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Omas altes Springerle Rezept

Autorin: Annelie Ulrich

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5 von 3 Bewertungen
2 Tage 45 Minuten
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Omas alte Springerle sind für mich mehr als nur ein Plätzchen Rezept, sie sind ein Stück Geschichte. Mit ihren kunstvollen Motiven und dem unverkennbaren Anis-Duft sind sie der edle Klassiker auf Omas Weihnachtsteller.

Springerle nach Omas altem Rezept backen.

Tatsächlich waren Springerle immer meiner Oma vorbehalten. Alle anderen Plätzchen Rezepte backte im Laufe der Zeit auch meine Mama immer mehr mit uns Kindern. Aber nicht die Springerle. Sie waren das „Oma-Plätzchen“ schlechthin. Mit zunehmendem Alter hat sie das Backen jedoch mehr und mehr eingestellt, weshalb es viele Jahre lang gar keine Springerle mehr bei uns gab. Vor einigen Jahren ist sie verstorben – und ich habe beschlossen, ihre Springerle wieder aufleben zu lassen. So ist sie jedes Jahr weiterhin ein bisschen bei unserem Weihnachtsfest dabei.

Dabei war das gar nicht so einfach wie gedacht. Meinem ersten Blick aufs Rezept folgte großes Erstaunen – zwei Tage Ruhezeit? Es klang nach hoher, komplizierter Back-Kunst. Aber ich kann dich beruhigen: Springerle backen ist nicht schwer, es braucht nur ein bisschen Geduld. In diesem Guide teile ich nicht nur Omas Originalrezept, sondern auch all ihre Geheimnisse. Ich zeige dir, warum jeder einzelne Schritt – vom langen Rühren bis zum zweifachen Trocknen – entscheidend ist, damit auch du die perfekten Springerle mit dem berühmten „Füßchen“ backst.

Viele Springerle nach Omas altem Rezept auf einem Tisch.

Das Geheimnis des alten Springerle Rezept: Die 4 goldenen Regeln der Geduld

Regel 1: Die Eier-Zucker-Creme (Das Fundament)! Das ist der erste, entscheidende Schritt für die richtige Textur. Eier und Puderzucker müssen mindestens 10 Minuten lang zu einer dicken, fast weißen Creme aufgeschlagen werden. Das ist keine Übertreibung! Diese stabile Creme ist das Gerüst des Gebäcks.

Regel 2: Die erste Ruhezeit (24 Stunden im Kühlschrank)! Nachdem das Mehl untergeknetet wurde, muss der Teig ruhen. In dieser Zeit verbinden sich die Zutaten, der Teig wird fester und lässt sich am nächsten Tag perfekt ausrollen und prägen, ohne zu kleben.

Regel 3: Die zweite Ruhezeit (24 Stunden an der Luft)! Das ist das Geheimnis für das „Füßchen“ und das perfekte Muster. Nachdem die Springerle ausgestochen und geprägt sind, müssen sie 24 Stunden bei Raumtemperatur trocknen. Dabei bildet sich an der Oberseite eine feste, trockene Haut. Nur so kann der Teig beim Backen nach unten „wegspringen“ und das typische Füßchen bilden.

Regel 4: Backen auf Anis! Die getrockneten Springerle werden direkt auf einem Bett aus ganzen Anissamen gebacken. So nehmen sie das feine, authentische Aroma an.

Verschiedene Springerle Model auf einer grünen Stoffserviette.

Die Zutaten & Werkzeuge: Weniger ist mehr

  • Die Zutaten: Wir brauchen nur wenige, einfache Zutaten – Eier, Puderzucker, Mehl und Anis. Omas Rezept verwendet traditionell Hirschhornsalz als Triebmittel. Es sorgt für die typische, lockere Krume, ohne dass die Springerle zu sehr aufgehen. Wenn du es nicht findest, ist Backpulver eine Alternative.
  • Das Werkzeug – das Springerlemodel: Für die wunderschönen Motive brauchst du ein Springerlemodel. Es gibt sie traditionell aus Holz oder modern aus Silikon. Mein Tipp: Bemehle das Model vor jedem Prägen ganz dünn mit Mehl oder Speisestärke und klopfe es aus. So bleibt kein Teig in den feinen Ritzen kleben und das jeweilige Muster kommt perfekt zur Geltung.
Ein Springerle mit einer Blume in der Nahaufnahme.

So einfach geht’s: Der 3-Tage-Fahrplan zu den perfekten Springerle

  • Tag 1 (15 Minuten): Los geht’s mit der Zubereitung des Teigs für das Springerle-Rezept. Dafür werden Hirschhornsalz und Kirschwasser verrührt und zusammen mit den Eiern in einer Rührschüssel einige Minuten aufgeschlagen. Es folgt der Puderzucker. Diese Mischung wird mit dem Schneebesen der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät für ca. 10 Minuten weißschaumig aufgeschlagen. Gib nun das Mehl dazu und vermenge alles zu einem geschmeidigen Teig. Dieser Teig darf dann gut zugedeckt für 24 Stunden im Kühlschrank ziehen.
  • Tag 2 (ca. 30-45 Minuten): Sobald der Teig geruht hat, wird er mit etwas Mehl etwa 10 mm dick ausgerollt. Drücke nun das Springerlemodel auf den Teig, sodass es sein Motiv einprägt. Schneide dann entlang des Models mit einem scharfen Messer, einem Pizzaroller oder einem gewellten Teigroller den Teig aus. Hebe das fertige Springerle auf ein Backblech mit Backpapier. Verfahre so weiter, bis der gesamte Teig ausgestochen ist. Die Springerle müssen nun für 24 Stunden an einem warmen Ort trocknen. Decke sie dafür nicht zu.
  • Tag 3 (ca. 25 Minuten): Sobald die Springerle getrocknet sind, wird der Backofen vorgeheizt. Befeuchte ein Küchentuch mit etwas Wasser und gib den Anis auf einen Teller. Nun wird jedes Springerle zunächst mithilfe des Tuchs auf der Unterseite etwas angefeuchtet, bevor du es auf den Teller mit Anis drückst. Es sollten einige Aniskörnchen am Springerle haften bleiben. Setze die Springerle dann zurück auf das Backblech. Verfahre so mit allen Springerle und backe sie dann im vorgeheizten Backofen für ca. 25 Minuten, bis sie anfangen zu bräunen.
Drei gebackene Springerle liegen aufeinander.

Mein Baukasten: So wandelst du das alte Springerle Rezept ab

  • Andere Aromen: Wenn du kein Anis-Fan bist, kannst du ihn weglassen und stattdessen den Abrieb einer Bio-Zitrone oder etwas Kardamom in den Teig geben.
  • Schoko-Springerle: Füge dem Teig 1-2 EL hochwertigen Backkakao hinzu (und reduziere die Mehlmenge entsprechend).

Omas altes Springerle Rezept

Traditionelles Rezept zum Springerle backen. Mit diesem alten Rezept bäckst du Springerle wie von Oma. Die Zubereitung ist einfach und dank Schritt-für-Schritt Anleitung kinderleicht.
Autor: Annelie

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Vorbereitung 20 Minuten
Ruhezeit 2 Tage
Koch-/Backzeit 25 Minuten
Gesamtzeit 2 Tage 45 Minuten
Anzahl 50 Plätzchen

Zutaten 

  • ½ TL Hirschhornsalz
  • 1 EL Kirschwasser alternativ Leitungswasser
  • 200 g Eier entspricht 4-5 Eiern
  • 500 g Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • 500 g Weizenmehl
  • 1 EL Anis ganz

Kochutensilien

  • Springerle Model

Anleitung 

  • Hirschhornsalz mit Kirschwasser oder Wasser vermengen. Eier zusammen mit Hirschhornsalz-Mischen, Puderzucker und Salz in eine Rührschüssel geben, mit der Küchenmaschine (Schneebesen) oder dem Handrührgerät 7-10 Minuten weißcremig aufschlagen.
  • Nun das Mehl unterrühren und den Teig abgedeckt für 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Wer möchte, fügt zusammen mit dem Mehl 1 TL Anis dem Teig hinzu. Das ist zwar nicht ganz traditionell, sorgt aber für ein noch intensiveres Anis Aroma.
  • Dann mit etwas Mehl auf der Arbeitsfläche ca. 8-10 mm ausrollen. Überschüssiges Mehl vom Teig abpinseln. Die Springerle Model mit etwas Kraft in den Teig drücken. Nun an den Rändern der Model entlang schneiden. Wer möchte, kann auch einen gewellten Teigschneider verwenden.
    Mein Tipp: Die Model sollten immer trocken und sauber sein. Halte am besten einen sauberen Küchenpinsel bereit mit dem du im Zweifel über die Model oder den Teig pinseln kannst.
  • Die Springerle nun auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Bei Raumtemperatur ohne Abdeckung für 24 Stunden an einem warmen Ort trocknen lassen.
  • Anis auf einen Teller geben. Ein Küchentuch mit Wasser benetzen. Es sollte feucht, aber nicht nass sein. Dann die getrockneten Springerle jeweils kurz auf das feuchte Tuch drücken und auf den Teller mit Anis legen. So bleiben einige Aniskörner haften. Springerle dann zurück auf das Backblech legen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 170 °C Ober- und Unterhitze etwa 25 Minuten backen, bis die Oberseiten der Springerle zu bräunen beginnen. Beim Backen bildet sich das typische Füßchen an den Springerle.
  • Die Springerle abkühlen lassen und in eine Keksdose umfüllen.

Tipps

So werden harte Springerle wieder zart: Lege ein viertel Apfel für 24-48 Stunden in die Keksdose, bis die Springerle wieder zart sind.
Haltbarkeit: Die Springerle halten in einer Keksdose an einem kühlen, trockenen Ort ohne Weiteres 3-4 Wochen.
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FAQ – Deine Fragen zu Omas Springerle

Hilfe, meine Springerle bekommen kein „Füßchen“!

Das ist das häufigste Problem! Du hast mit ziemlicher Sicherheit die 24-stündige Trocknungszeit an der Luft übersprungen. Sie ist für das „Füßchen“ absolut entscheidend.

Der Teig klebt furchtbar am Model!

Das Model war nicht ausreichend bemehlt. Pinsle es vor jedem neuen Abdruck dünn mit Mehl oder Speisestärke aus.

Meine Springerle sind steinhart!

Das kann leider passieren, es gibt aber Abhilfe. Lege einfach ein Apfelviertel in die Dose. Lass es 1-2 Tage darin und entferne es dann wieder. Die Plätzchen nehmen die Feuchtigkeit des Apfels auf und werden wieder zart und lecker.

Wie bewahre ich Springerle am besten auf?

In einer Blechdose, kühl und trocken. Sie werden mit der Zeit sogar noch besser, da sie etwas weicher werden und die Aromen durchziehen.

Ich hoffe, Omas Springerle bringen auch in deine Adventszeit ein Stück liebevolle Tradition! Welches Gebäck weckt bei dir die schönsten Kindheitserinnerungen? Verrate es mir in den Kommentaren!

Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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