Japan – kulinarisch verrückt

Heisse Himbeeren goes Japan. Teil eins eines kulinarisches Reiseberichts vom Kloster bis zur Großstadt.

Endlich Urlaub. 16 Tage Japan liegen vor uns. Doch wie es aussieht, könnte der Start in den Urlaub holprig werden. Der Flieger nach Düsseldorf, von wo aus es direkt nach Tokyo weiter geht, hat Verspätung. Viel Verspätung. Dank der großartigen Betreuung am Düsseldorfer Flughafen saßen wir gerade noch Rechtzeitig im Flieger. Türen zu und losgeht das Abenteuer. Angekommen in Tokyo ist die erste Station der Reise Yokohama. Eine herrliche Stadt direkt am Meer, von der wir nicht viel erwartet haben, die uns aber umso mehr überrascht hat. Den Jetlag in den Knochen begann unserer Erkundung des Landes der aufgehenden Sonne erst mal mit dem aller wichtigsten: Abendessen. Die Küche Japans ist so anders und so speziell, dass viele kulinarische Abenteuer auf uns warten. Das erste sollte direkt am ersten Abend beginnen. Mit viel Hunger entschieden wir uns für eine Nudel Shop. Kalte Soba Nudeln sollten es sein. Und was soll ich sagen, für mich war es liebe auf den ersten Bissen! Die leckeren Buchweizennudeln mit der aromatischen Dip-Sauce schmecken herrlich und sind in ganz Japan für ein paar Euro zu haben. Es sollte noch die ein oder andere Gelegenheit geben, um kalte Soba Nudeln zu genießen. Übrigens gibts demnächst ein Rezept dafür hier auf dem Blog. Aber nicht nur die Nudeln waren großartig, auch der Kurzbesuch in Yokohama hat uns sehr begeistert. Die Stadt kann gut zur Fuß erkundet werden und ist sicherlich einen kurzen Besuch wert.

Nach einer Jetlag bedingt kurzen Nacht ging es für uns weiter nach Osaka. Wir hatten unseren Urlaub so geplant, dass wir in Osaka und Tokyo jeweils ein Airbnb gemietet hatten, das uns aus Homebase dienen sollte. Zu viert ist ein eigenes Haus oder eine Wohnung eine tolle Sache. Wir saßen jeden Abend lange zusammen, haben gequatscht, Karten gespielt und viel gelacht. Bevor es aber weiter gehen sollte stand ein kurzer Abstecher ins Ramen Nudel Museum auf dem Programm. Ein nettes kleines Museum mit vielen kleinen Ramen Shops im Keller. Das Museum ist durchaus eine nette Aktivität, allerdings war es mir im Keller viel zu gedrängt und zu stickig. Wer damit aber kein Problem hat und gerne Nudelsuppe isst, für den ist das Ramen Museum eine tolle Adresse. Für mich ging es aber zunächst an die frische Luft zurück und dann ab in den Zug. Gerade wenn man um die Zuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland weiß, ist Zug fahren in Japan nämlich eine echte Offenbarung. Es fahren praktisch ständig Züge quer durchs Land die Sauber und unglaublich pünktlich sind. In Japan lässt es sich sogar nach Uhrzeiten Zug fahren. Wenn Du nicht weißt, wie Deine Haltestelle genau heißt, Dein Zug laut Japan Direct App um 10:24 an der Station ist, dann wird der Zug auch um 10:24 an einer Station halten, die die Richtige ist. Es ist unglaublich – Du siehst, ich bin wirklich schwer begeistert.

Der Shinkansen brachte uns in Windeseile nach Osaka, in unser Airbnb und endlich auch zur ersten Schüssel Ramen für mich. Sehr sehr lecker! Die kräftige Brühe mit reichlich Nudeln macht satt und glücklich. Vegetarische Alternativen ohne Fleisch sind leider nicht so einfach zubekommen ohne vorherige Nachforschung. Von dem Gedanken mein übliches 1-Mal die Woche Fleisch essen auch in Japan umsetzen zu können habe ich mich recht schnell verabschiedet. Es gibt einfach ständig Fleisch oder Fisch. Egal in welcher Form.

Die Erkundung von Osaka stand für die nächsten Tage bevor. Viel Zeit blieb nicht, wir wollten von Osaka aus zum einen Kyoto in einem Tagesausflug besuche und hatten und eine Nacht im Buddhistischen Kloster gebucht. Dafür musste zunächst ein Mietwagen beschafft werden. Anreise mit dem Zug geht auch, dauert aber von Osaka aus etwa 3 Stunden (im vergleich zu 90 Minuten mit dem Auto) und ist mit Seilbahn und Co doch ein bisschen abenteuerlich. Für uns vier hat sich das Mietauto da wirklich mehr als gelohnt. Auch wenn die Straße, direkt am Berg entlang, Abgrund auf der anderen Seite und Haarnadelkurven so weit das Auge reicht, auch eine Geschichte für sich war. Ich bin froh, dass die Jungs mit vertraut haben und niemand panisch aussteigen und zur Fuß gehen wollte. Endlich in Mount Koyasan angekommen waren wir überwältigt von der Schönheit der Natur, der Tempel und Kloster.

Auf dem Berg war es gute 20 Grad kühler als im tropisch heißen Osaka. 35 vs. 15 Grad und die mitgebrachte Jacke war sehr willkommen. Regen gab es auch Inklusive. Insgesamt ist das aber ehrlich gesagt das perfekte Wetter gewesen. Im Kloster angekommen gab es nämlich zunächst heißen Tee, den wir an einem Tisch in unserem Zimmer mit beheizter Decke schlürfen durften. Bei 35 Grad wäre das nicht halb so genial gewesen.

Ein extrem leckeres Abendessen mit etwa 15 verschiedenen Leckereien in kleinen Schüsselchen gab es auch auf dem Zimmer. Habe ich schon erwähnt, dass es weder Esstisch noch Betten gibt. Gespeist wird auf dem Boden sitzend und geschlafen auf Futons – die übrigens kuschlig weiß und gemütlich sind. Aus meiner Sicht war das Abendessen im Kloster eines der besten Essen, die wir im ganzen Urlaub hatten. Und es war eines der wenigen wirklich Vegetarischen essen. Eine schöne Abwechslung zur sonst vorherrschenden Fleisch-Schlacht. Eine schöne Abwechslung war auch das öffentliche Bad, dass für die Klostergäste bereitstand. Getrennt nach Geschlechtern konnten wir uns im heißen Wasser nochmal alle aufwärmen, bevor es in die kuschligen Futons ging, denn am nächsten Tag wartete um 6 Uhr Morgens eine buddhistische Morgenzeremonie mit anschließendem Frühstück auf uns. Für deutsche Verhältnisse und meinen Geschmack wieder sehr deftig mit heißer Suppe, Reis und diversem eingelegtem Gemüse. Aber lecker wars :) So gestärkt brachen wirauf zu einer kleinen Wanderung durch den Buddhistischen Friedhof.

Malerisch und verträumt, mitten im Wald gelegen haben die Gräber dieses Friedhofs nichts damit zu tun, was bei uns unter einem Friedhof verstanden wird. Wir waren uns einig, Koyasan ist in jedem Fall eine Reise wert und gehört für uns zu einer gelungenen Japan-Erkundung absolut dazu.

Kyoto war ein paar Tage Später das Ziel des Tages. Hin kommen ist aus Osaka kein Problem, vor Ort fortbewegen wiederum ist nicht ganz so einfach. Verwöhnt vom umfassenden U-Bahn-Netz Osakas haben wir dasselbe auch in Kyoto erwartet. Tja, allerdings ist es, besonders wenn man auf Sightseeing aus ist nicht ganz so einfach. Statt U-Bahnen gibt es hier Busse. Wir haben uns meist jedoch aufs Taxifahren beschränkt. Und sind viel zur Fuß gelaufen. 25 Kilometer waren es am Ende des Tages. Selten haben meine Füße so weh getan. Sehenswert ist die Stadt trotzdem. Wenn auch absolut überlaufen. Wer keine Menschenmasse mag, für den ist Kyoto nicht unbedingt zu empfehlen. Dennnoch, der goldene Pavilion und auch der Fushimi Inari Schrein mit den hübschen roten Bögen ist etwas ganz besonderes. Der Ansicht waren leider auch ungefähr 10.000 andere Touristen. Zur gleichen Zeit wie wir.

Das wir unsere Home Base nach Osaka und nicht wie zunächst geplant nach Kyoto gelegt haben war also die absolut richtige Entscheidung. Aber, immerhin wartete am Ende des Tages das nächste kulinarische Abenteuer auf uns. Spät Abends zurück in Osaka waren wir alle richtig ausgehungert. Wie gut, dass es in Japan neben reichlich To Go Gerichten in kleinen Supermärkten häufig auch einfache Gerichte in kleinen Imbissen zu kaufen gibt. Für uns war das an diesem Abend gebratenes Rindfleisch auf Reis. Dazu die unvermeidliche aber sehr leckere Dashi – Brühe. Mehr braucht der Mensch nicht zu glücklich sein.

Und schon war die erste Urlaubswoche vorbei. Ab in den Shinkansen und losging es nach Tokyo. Wir haben uns die Metropole für den zweiten Teil der Reise gelegt um erst einen Eindruck von Land und Leuten zu bekommen bevor wir uns ins verrückte Großstadtgetümmel stürzen. 38 Milionen Menschen leben in und um Tokyo. Das ist … Groß … Um es mal vorsichtig auszudrücken. Und unübersichtlich. Jedes Stadtviertel ist über mehrere Ebenen aufgebaut, es sind immer viele Menschen unterwegs. Beim Verlassen der U-Bahn war nicht immer ganz klar, auf welcher der Ebenen wir gelandet sind und wo zum Teufel hier eigentlich das Erdgeschoss ist. Aber, wir haben niemanden verloren und viel gesehen von der Stadt. Längst nicht alles aber das ist in eine Woche schlicht nicht möglich. Ich bezweifle, dass ein ganzes Leben dafür genug ist.

Mit zu den Highlights hat für mich der wunderschöne Stadtpark mit dem dazugehörigen Schrein gefallen. Im turbulenten Großstadtdschungel ist die grüne Lunge der Stadt die perfekte Destination für eine kurze Verschnaufpause. Es ist kühl unter den riesigen alten Bäumen und die Luft deutlich besser. Vom Park aus ist es nur ein Steinwurf nach Shinjuku und Shibuya.

Wie es uns in Tokyo gefallen hat, was meine Tipps für die Hauptstadt Japans sind und wie Sushi in Japan schmeckt, verrate ich Dir nächste Woche. Das ist für einen einzelnen Artikel nämlich ein bisschen sehr lang. Du sollst ja auch noch Spaß beim Lesen haben ;-)

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