Ich friere meine Brühe am liebsten portionsweise ein. Das klappt wunderbar in luftdichten Dosen oder im Glas (Achtung: Gläser nie bis ganz oben füllen, da sich die Flüssigkeit beim Gefrieren ausdehnt, sonst platzt das Glas!).

Der Eiswürfel-Trick!

Meist friere ich einen kleinen Teil der Brühe auch in Eiswürfelformen ein. So kann ich jederzeit portionsweise ein, zwei Brühwürfel zu einer Soße geben oder etwas Reiswasser damit aromatisieren, ohne ständig eine große Menge auftauen zu müssen.

Sammelst du deine Gemüsereste schon für die eigene Brühe oder hast du das Rezept jetzt zum ersten Mal entdeckt? Schreib es mir in die Kommentare!

Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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