Mit diesem Rezept kannst du super saftige und herrlich fluffige Schokobrötchen selber machen, die schmecken wie vom Bäcker. Mit einem kleinen Trick kannst du sie schon am Vortag vorbereiten, sodass du zum Frühstück die leckersten Schokobrötchen servieren kannst.

Schokobrötchen sind ein absoluter Hochgenuss, den ich jedoch erst mit Mitte 20 für mich entdeckt habe. Denn bei mir zu Hause und auch in den Bäckereien meiner Kindheit gab es schlichtweg keine Schokobrötchen. Ich kannte Hefezopf und auch Rosinenbrötchen, dass man den süßen Hefeteig aber auch mit Schokotropfen zubereiten kann, war mir lange gar nicht klar.
Bis ich dann beruflich vor einigen Jahren in Hannover auf einer Messe war und bei der morgendlichen Frühstücksbeschaffung goldbraune, glänzende Schokobrötchen in der Auslage vom Bäcker sah und sofort eines haben musste. Und was soll ich sagen, ich war schwer begeistert! Weil Hannover jetzt aber von München aus nicht wirklich um die Ecke ist, musste ich selbst ran. Und habe nach ein bisschen Ausprobieren das leckerste Rezept für Schokobrötchen gefunden, die garantiert schmecken wie vom Bäcker.

Was diesen Hefeteig so fluffig macht
Schokobrötchen stehen und fallen natürlich mit einem richtig guten, süßen Hefeteig. Er geht schon fast in Richtung Brioche. Eier und Butter geben dem Teig genau diese Reichhaltigkeit. Das eigentliche Geheimnis für einen richtig guten Hefeteig liegt aber weniger in den Zutaten und viel mehr an einer langen Knetzeit. Dadurch wird das Glutengerüst richtig stabil. Übrigens sorgt die viele Butter im Teig dafür, dass wir extra lange kneten müssen, denn Fett hemmt die Glutenentwicklung – aber das nur als kleiner Hefeteig-Nerd-Fact am Rande.
Ziel ist ein geschmeidiger Teig, der sich vom Schüsselrand löst und auch nicht an den Händen klebt. Er sollte außerdem den “Fenstertest” bestehen. Wenn du etwas Teig zwischen den Fingern zu einem “Fenster” auseinanderziehst, sollte das Licht durchscheinen, ohne dass der Teig reißt. Dann ist er perfekt!

Die drei Temperatur-Regeln für sicheren Trieb
Jetzt muss der perfekt geknetete Hefeteig nur auch noch aufgehen – das ist nämlich häufig das größte Problem und die ärgerlichste Stolperfalle beim Backen mit Hefeteig. Wie du die Lebendigkeit deiner Hefe prüfst, erkläre ich dir ausführlich in meinem [Hefeteig-Grundrezept]. Ist das sichergestellt, geht es bei Hefeteig vor allem um Temperatur und zwar an drei wichtigen Stellschrauben:
- Butter-Milch-Mischung: sie darf maximal 40 °C haben. Alles darüber tötet die Hefe. Grob gilt, was für dich auf der Haut angenehm ist, mag auch die Hefe. Der Fingertest liefert also die verlässlichste Auskunft.
- Eier: Sie sollten zimmerwarm sein, denn kommen sie direkt aus dem Kühlschrank, senken sie die Teigtemperatur wieder ab und es dauert länger, bis der Teig aufgegangen ist.
- Standort: Ein warmer, zugluftfreier Ort ist ideal zum Aufgehen. Hier ist übrigens der Teig ausschlaggebend, nicht die Uhr. Denn der Hefeteig sollte sich im Volumen mindestens verdoppelt haben. Im Hochsommer dauert das manchmal nur 30 Minuten, im Winter häufig sogar über eine Stunde. Verlass dich hier also nur auf deinen Teig und bitte nicht auf strenge Zeitangaben.

Schokotropfen: backfest und zum Schluss
Die Schokotropfen werden erst ganz zum Schluss kurz unter den Teig geknetet. Der Hintergrund ist, dass sie beim Kneten zerbrechen können und den Teig grau-braun färben würden.
Ich verwende am liebsten backfeste Schokotropfen. Sie schmelzen nicht komplett weg und behalten auch nach dem Backen ihre Form. Sie sorgen außerdem für die typische “Schokobrötchen”-Optik. Du kannst jedoch auch grob gehackte, dunkle Schokolade nehmen, allerdings schmilzt sie beim Backen und sorgt für “Schokonester” im Teig. Das kann aber ja auch durchaus ein gewünschter Effekt sein.
Rundschleifen – der Trick für hohe Brötchen
Das ist der wichtigste Technik-Kniff beim Schokobrötchen selber machen. Der Teig wird nach dem ersten Aufgehen nämlich portioniert und rund geschliffen. Dafür nehme ich zunächst die Seiten des Teiglings und ziehe sie auf der Unterseite zusammen. So entsteht bereits eine grobe Kugel. Diese wird dann auf die Arbeitsfläche gelegt und unter der gewölbten Handfläche in kreisenden Bewegungen geschliffen. Wichtig ist, dass du hier nicht mit zu viel Mehl arbeitest, denn das Schleifen funktioniert nur, wenn sich der Teigling an der Arbeitsfläche “festhalten” kann.
Setze die fertig geschliffenen Teiglinge dann auf ein Blech mit etwas Abstand, denn sie gehen beim Backen deutlich auf.

Der Frühstücks-Trick
Bis zum Schleifen der Teiglinge kannst du die Schokobrötchen übrigens sehr gut schon am Vortag vorbereiten. Dann kommen sie über Nacht in den Kühlschrank und dürfen dort langsam aufgehen. Wichtig ist, sie gut abzudecken. Verwende am besten Frischhaltefolie, die du vorher mit etwas Öl oder Butter einstreichst, damit sie auf keinen Fall an den Brötchen anklebt.
Am nächsten Tag musst du dann nur noch den Backofen vorheizen, die Schokobrötchen direkt aus dem Kühlschrank mit der Ei-Milch-Mischung einstreichen, damit sie schön glänzen, und wenn du magst, mit Schokotropfen dekorieren. So hast du die leckersten, frisch gebackenen Schokobrötchen zum Frühstück, ohne zu gottlosen Uhrzeiten aufstehen zu müssen.
Schokobrötchen Aufbewahren, Aufbacken & Einfrieren
Wie du die Schokobrötchen vorbereitest, hätten wir also geklärt. Aber was passiert mit übrigen Schokobrötchen? Sie bleiben ohne Weiteres 2–3 Tage lang lecker, werden mit der Zeit aber immer weniger fluffig. Du kannst sie kurz im Ofen aufbacken, dann schmecken sie fast wie frisch gebacken. Ich bevorzuge es aber, sie einzufrieren. Sie halten 3–4 Monate im Gefrierbeutel und können dann direkt im Ofen aufgetaut und aufgebacken werden. Schmecken wie frisch gebacken!
Schokobrötchen Rezept: fluffig wie vom Bäcker
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Zutaten für den Teig:
- 150 ml Milch gerne pflanzlich
- 80 g Butter
- 500 g Weizenmehl Typ 550 oder 405
- 80 g Zucker
- 2 Bio-Eier Größe M oder L
- 1 Prise Salz
- 21 g frische Hefe ½ Würfel, oder 7 g Trockenhefe
- 150 g Schokotropfen backfest
Für den Anstrich (vor dem Backen):
- 1 Bio-Ei
- 2 EL Milch gerne pflanzlich
Anleitung
- 150 ml Milch in einen kleinen Topf geben und 80 g Butterin Stücken hinzufügen. Auf dem Herd bei niedriger Hitze erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Achtung: Die Mischung vom Herd nehmen und abkühlen lassen! Sie darf nur lauwarm (max. 40 °C) sein, wenn sie später zur Hefe kommt.
- 500 g Weizenmehl , 80 g Zucker, 2 Bio-Eier und 1 Prise Salz in eine große Rührschüssel geben. 21 g frische Hefe mit den Fingern möglichst klein darüber krümeln. Die lauwarme Butter-Milch-Mischung dazugeben. Alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine für ca. 10 bis 15 Minuten zu einem extrem geschmeidigen, weichen Teig verkneten, der sich vom Schüsselrand löst und nicht an den Händen klebt. Ganz zum Schluss 150 g Schokotropfen nur noch kurz unterkneten.
- Den fertigen Teig in der Schüssel mit einem sauberen, leicht angefeuchteten Geschirrtuch oder einer Duschhaube abdecken. An einem warmen, zugluftfreien Ort für ca. 1 Stunde aufgehen lassen, bis sich das Volumen des Teiges verdoppelt hat.
- Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 12 gleich große Portionen teilen (jeder Teigling sollte 85-90 g wiegen). Jede Portion mit den Händen zu straffen, runden Teigkugeln formen (die Oberfläche sollte richtig schön gespannt sein, damit sie beim Backen schön aufgehen).
- Die Kugeln mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Erneut abdecken und für 20 bis 30 Minuten ruhen lassen, bis sie sichtbar fluffiger geworden sind. In der Zwischenzeit den Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- 1 Bio-Ei für den Anstrich mit 2 EL Milch verquirlen. Die aufgegangenen Brötchen vorsichtig damit bestreichen (so bekommen sie ihren typischen Bäcker-Glanz!). Wenn du magst, kannst du jetzt noch einige dekorative Schokotropfen anbringen.
- Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene für ca. 25 bis 30 Minuten goldbraun backen. (Tipp: Da jeder Ofen anders ist, ab Minute 20 mal einen Blick riskieren, damit sie nicht zu dunkel werden!) Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zu Schokobrötchen
Häufig liegt das daran, dass die Hefe nicht mehr lebendig war oder deine Milch-Butter-Mischung zu heiß war. Du kannst nochmal etwas frische Hefe unterkneten, das hat bei mir schon den ein oder anderen Hefeteig gerettet. Du hast dann zwar ein deutliches Hefearoma im fertigen Gebäck, aber immerhin musst du nicht den ganzen Teig entsorgen.
Ja, das funktioniert, allerdings erhältst du dann nicht die klassische Optik und die Schokolade schmilzt beim Backen deutlich mehr, sodass sich regelrechte “Schokonester” bilden. Das sorgt für ein ganz anderes Geschmackserlebnis und auch eine andere Optik, das muss aber nichts Schlechtes sein.
Ja, am besten dann, wenn du die Teiglinge bereits geformt hast. Wichtig ist, sie gut abzudecken und die Folie vorher einzufetten, damit sie nicht anklebt.
Ja, das funktioniert auch gut. Prüfe hier bitte immer, ob sie noch lebt, indem du sie mit einem kleinen Teil Milch und einer Prise Zucker anrührst. Wenn sie nach ein paar Minuten sichtbar schäumt, ist sie noch lebendig und du kannst sie ohne Weiteres zum Backen verwenden. Du brauchst 1 Päckchen Trockenhefe (7 g) für dieses Rezept.
Das liegt häufig daran, dass die Teiglinge nicht gut genug auf Spannung gebracht wurden. Das Schleifen erfordert ein bisschen Übung, wenn man den Dreh einmal raus hat, ist es aber wie Fahrradfahren und man verlernt es nie wieder.
Ja, das funktioniert sogar richtig gut. Ab in den Gefrierbeutel damit, so bleiben sie 3–4 Monate lang frisch. Du kannst sie direkt gefroren im Ofen aufbacken, dann schmecken sie wie frisch gebacken.
Backe sie am besten für 5–10 Minuten im heißen Backofen nochmal auf. In der Mikrowelle werden sie zäh, ein Airfryer müsste aber ebenfalls gut funktionieren.
Ja, das funktioniert sogar recht gut. Verwende einfach pflanzliche Milch und Butter und ersetze die 2 Eier durch ca. 70 g Apfelmus. Das Ergebnis ist ebenfalls ein toller Hefeteig. Die meisten Schokotropfen in Zartbitter sind ohnehin vegan, ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich trotzdem.
Bäckst du deine Schokobrötchen auch am liebsten mit Schokotropfen oder bist du Team Schokonester?











