Startseite · Kochrezepte · Saftige Falafel – das orientalische Original, das immer gelingt

Saftige Falafel – das orientalische Original, das immer gelingt

Autorin: Annelie Ulrich

Veröffentlicht:

Aktualisiert:

4,50 von 2 Bewertungen
12 Stunden 35 Minuten
Springe zum Rezept

Diese saftigen Falafel sind innen herrlich fluffig, außen knusprig und voller frischer Kräuter- und Gewürzaromen – der orientalische Streetfoodklassiker, wie du ihn von jedem guten Imbiss kennst, nur eben selbst gemacht und garantiert aromatischer als jedes TK-Produkt.

Sechs Falafel und ein angebissener Falafel liegt auf den anderen

So richtig gute Falafel habe ich zum ersten Mal auf meiner Reise nach Israel vor vielen Jahren gegessen. Denn auch wenn ich bis dato dachte, auch hier in München schon gute Falafel gehabt zu haben, waren sie dort doch in einer ganz anderen Liga. Wahnsinnig aromatisch, immer frisch gemacht, außen knusprig, innen zart und saftig – da konnte ich damals endlich verstehen, warum Falafel so einen Hype auslösen. Meist fand ich sie bis dahin nämlich eher trocken und unaufregend. Wieder zu Hause musste ich natürlich unbedingt herausfinden, wie man so richtig grandiose Falafel am besten selbst machen kann.

Das wichtigste Geheimnis vorweg, denn an genau diesem Punkt scheitern die meisten selbst gemachten Falafel: Du brauchst zwingend getrocknete, eingeweichte Kichererbsen – keine gekochten und schon gar keine aus der Dose. Warum das so entscheidend ist, erkläre ich gleich. Halte dich an diese eine Regel, und deine Falafel zerfallen garantiert nicht im heißen Öl.

Sieben Falafel, einer wurde angebissen. Das innere des Falafel sieht sehr saftig aus

Das Falafel-Geheimnis: Warum getrocknete Kichererbsen?

Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum selbst gemachte Falafel misslingen – und gleichzeitig der wichtigste Tipp dieses Rezepts:

  • Dosen-Kichererbsen funktionieren NICHT: Gekochte Kichererbsen (ob aus der Dose oder selbst gekocht) enthalten zu viel Wasser und haben ihre natürliche Bindekraft beim Kochprozess bereits vollständig verloren. Im heißen Öl fallen die Falafel dann einfach auseinander – ein frustrierendes Erlebnis, das viele vom Selbermachen absreckt und das mir bei den ersten Versuchen leider auch passiert ist. Zum Haareraufen!
  • Die rohe Basis: Getrocknete, über Nacht eingeweichte Kichererbsen dagegen sind roh – sie quellen nur durch das Wasser auf, behalten aber ihre volle Stärke und Bindekraft. Beim Mixen entsteht eine leicht körnige Masse, die im Öl perfekt zusammenhält und innen schön saftig bleibt. Das ist der ganze Trick.

Mein wichtigster Tipp: Plane das Einweichen unbedingt rechtzeitig ein – die Kichererbsen brauchen über Nacht (mindestens 12 Stunden) in reichlich kaltem Wasser. Sie quellen dabei auf das Doppelte bis Dreifache ihres Volumens auf, nimm also ein großes Gefäß und ausreichend Wasser. Wer das vergisst, kann die Falafel an dem Tag leider nicht mehr machen – Abkürzungen gibt es hier keine.

Warum werden die Falafel saftig (und nicht trocken)?

Drei Faktoren entscheiden über die perfekte Saftigkeit:

  1. Getrocknete statt gekochte Kichererbsen: Wie oben erklärt, ist das die absolute Basis für die richtige Konsistenz.
  2. Nicht zu fein mixen: Die Masse sollte am Ende die Konsistenz von fein gehackten Nüssen haben, nicht die einer glatten Paste. Zu fein gemixt werden die Falafel kompakt, dicht und trocken statt fluffig.
  3. Die richtige Frittiertemperatur (170 °C): Ist das Öl zu kalt, saugen sich die Falafel mit Fett voll und werden ölig. Ist es zu heiß, verbrennen sie außen, während sie innen noch roh sind. Bei exakt 170 °C bildet sich schnell eine knusprige Kruste, die die Saftigkeit im Inneren perfekt einschließt.
Falafel und Hummus neben einem Falafelsandwich

Muss ich frittieren? Backofen und Airfryer als Alternative

Frittieren ergibt die klassischste, knusprigste Kruste – aber es gibt gute Alternativen, falls du das große Ölbad scheust:

  • Im Backofen: Die Falafel auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, mit etwas Öl bestreichen oder besprühen und bei 200 °C ca. 25–30 Minuten backen (nach der Hälfte der Zeit einmal wenden). Sie werden dadurch etwas trockener als die frittierte Variante, sind aber deutlich fettärmer.
  • Im Airfryer: Bei 190 °C ca. 15 Minuten backen, nach der Hälfte der Zeit wenden. Vorher ebenfalls mit etwas Öl besprühen. Das ergibt eine sehr gute Mischung aus knusprig und kalorienbewusst.

Mein Tipp: Egal welche Methode du wählst – mach vorher immer eine einzige Test-Falafel. So siehst du sofort, ob die Masse gut zusammenhält oder ob du noch etwas Kichererbsenmehl zugeben musst, bevor die ganze Portion im Ofen oder Öl landet.

Orientalische Falafel: Pannensicherheit

Die vier klassischen Falafel-Stolperfallen:

  • Falafel zerfallen im Öl: Gekochte statt getrocknete Kichererbsen verwendet (der häufigste Fehler!) oder die Masse ist zu feucht. Lösung: Nur getrocknete, eingeweichte Kichererbsen nutzen, gegebenenfalls etwas Kichererbsenmehl unterkneten und immer eine Test-Falafel vorschicken.
  • Falafel werden trocken/bröselig: Die Masse wurde zu fein gemixt oder zu lange und zu heiß frittiert. Lösung: Die Masse nur grob mixen (Konsistenz wie gehackte Nüsse) und die Temperatur von 170 °C einhalten.
  • Falafel saugen sich mit Öl voll: Das Öl war beim Hineingeben nicht heiß genug. Lösung: Die Temperatur auf 170 °C einpegeln und den Holzlöffeltest machen.
  • Masse hält nicht zusammen beim Formen: Es wurde zu kurz gemixt oder der Teig ist zu trocken. Lösung: Die Kichererbsen etwas länger mixen und die Bällchen mit den Händen richtig fest zusammenpressen.

Der Holzlöffeltest für die Öltemperatur: Halte den Stiel eines Holzkochlöffels ins heiße Öl. Steigen rundherum kleine, gleichmäßige Bläschen am Holz auf, hat das Öl die perfekte Temperatur. Steigen sie sehr heftig auf, ist es zu heiß – regle die Hitze kurz herunter.

Vorbereiten, Aufbewahren und Einfrieren

Falafel eignen sich hervorragend zum Vorbereiten – einer der Gründe, warum ich sie so liebe:

  • Teig vorbereiten: Die fertige, rohe Masse hält sich im Kühlschrank problemlos ein bis zwei Tage, wenn sie luftdicht abgedeckt ist.
  • Fertige Falafel aufbewahren: Im Kühlschrank halten sie sich zwei bis drei Tage. Zum Aufwärmen gibst du sie kurz in den Ofen oder den Airfryer – so werden sie wieder perfekt knusprig (die Mikrowelle macht sie leider weich und pappig).
  • Einfrieren: Fertig gebackene Falafel lassen sich super einfrieren (zwei bis drei Monate). Zum Aufwärmen gibst du sie einfach direkt gefroren in den Backofen.

Mein Vorratstipp: Ich mache immer gleich die doppelte Menge und friere einen Großteil ein. So habe ich immer frische, selbst gemachte Falafel für einen schnellen Falafel-Wrap oder Falafel im Dönerbrot zur Hand, wenn es mal schneller gehen muss.

Ein Falafel Sandwich mit frischem Gemüse

So servierte ich die saftigen Falafel am liebsten

Falafel sind in der orientalischen Küche zu Hause und harmonieren entsprechend wunderbar mit:

  • Als Falafel-Wrap oder im Dönerbrot: Mit Hummus, frischem Gemüse (Gurke, Tomate, Rotkraut, rote Zwiebeln, Salat) und einer cremigen Joghurt- oder Tahinisauce.
  • Zur Mezze-Platte: Zusammen mit Hummus, Tsatsiki, Baba Ganoush und frischem Fladenbrot.
  • In der Bowl oder auf dem Salat: Kombiniert mit Bulgur, frischen Kräutern und einem leichten Joghurt-Dressing.
  • Klassisch zum Dippen: Einfach pur in cremigem Hummus oder Tahinisauce gewendet.

Eine ausführliche Übersicht findest du in meinem Artikel: Die 7 leckersten Falafel-Beilagen. Und meinen cremigen Joghurt-Dip kann ich dir als schnelle Sauce besonders ans Herz legen.

Saftige Orientalische Falafel

Diese saftigen Falafel sind innen herrlich fluffig, außen knusprig und voller frischer Kräuter- und Gewürzaromen – der orientalische Streetfoodklassiker, wie du ihn von jedem guten Imbiss kennst, nur eben selbst gemacht und garantiert aromatischer als jedes TK-Produkt.
Autor: Annelie

Rezept bewerten!

4,50 von 2 Bewertungen
Drucken Pinnen Bewerten
Vorbereitung 30 Minuten
Ziehzeit 12 Stunden
Koch-/Backzeit 5 Minuten
Gesamtzeit 12 Stunden 35 Minuten
Anzahl Personen 30 Stück

Zutaten 

Für die Falafel:

  • 500 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 kleine Zwiebel fein gehackt
  • 1 Chilischote
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 g frischer Koriander
  • 50 g frische Petersilie
  • 60 g Kichererbsen Mehl
  • 3 TL Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 2 L Pflanzenöl

Zum servieren:

Anleitung 

  • 500 g getrocknete Kichererbsen mit 1 Liter Wasser über Nacht in bei Zimmertemperatur einweichen. Die Kichererbsen dann abgießen. Kichererbsen in einen Food Prozessor oder einen leistungsstarken Mixer geben und dort für etwa eine Minute mixen, bis die Mischung etwa die Konsistenz von fein gehackten Nüssen hat. Kichererbsen zurück in die Schüssel geben.
  • 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 50 g frischer Koriander, 50 g frische Petersilie und 1 Chilischote dann in den Food Prozessor geben und ebenfalls fein mixen. Mit den Kichererbsen und 60 g Kichererbsen Mehl, 3 TL Salz, 1 TL Backpulver und 1/2 TL Kreuzkümmel vermischen. Etwas Teig in die Hand nehmen und in der der Faust drucken, bis ein kompaktes Bällchen daraus entsteht. So mit dem ganzen Teig verfahren.
  • In der Zwischenzeit 2 L Pflanzenöl in einem mittelgroßen Topf erwärmen, bis es etwas 170°C hat. Das Öl ist heiß genug, wenn Du den Stiel eines hölzeren Kochlöffels hinein hältst und vom Stiel kleine Bläschen aufsteigen.
  • Die Falafel dann unter gelegentlichem drehen in kleinen Portionen für je etwa 5 Minuten frittieren. Auf einem Küchentuch auskühlen und abtropfen lassen.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 72 kcal
Fett 1 g
Zucker 2 g
Eiweiß 4 g
Kohlenhydrate 12 g
Hast Du mein Rezept ausprobiert?Bewerte das Rezept!

Häufige Fragen zu saftigen Falafel

Kann ich Kichererbsen aus der Dose verwenden?

Nein, leider nicht. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Dosen-Kichererbsen sind bereits gekocht und führen unweigerlich dazu, dass die Falafel im Öl komplett zerfallen. Du brauchst zwingend getrocknete Kichererbsen, die du über Nacht einweichst.

Wie lange müssen die Kichererbsen einweichen?

Mindestens 12 Stunden, am besten einfach über Nacht in reichlich kaltem Wasser. Sie quellen dabei auf das Doppelte bis Dreifache ihres ursprünglichen Volumens auf.

Muss ich Falafel frittieren?

Nein – sie gelingen auch im Backofen (200 °C, 25–30 Min.) oder im Airfryer (190 °C, ca. 15 Min.). Frittiert werden sie allerdings am knusprigsten, im Ofen gebacken dafür deutlich fettärmer.

Warum werden meine Falafel trocken?

Meistens liegt es daran, dass die Masse zu fein gemixt wurde. Die Kichererbsen sollten die Konsistenz von gehackten Nüssen haben, nicht von einer glatten Paste. Auch ein zu heißes oder zu langes Frittieren trocknet sie aus.

Kann ich Falafel ohne Koriander machen?

Ja, ersetze ihn einfach durch die gleiche Menge glatte Petersilie. Manche Menschen nehmen Koriander seifig wahr – das ist genetisch bedingt und völlig normal.

Kann ich Falafel einfrieren?

Ja, hervorragend. Fertig gebackene Falafel halten sich eingefroren zwei bis drei Monate. Zum Aufwärmen gibst du sie einfach direkt gefroren in den Ofen oder den Airfryer.

Wie isst du deine Falafel am liebsten – im knusprigen Wrap, auf einer reich gefüllten Mezze-Platte oder ganz pur zum Dippen? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

6 Kommentare zu „Saftige Falafel – das orientalische Original, das immer gelingt“

  1. Liebe Annelie,
    danke für deine schnelle Rückmeldung, habe den Teig schon soweit fertig, will ihn aber erst morgen weiter verarbeiten, deshalb ist das Backpulver noch nicht drin, passt also prima mit deinem Hinweis!
    Hab deine Webseite erst gestern entdeckt und bin am Stöbern!
    Hast du vielleicht noch ein Rezept für das Pitabrot, du sagtest, du hast es selber gebacken!
    Liebe Grüße, Gertrud

    Antworten
    • Liebe Gertrud,
      sehr gut, dass meine Antwort noch rechtzeitig kam! Es wird bestimmt klappen, mit dem Ausbacken der Falafel, wenn Du das Backpulver erst heute dazu gibst.
      Bezüglich des Pitabrotes habe ich selbst ein Rezept. Das Pitabrot gelingt immer und schmeckt hervorragend :)
      Liebe Grüße,
      Annelie

  2. Ich habe eine Frage, in dem Video verarbeitest du 500 g Kichererbsen und gibt dazu die die Mengen an Zutaten, die im Rezept für 250 g Kichererbsen angegeben sind, z. B. 1 Tl Backpulver! Ist das nicht etwas viel für 250 g Masse?
    Es wäre nett, wenn du mich aufklären könntest, will das Rezept heute mal probieren!
    Danke in Voraus, Gertrud

    Antworten
    • Liebe Gertrud,

      vielen Dank für Deine Nachricht und Deinen Hinweis. Du hast vollkommen recht, die Angaben aus dem Video stimmen! Ich habe das Rezept jetzt auch angepasst.
      Bitte entschuldige das Versehen und die Umstände… jetzt stimmt alles :)

      Liebe Grüße
      Annelie

  3. 5 Sterne
    Ich habe das Falafel Sandwich letzte Woche Samstag nach gekocht und bin echt begeistert :) Die Falafeln haben super geschmeckt. Außen schön kross und innen saftig. Am Anfang sind sie mir ein bisschen zerfallen, da war das Öl aber einfach noch nicht heiß genug. Fürs nächste Mal weiß ich es jetzt besser! Wird also definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich sie gemacht habe :)

    Antworten
4,50 from 2 votes (1 rating without comment)

Schreibe einen Kommentar

Rezeptbewertung