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Wasserkefir ansetzen: die einfache Anleitung für spritzige Limonade

Autorin: Annelie Ulrich

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5 Tage 15 Minuten
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Wasserkefir ist so etwas wie die spritzige, fruchtige Schwester von Milchkefir und Kombucha: ein leicht säuerliches, prickelndes Getränk, das du aus wenigen Zutaten selbst machen kannst – komplett ohne Milch, dafür auf Wasserbasis. Die kleinen Kefirkristalle verwandeln Zuckerwasser in eine natürliche Limonade, und mit einer zweiten Fermentation bekommst du feine Kohlensäure und dein Lieblingsaroma dazu.

Wasserkefir selber machen​ in drei Geschmacksrichtungen.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass unter dem ersten Kombucha-Video, das ich auf Social Media gepostet hatte, praktisch sofort die Frage kam, ob ich auch mal Wasserkefir machen könnte. Das musste ich erst mal googeln, denn ich kenne zwar Milchkefir schon seit meiner Kindheit, dass das aber auch mit Wasser funktioniert, war mir neu.

Eine Bestellung und ein paar Versuche später war ich absolut begeistert vom Wasserkefir, denn er ist in der Herstellung nochmal simpler als Kombucha (du brauchst keinen Tee) und geht noch dazu schneller. Ich zeige dir, wie’s geht, und verrate dir alle meine Tipps und Tricks.

Die Wasserkefirkristalle auf einem Teller.

Was ist Wasserkefir?

Wasserkefir entsteht, wenn Wasserkefir-Kristalle (auch Japankristalle oder Tibicos genannt) Zuckerwasser fermentieren. Diese Kristalle sind – ähnlich wie beim Milchkefir – eine lebende Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, nur in Form durchscheinender, gelartiger Körnchen. Sie ernähren sich vom Zucker und verwandeln ihn in Säure und feine Kohlensäure.

Anders als Milchkefir ist Wasserkefir pflanzlich und mild – das fertige Getränk erinnert an eine leichte, nicht zu süße Limonade. Und wie bei allen Fermenten hast du einen „lebenden Vorrat“: Die Kristalle wachsen mit jeder Runde und begleiten dich immer weiter.

Der Wasserkefir wird angesetzt.

Das brauchst du um Wasserkefir anzusetzen​

  • Wasserkefir-Kristalle: Das Herzstück. Wo du sie bekommst, steht weiter unten.
  • Zucker: Die Nahrung für die Kristalle. Normaler weißer Zucker oder Rohrohrzucker funktionieren beide. Wichtig: Die Kristalle brauchen den Zucker – er ist kein Süßungsmittel für dich, sondern Futter, das während der Fermentation großteils abgebaut wird.
  • Ungeschwefelte Trockenfrüchte: Sie geben Mineralstoffe und Aroma ab. Entscheidend ist „ungeschwefelt“ – Schwefel (in vielen konventionellen Trockenfrüchten als Konservierungsmittel) hemmt die Kultur und kann die Kristalle schwächen.
  • Zitronensaft (optional): Ein Spritzer bringt Frische und hält das Milieu leicht sauer, was der Kultur guttut.

Tipp: Verwende kein stark gechlortes Wasser und kein Gefäß aus Aluminium. Ein Glasgefäß und ein Plastik- oder Edelstahlsieb sind ideal – wie beim Milchkefir schadet kurzer Edelstahlkontakt nicht, nur langer Kontakt mit reaktiven Metallen wie Aluminium ist zu meiden.

Es beginnt die Zweitfermentation.

Wasserkefir selber machen​: Die Zweitfermentation

Hier wird aus dem säuerlichen Grundgetränk eine echte, prickelnde Limonade. Du füllst den abgeseihten Wasserkefir in Flaschen, gibst etwas neue Süße (Zucker, Reis- oder Ahornsirup) sowie Früchte oder Kräuter dazu und verschließt sie. Die Hefen fermentieren die neue Süße weiter – dabei entsteht Kohlensäure, die nun in der geschlossenen Flasche gefangen bleibt.

Nach 24–48 Stunden bei Raumtemperatur ist der Wasserkefir spritzig. Danach kommt er in den Kühlschrank: Das beruhigt die Kohlensäure, und kalt schmeckt er ohnehin am besten.

Wichtig: die richtigen Flaschen und regelmäßiges Entlüften

Diesen Punkt nehme ich bewusst besonders ernst, denn hier kann wirklich etwas passieren: Bei der Zweitfermentation entsteht erheblicher Druck in der Flasche. Deshalb ist es sehr wichtig, die richtigen Flaschen zu wählen, denn eine explodierende Glasflasche kann ganz schön gefährlich werden.

Deshalb zwei klare Regeln:

  1. Nur druckbeständige Flaschen verwenden. Gute Bügelflaschen (wie sie auch für Bier oder Limonade genutzt werden) sind gemacht für diesen Druck. Investiere hier einmal in ordentliche Flaschen – sie halten jahrelang, und du bist auf der sicheren Seite. Normale Saft-, Wein- oder dünnwandige Flaschen sind nicht geeignet.
  2. Alle 12–24 Stunden entlüften. Öffne die Flaschen währenddessen kurz, um den Überdruck abzulassen („burpen“). Das ist die einfachste Versicherung gegen zu viel Druck.

Wenn du diese beiden Dinge beachtest, ist die Zweitfermentation völlig unkompliziert – es lohnt sich nur, sie von Anfang an richtig zu machen.

Meine liebsten Geschmackskombinationen

Hier wird es kreativ – die Zweitfermentation ist der Moment, in dem du deinen Wasserkefir zu deiner ganz eigenen Limonade machst. Ein paar Kombinationen, die besonders gut funktionieren:

  • Zitrone & Ingwer: Ein paar Scheiben frischer Ingwer und etwas Zitronensaft – spritzig, leicht scharf, herrlich erfrischend. Mein Klassiker.
  • Beeren: Eine Handvoll Himbeeren, Brombeeren oder Erdbeeren färbt den Kefir wunderschön und gibt eine fruchtige Süße. Auch tiefgekühlte Beeren funktionieren wunderbar.
  • Apfel & Zimt: Ein paar Apfelstücke mit einem kleinen Stück Zimtstange – schmeckt im Herbst wie eine spritzige Version von Apfelsaft.
  • Minze & Gurke: Frische Minzblätter und ein paar Gurkenscheiben ergeben ein sehr erfrischendes, fast schon spa-artiges Getränk für den Sommer.
  • Traube oder Kirsche: Ein Schuss naturtrüber Saft statt frischer Früchte bringt intensive Farbe und Süße – praktisch, wenn gerade keine frischen Früchte da sind.

Tipp: Frische Früchte und Säfte bringen zusätzlichen Zucker mit und kurbeln die Fermentation an – bei ihnen entsteht besonders viel Kohlensäure. Gerade dann ist regelmäßiges Entlüften wichtig (dazu gleich mehr).

Die drei fertigen Wasserkefir nach der Zweitfermentation.

Kristalle aufbewahren: Pause und Urlaub

Willst du zwischen zwei Runden pausieren, kannst du die Kristalle im Kühlschrank „parken“: Gib sie in ein Gefäß mit frischem Zuckerwasser – so viel Wasser, dass es die Kristalle mindestens doppelt so hoch bedeckt, und pro 200 ml Wasser etwa 20 g Zucker. Locker verschließen und in den Kühlschrank. Die Kälte verlangsamt die Fermentation, sodass die Kristalle dort einige Wochen geduldig warten.

Danach ein bis zwei normale Ansätze bei Zimmertemperatur, und die Kristalle sind wieder auf voller Kraft.

Woher bekomme ich Wasserkefir-Kristalle?

Im Idealfall bekommst du die Kristalle von jemandem weitergereicht, der selbst Wasserkefir macht – sie vermehren sich stetig, also hat fast jeder Fermentier-Fan welche übrig. Alternativ gibt es sie online in Fermentier-Shops oder gelegentlich in Reformhäusern. Mit frischen Kristallen kannst du direkt starten, getrocknete Kristalle funktionieren jedoch auch, es dauert aber etwas länger, bis sie einsatzbereit sind, weil du sie erst einweichen musst.

Aufbewahren des fertigen Getränks

Der fertige, zweitfermentierte Wasserkefir hält sich im Kühlschrank gut eine Woche. Er wird mit der Zeit etwas saurer, weil die Fermentation langsam weiterläuft – die Kälte bremst sie nur, stoppt sie aber nicht. Am besten schmeckt er in den ersten Tagen.

Wasserkefir ansetzen: spritzige Limonade selber machen

Wasserkefir selber machen: aus Kristallen, Zucker und Trockenfrüchten wird prickelnde Limonade. Anleitung, Geschmacksideen und Tipps für die Zweitfermentation.
Autor: Annelie

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Vorbereitung 15 Minuten
Fermentationszeit 5 Tage
Gesamtzeit 5 Tage 15 Minuten
Anzahl Personen 1 Portion

Zutaten 

  • 1-2 EL Wasserkefir-Kristalle
  • 500 ml Wasser
  • 60 g Zucker normaler weißer Zucker oder Rohrohrzucker
  • 60 g Trockenfrüchte ungeschwefelt
  • 15 ml Zitronensaft optional

Anleitung 

  • Gib das Wasser in ein ausreichend großes Gefäß und löse den Zucker darin auf. Gib nun die Trockenfrüchte und den Zucker sowie optional den Zitronensaft dazu.
  • Decke das Glas locker ab. Ein sauberes Geschirrtuch mit einem Gummiband befestigt ist meine liebste Wahl.
    Lass das Glas nun bei Zimmertemperatur stehen. Nach 3-5 Tagen ist der meiste Zucker verarbeitet und der Wasserkefir schmeckt säuerlich frisch. Probiere gerne täglich mit einem sauberen Löffel.
  • Ist der Wasserkefir fertig fischt du die Trockenfrüchte heraus und gießt die Flüssigkeit ab. Du kannst diesen Wasserkefir jetzt entweder direkt trinken oder zum Aromatisieren und für die Kohlensäure zweitfermentieren.
  • Fülle den Wasserkefir dafür in druckbeständige Flaschen. Gib etwas Zucker oder eine Flüssige Süße wie Reissirup oder Ahornsirup dazu sowie Kräuter oder Früchte.
    Verschließe die Flasche und lass den Wasserkefir bei Raumtemperatur für 24-48 Stunden zweitfermentieren. Wichtig, alle 12-24 Stunden entlüften, denn in der Flasche bildet sich sehr viel Druck. Stelle die Flaschen vor dem Servieren in den Kühlschrank, das beruhigt die Kohlensäure, außerdem schmeckt kalter Wasserkefir leckerer.
  • Der fertige, zweitfermentierte Wasserkefir hält im Kühlschrank gut eine Woche, wird jedoch mit der Zeit saurer weil die Fermentation langsam voran schreitet.

Tipps

Kristalle aufbewahren: Zwischen einzelnen Runden Wasserkefir kannst du die Kristalle im Kühlschrank “parken”. Gib sie dafür in ein Gefäß, fülle so viel Wasser hinein, dass du mindestens die doppelte Höhe Wasser zu Kristallen im Glas hast und gib pro 200 ml Wasser 20 g Zucker mit dazu. Verschließe das Glas locker und lagere es im Kühlschrank. 

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 384 kcal
Fett 1 g
Zucker 89 g
Eiweiß 2 g
Kohlenhydrate 99 g
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Häufige Fragen zum Wasserkefir

Wie lange dauert es, Wasserkefir anzusetzen?

Die Erstfermentation dauert 3–5 Tage bei Zimmertemperatur. Für Kohlensäure kommt eine zweite Fermentation von 24–48 Stunden dazu. Je wärmer es ist, desto schneller geht es.

Warum brauche ich druckbeständige Flaschen für die Zweitfermentation?

Bei der zweiten Fermentation entsteht viel Kohlensäure und damit Druck. Ungeeignete Flaschen können bersten. Nimm stabile Bügelflaschen und entlüfte alle 12–24 Stunden.

Warum ungeschwefelte Trockenfrüchte?

Schwefel wird konventionellen Trockenfrüchten oft als Konservierungsmittel zugesetzt – er hemmt die Kefirkultur und kann die Kristalle schwächen. Ungeschwefelte Früchte gibt es im Bioladen und Reformhaus.

Ist der Zucker im fertigen Wasserkefir noch enthalten?

Nur zum kleinen Teil. Der Zucker ist die Nahrung der Kristalle und wird während der Fermentation großteils abgebaut – deshalb schmeckt fertiger Wasserkefir säuerlich-frisch und nicht süß.

Kann ich Wasserkefir-Kristalle mehrfach verwenden?

Ja, praktisch endlos. Die Kristalle vermehren sich sogar mit jeder Runde. Zwischen den Ansätzen kannst du sie in Zuckerwasser im Kühlschrank aufbewahren.

Warum vermehren sich meine Kristalle kaum?

Das liegt meiner Erfahrung nach vor allem am Kalk- und Mineraliengehalt des Wassers. In Regionen mit sehr kalkhaltigem Wasser vermehren sich die Kefirkristalle sehr schnell und stark. Ist das Leitungswasser bei dir kalkarm, vermehren sie sich eher weniger stark.

Wie bewahre ich die Kristalle bei einer Pause auf?

In einem Glas mit frischem Zuckerwasser (pro 200 ml Wasser ca. 20 g Zucker, Kristalle mindestens doppelt hoch bedeckt) locker verschlossen im Kühlschrank. Dort halten sie einige Wochen.

Womit aromatisierst du deinen Wasserkefir am liebsten? Verrate es mir in den Kommentaren!

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Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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