Wenn es im Juli die ersten reifen Pfirsiche gibt, wird bei mir dieser Kuchen gebacken: Omas Pfirsichkuchen mit frischen Pfirsichen. Er ist herrlich sommerlich, kommt ohne Schnickschnack aus und schmeckt genau so, wie ich ihn in Erinnerung habe. Das Besondere: Es ist kein klassischer Rührkuchen, sondern eher eine Tarte – ein mürber Boden, eine cremige Grießfüllung und saftige Pfirsiche obendrauf.

Pfirsiche und ich, das ist eine komplizierte Geschichte. Wenn sie wirklich perfekt reif sind, dann liebe ich sie sehr und finde mich beinahe täglich im Supermarkt wieder, um mehr zu kaufen. Leider sind sie in diesem Idealzustand nur ein paar Wochen im Jahr zu bekommen. Dann aber gibt es kein Halten mehr und neben dem „einfach so essen“ muss ich auch unbedingt Pfirsichkuchen backen. Dieses Rezept habe ich vor einigen Jahren nämlich genau in dieser „Perfekte-Pfirsiche“-Phase entdeckt.
Omas Pfirsichkuchen bedient sich eines simplen, aber genialen Tricks. Wo andere Rezepte Vanillepudding für die Füllung verwenden, kommt im Rezept meiner Oma Grieß zum Einsatz. Das funktioniert so gut, dass es seitdem meine liebste Tarte-Variante für sehr saftige Früchte ist. Der Grieß saugt nämlich überschüssigen Saft sehr gut auf. Wie du den allerleckersten Pfirsichkuchen bäckst, zeige ich dir jetzt.

Was Omas Pfirsichkuchen besonders macht
Dieser Kuchen unterscheidet sich in zwei Punkten vom üblichen Blechkuchen mit Obst – und beide machen ihn besser:
- Ein mürber Boden statt Rührteig: Die Basis ist ein Mürbeteig, der vor dem Füllen blind gebacken wird, also ohne Belag. Dadurch bleibt er auch unter der feuchten Füllung zart und knusprig statt durchzuweichen – der häufigste Schwachpunkt bei Obstkuchen.
- Eine cremige Grießfüllung: Statt die Pfirsiche in einen Teig zu setzen, ruhen sie auf einer sanften Creme aus Milch, Grieß und Eiern. Der Grieß bindet die Füllung, sodass sie schnittfest, aber trotzdem saftig bleibt. Das Zusammenspiel aus mürbem Boden, cremiger Füllung und fruchtigen Pfirsichen ist genau das, was diesen Kuchen ausmacht.
Ein weiterer Pluspunkt: Er muss nicht gekühlt werden und lässt sich gut transportieren – ideal für Picknicks, Partys und Kuchenbuffets.

Der mürbe Boden: Kalt arbeiten ist das A und O
Der Boden ist ein Mürbeteig mit einem kleinen Kniff: Die kalte Butter wird nicht eingeknetet, sondern in Streifen ausgerollt und der Teig mehrfach eingeschlagen. Dadurch entstehen feine Butterschichten, die den Boden beim Backen besonders flockig und mürbe machen – fast wie ein sehr zarter Blätterteig, aber fertig in wenigen Minuten.
Zwei Dinge entscheiden über das Gelingen:
- Alles muss kalt bleiben: Kalte Butter, Eiswasser, kühle Hände: Wird die Butter warm, verschmilzt sie mit dem Mehl und der Boden wird hart statt flockig. Arbeite deshalb zügig.
- So wenig wie möglich bearbeiten: Der Teig soll gerade zusammenkommen, nicht glatt und elastisch werden. Sichtbare Butterstückchen sind erwünscht – sie sorgen für die buttrigen Schichten.
Tipp: Plane die Kühlzeit von mindestens einer Stunde fest ein. Ein gut gekühlter Teig lässt sich besser ausrollen, hält seine Form in der Backform und wird zarter.

Vorbereiten, Aufbewahren & Einfrieren
Omas Pfirsichkuchen ist ein dankbarer Vorbereite-Kuchen: Er hält sich nach dem Backen problemlos zwei bis drei Tage im Kühlschrank und kann gut am Tag vorher gebacken werden.
Einfrieren klappt hier problemlos – anders als bei cremelastigen Kuchen. Im Ganzen oder in Stücken hält er sich zwei bis drei Monate im Eisfach. Zum Auftauen einfach bei Raumtemperatur liegen lassen oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Omas Pfirsichkuchen mit frischen Pfirsichen
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Für den Teig:
- 10 g Zucker
- 4 g Salz
- 180 g Mehl
- 190 g kalte Butter
- 15 g Eiswasser
Für die Füllung:
- 500 ml Milch
- 40 g Grieß
- 40 g Zucker
- 2 große Bio Eier
- 3 reife Pfirsiche
Utensilien:
- 1 Tarte Form oder Springform mit ca. 26 cm Durchmesser
- 1 Nudelholz
Anleitung
- In einer Schüssel 10 g Zucker, 4 g Salz und 180 g Mehl vermengen. 190 g kalte Butter in etwa 5mm dicke, quadratischen Scheiben schneiden. Zu den trockenen Zutaten geben und kurz vermengen. Masse auf die saubere Arbeitsplatte geben. Mit einem gut bemehlten Nudelholz die Butter zu langen Streifen rollen (nur von oben nach unten rollen). Zutaten mit einer Teigkarte zur Mitte hin einklappen. 15 g Eiswasser dazu geben und untermengen. Teig dann erneut der länge nach mit einem gut bemehlen Nudelholz ausrollen. Erneut zur Mitte hin einklappen und ein drittes mal ausrollen. Teig wieder einklappen. In Frischhaltefolie oder ein Bienenwachstuch einschlagen und für mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
- Für die Füllung 500 ml Milch in einem kleinen Topf zum kochen bringen. 40 g Grieß und 40 g Zucker hinein streuen. Unter ständigen Rühren einige Minuten köcheln lassen, bis der Grießbrei eindickt. Von der Platte nehmen und im Topf etwas abkühlen lassen.
- Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Tarte Form (am Besten mit losem Boden) vorbereiten, dafür hauchdünn mit Butter bestreichen. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche so groß ausrollen, dass er die Boden und Rand der Form bedeckt. In die Form legen und fest drücken. Eventuelle Überschüsse am Rand abschneiden. Einen Boden Backpapier auf den Teig legen. Papier mit Blindbackkugeln oder getrockneten Hülsenfrüchten beschweren. Boden für 15 Minuten bei 170 °C Ober- und Unterhitze vorbacken.
- Derweil für die Füllung den abgekühlten Grießbrei mit 200 ml Milch und 2 große Bio Eier verrühren. 3 reife Pfirsiche waschen, entsteinen und in schmale Spalten schneiden. Eine Pfirsichhälfte sollte etwa 6-8 Spalten ergeben.
- Backpapier und Hülsenfrüchte vom Boden entfernen. Die Grießcreme auf den Boden gießen. Die Pfirsichspalten auf der Grießcreme verteilen. Bei 170 °C Ober- und Unterhitze für weitere 45 Minuten backen. Nach dem Backen abkühlen lassen. Lauwarm servieren.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zu Omas Pfirsichkuchen
Der feuchte Grießbrei und die saftige Pfirsiche würden einen rohen Boden durchweichen. Durch das Vorbacken ohne Belag wird der Mürbeteig fest und knusprig und bleibt es auch unter der Füllung. Blindbacken ist bei Tartes übrigens sehr gängig. Bei meiner Himbeertarte wende ich diesen kleinen Trick ebenfalls an.
Frische, reife Pfirsiche geben das beste Aroma. In der Not gehen auch gut abgetropfte Dosenpfirsiche – der Kuchen wird dann etwas süßer und weniger frisch im Geschmack.
Weichweizengrieß ergibt eine feine, cremige Füllung. Vollkorngrieß funktioniert ebenfalls und bringt eine etwas kräftigere, nussige Note.
Meist an zu warmer Butter oder zu langem Kneten. Halte alle Zutaten kalt, arbeite zügig und knete den Teig nur so lange, bis er gerade so zusammenhält.
Ja, sehr gut sogar. Im Ganzen oder in Stücken hält er sich zwei bis drei Monate im Eisfach und lässt sich schonend bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank auftauen.
Nicht unbedingt. Zwar hält er länger, wenn du ihn in den Kühlschrank stellst, er schmilzt oder zerfließt aber auch nicht, wenn er auf einem Buffet oder beim Picknick mal eine Zeit lang ohne Kühlung auskommen muss. Das macht ihn zum idealen Kuchen zum Mitnehmen.
Hast du Omas Pfirsichkuchen gebacken? Dann freue ich mich riesig über deine Sternebewertung ⭐ und einen Kommentar: Bist du bei klassischen Pfirsichen geblieben oder hast du eine andere Frucht genommen?









Auf die Idee mit dem Grieß wäre ich nicht gekommen, schmeckt aber hervorragend.