Mein Original Focaccia Rezept ist authentisch italienisch und liefert genau das, was du dir von einem guten Focaccia Brot erwartest: außen knusprig-goldbraun, innen luftig-saftig, mit reichlich Olivenöl, grobem Meersalz und frischen Kräutern. Ich bereite es mit einem kleinen Twist vor: Der Teig wird nämlich nicht geknetet. Wir vermengen lediglich die Zutaten, den Rest erledigt der Teig von selbst beim Aufgehen.

Die Focaccia hatte ich schon seit Langem auf meinem kulinarischen Schirm, wusste aber nicht, dass man Focaccia auch wie Pizza belegen kann. Diese Erleuchtung hatte ich vor einiger Zeit in einem großen italienischen Supermarkt in München. Belegt mit Burrata, Pesto, frischen Tomaten und Mortadella ist so eine Focaccia nämlich ein echter Hochgenuss!
Die Basis ist dabei sehr simpel, denn italienische Focaccia funktioniert nach dem Prinzip „weniger ist mehr“: wenig Zutaten, viel Olivenöl, viel Geduld beim Gehen. Dafür wirst du mit einem Brot belohnt, das es so in keiner Bäckerei zu kaufen gibt – und das in den vielfältigsten Variationen schmeckt: pur zum Aperitif, als Beilage zu mediterranen Salaten oder aufgeschnitten als Basis für die saftigsten Sandwiches.

Was macht italienische Focaccia authentisch?
Echte italienische Focaccia unterscheidet sich von vielen deutschen Varianten in drei wesentlichen Punkten – und genau diese drei Punkte machen den Unterschied zwischen einem trockenen Hefefladen und einem authentischen Original:
- Hohe Hydration: Das Verhältnis von Wasser zu Mehl liegt bei diesem Rezept bei etwa 67 % (620 ml Wasser auf 925 g Mehl). Das ist deutlich nasser als ein klassischer Brotteig und genau der Grund für die typisch luftige Krume. Italienische Bäcker arbeiten oft sogar mit noch höherer Hydration.
- Großzügig Olivenöl: Und zwar nicht nur im Teig, sondern auch auf dem Blech und auf der Oberfläche. Das ist kein Geiz-Rezept: Die typischen Olivenöl-Pfützen in den Fingerabdrücken sind das Markenzeichen authentischer Focaccia. Sie sorgen für die knusprige Kruste und den unverwechselbaren Geschmack.
- Lange Gehzeiten: Schnelle Hefeteige geben matte, dichte Ergebnisse. Echte Focaccia braucht mindestens 2 Stunden beim ersten Gehen und nochmal 30 Minuten nach dem Verteilen. Wer Zeit hat, lässt den Teig sogar über Nacht im Kühlschrank gehen – das gibt das beste Aroma.
So viel zur Theorie – jetzt zu den Zutaten, mit denen das Original gelingt.

Worauf es bei den Zutaten ankommt
- Mehl: Klassisch wird Focaccia mit italienischem Tipo-00-Mehl gebacken – einem sehr fein gemahlenen Weizenmehl mit moderatem Eiweißgehalt. Es ergibt die feinste Krume. Wenn du kein Tipo 00 bekommst, funktioniert auch Weizenmehl Type 550 sehr gut. Wer es etwas rustikaler mag, kann zu Type 1050 greifen – das gibt eine kräftigere, leicht nussige Note. Vollkornmehl würde ich nur zu maximal 30 % beimischen, sonst wird das Brot zu dicht.
- Olivenöl: Verwende ein gutes, kaltgepresstes Olivenöl extra vergine – am besten ein italienisches mit fruchtig-pfeffriger Note. Das Olivenöl ist nicht nur Fett, sondern Hauptaromaträger. Discounter-Öl funktioniert technisch, aber geschmacklich ist es ein deutlicher Unterschied. Wer hier spart, büßt später an Aroma ein.
- Hefe: Italienische Bäcker arbeiten traditionell mit frischer Hefe (lievito di birra) – und ich auch. Frische Hefe gibt einen volleren, leicht süßlichen Geschmack. Trockenhefe funktioniert genauso, ist nur etwas weniger aromatisch. Umrechnung: 1 Würfel frische Hefe (42 g) entspricht 2 Päckchen Trockenhefe (14 g).
- Wasser: Lauwarm, aber nicht heiß: idealerweise zwischen 30 und 35 °C. Zu heißes Wasser tötet die Hefekulturen, zu kaltes verlangsamt das Gehen erheblich. Mein Trick ohne Thermometer: Das Wasser sollte sich an der Innenseite deines Handgelenks angenehm warm, aber nicht heiß anfühlen.
Pannen-Sicherheit: So gelingt die Focaccia garantiert
Drei klassische Stolperfallen bei Focaccia-Rezepten:
- Hefe nicht aktiviert: Wenn dein Teig nach 2 Stunden nicht deutlich aufgegangen ist, war wahrscheinlich das Wasser zu heiß oder zu kalt. Mache vorab einen schnellen Test: Hefe in lauwarmem Wasser mit einer Prise Zucker auflösen – nach 5–10 Minuten sollte die Mischung leicht schäumen. Falls nicht, ist die Hefe alt oder das Wasser hatte die falsche Temperatur.
- Zu wenig Olivenöl: Der häufigste Grund für trockene, langweilige Focaccia. Das Rezept gibt 100 ml Olivenöl für die Zubereitung an – das klingt viel, ist aber genau richtig. Spare hier nicht.
- Zu kurz gebacken: Die Focaccia muss wirklich goldbraun werden – ein zu blass gebackenes Brot bleibt innen klitschig und hat keine knusprige Kruste. Vertraue auf die Farbe, nicht primär auf die Zeit.

Vorbereiten und Aufbewahren
Frisch gebacken schmeckt Focaccia natürlich am besten – am Tag der Zubereitung lauwarm aus dem Ofen ist sie unschlagbar.
- Über Nacht im Kühlschrank gehen lassen: Mein Tipp für die Vorbereitung. Bereite den Teig am Vorabend zu und lasse ihn nach dem ersten Gehen abgedeckt im Kühlschrank ruhen (bis zu 24 Stunden). Am nächsten Tag verteilst du ihn auf dem Blech, lässt ihn nochmal 30–45 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren und backst ihn dann frisch. Das gibt sogar das aromatischste Ergebnis, weil die lange kalte Gärung die Geschmacksstoffe besonders gut entwickelt.
- Im Brottopf oder Brotkasten hält sich Focaccia 2–3 Tage frisch. Am zweiten Tag ist sie etwas weniger luftig, aber immer noch lecker – kurz im Toaster oder Ofen aufgewärmt schmeckt sie fast wie frisch.
- Einfrieren: Komplett ausgekühlte Focaccia kannst du bis zu 3 Monate einfrieren. Am besten in Stücke geschnitten und einzeln in Gefrierbeuteln verpackt – so kannst du nur die benötigte Menge auftauen. Bei Raumtemperatur 1–2 Stunden auftauen oder direkt im Ofen bei 180 °C für etwa 5 Minuten aufbacken.
Variationen: Toppings für jede Gelegenheit
Das Grundrezept lässt sich mit unzähligen Toppings veredeln. Hier meine liebsten Varianten – alle vor dem Backen auf den Teig gegeben:
- Klassisch puristisch: Nur grobes Meersalz und frischer Rosmarin – die ursprünglichste und für viele Italiener:innen einzig wahre Variante.
- Cherrytomaten-Knoblauch: Halbierte Cherrytomaten und in dünne Scheiben geschnittener Knoblauch – ein Sommer-Klassiker.
- Oliven & Sardellen: Schwarze Taggiasca-Oliven und Sardellenfilets – die ligurische Originalvariante.
- Zwiebel-Rosmarin: In dünne Ringe geschnittene rote Zwiebel mit Rosmarin – süßlich-aromatisch.
- Bärlauch-Pesto im Frühling: Vor dem Backen einige Kleckse Bärlauch- oder Basilikum-Pesto verteilen.
- Trauben-Rosmarin (für Süßes): Halbierte rote Trauben mit Rosmarin und etwas grobem Zucker – im Herbst wunderbar zum Wein. Sie ist meine Entdeckung aus dem vergangenen Herbst, als unsere Nachbarn reichlich Trauben aus eigener Ernte hatten.
- Kartoffel-Focaccia: Sehr dünn geschnittene Kartoffelscheiben mit Rosmarin – die Variante aus Apulien. Sie steht als Nächstes auf meiner Liste!
Für eine dickere, fast pizzaartige Focaccia kannst du das Brot auch mit Tomatensoße, Mozzarella und Basilikum belegen – das ist dann zwar eher Pizza al Taglio, aber genauso lecker.

Focaccia Original Italienisch
Rezept bewerten!
Drucken BewertenZutaten
Für den Teig:
- 620 ml Wasser lauwarm
- 55 ml Olivenöl
- 15 g Zucker
- 25 g Salz
- 42 g Hefe entsprich 1 Würfel
- 925 g Weizenmehl Tipo 00, Typ 550 oder Typ 1050
Für die Zubereitung:
- 100 ml Olivenöl
- grobes Salz
- Rosmarin
Anleitung
Teig vorbereiten:
- 620 ml Wasser, 55 ml Olivenöl, 15 g Zucker und 25 g Salz in eine große Rührschüssel geben. 42 g Hefe hinein bröseln und so lange umrühren, bis sich die Hefe im warmen Wasser komplett aufgelöst hat.
- 925 g Weizenmehl dazugeben und kurz umrühren, bis sich alle Zutaten gut verbunden haben und keine Mehlklümpchen mehr vorhanden sind. Teig zudecken und für 2 Stunden bei Raumtemperatur aufgehen lassen. Der Deckel sollte nicht luftdicht schließen.
- Nach 2 Stunden kann der Teig verarbeitet werden. Alternativ kann der Teig auch bis zu 2 Wochen im Kühlschrank gelagert werden um ihn bei Bedarf zu verarbeiten.
- Zum Backen zunächst den Backofen 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein tiefes Backblech mit Olivenöl bestreichen. Teig auf das Backblech geben und dort gleichmäßig verteilen. 50 ml Olivenöl gleichmäßig über den Teig verteilen und mit den Fingerspitzen piksen, sodass Vertiefungen entstehen. Teig abdecken und ca. 30 Minuten aufgehen lassen.
- Teig nochmal mit den Fingerspitzen piksen und die restlichen 50 ml Olivenöl, grobes Salz und Rosmarin und nach Wunsch weitere Toppings auf den Teig geben. Italienisches Brot für ca. 30 Minuten backen, bis es goldbraun ist.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zum Original-Focaccia-Rezept
Genau, dieses Rezept funktioniert tatsächlich ohne Kneten. Durch die hohe Hydration und die langen Gehzeiten entwickelt sich das Glutennetzwerk von selbst. Du musst nur sicherstellen, dass alle Zutaten gut vermischt sind und keine Mehlklümpchen mehr zu sehen sind.
Drei häufige Gründe: Wasser zu heiß (über 40 °C tötet die Hefe), Hefe zu alt (überprüfe das Verfallsdatum) oder Raum zu kalt (idealerweise mindestens 22 °C). Im Winter hilft es, den Teig in den ausgeschalteten Backofen mit einer Schüssel heißem Wasser zu stellen.
Geht prinzipiell, ist aber nicht ideal. Focaccia lebt von ihrer großen, flachen Oberfläche mit den Olivenöl-Pfützen. In der Kastenform wird sie eher zu einem fluffigen Weißbrot. Ein tiefes Backblech (35 x 25 cm) ist die beste Wahl.
Aus dem Rezept bekommst du eine Focaccia für ein klassisches tiefes Backblech (etwa 35 x 25 cm), die für 8 Personen reicht – etwa als Beilage zu einem Hauptgericht oder als Hauptbestandteil eines Aperitifs. Wer mehr braucht, kann das Rezept problemlos verdoppeln.
Ja, mit aktivem Sauerteig wird die Focaccia noch aromatischer und bekömmlicher. Ersetze die 42 g Hefe durch etwa 200 g aktiven Sauerteigstarter und reduziere das Wasser entsprechend um 100 ml. Die Gehzeit verlängert sich auf 8–12 Stunden – plane also entsprechend Vorlaufzeit ein.
Wie magst du deine Focaccia am liebsten – klassisch puristisch mit Rosmarin und Salz oder doch lieber üppig belegt mit Tomate, Olive oder Zwiebel? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!






