Altes Stollenrezept aus Omas Rezeptbuch für den saftigsten Stollen. Der saftige Stollen mit Rosinen, Zitronat und Mandeln wird jeden begeistern und darf zu Weihnachten einfach nicht fehlen.

Stollen war für mich als Kind ein echtes Highlight in der Weihnachtszeit, denn der wurde bei uns zuhause nicht gebacken, sondern es gab ihn nur “auswärts”. Das wollte ich vor einigen Jahren ändern und habe auf der Suche nach einem guten Rezept durch Zufall Omas altes, handgeschriebenes Rezeptbuch in die Finger bekommen – und damit einen echten Schatz gehoben. Denn dass meine Oma etwas von der Weihnachtsbäckerei verstand, zeigen Vanillekipferl und Spritzgebäck sehr eindrucksvoll.
Omas Stollenrezept ist für mich das beste alte Stollenrezept, weil es zwei Dinge verspricht: Es ist unglaublich saftig und (dank Omas Trick) überraschend unkompliziert. Viele trauen sich nicht an Stollen heran, weil er so aufwändig wirkt. Aber ich verspreche dir: Omas Rezept ist mit nur 11 Zutaten absolut machbar. Du brauchst keine seltsamen Gewürze oder Marzipan (es sei denn, du willst). Das Einzige, was du brauchst, ist Omas wichtigste Zutat: Geduld.

Omas 3 Geheimnisse für den saftigsten Stollen
Geheimnis 1: Die „beschwipsten“ Rosinen. Richtig guter Stollen ist nie trocken. Omas erster Trick: Die Rosinen müssen tagelang in Rum (oder Apfelsaft) baden, bis sie prall und vollgesogen sind. Niemals trockene Rosinen in den Teig geben, sonst klauen sie dem Teig die Feuchtigkeit!
Geheimnis 2: Der „saftige“ Teig (ohne Ei!). Das ist Omas zweiter Trick: In dieses alte Rezept kommt kein Ei. Das Ei macht den Stollen über die Lagerzeit oft trocken und krümelig. Die Saftigkeit kommt hier nur aus der Butter, den Rum-Rosinen und der Milch. (Bonus: Dadurch ist das Rezept super einfach vegan umsetzbar!).
Geheimnis 3: Das „Stollen-Schlaf“ (Das 2-Wochen-Geheimnis). Das ist der wichtigste Schritt und die Antwort auf die Frage ‚Wie wird Stollen saftig?‘. Ein Stollen ist direkt nach dem Backen nicht wirklich lecker. Er MUSS ruhen. Das ist das ‚Geheimnis‘ aller alten Stollenrezepte. In diesen 2 Wochen in der kühlen Speisekammer passiert die Magie: Die Butter zieht durch, die Rosinen geben Feuchtigkeit ab, die Aromen ‚heiraten‘, und der Stollen wird erst richtig saftig. Plane diese 2 Wochen unbedingt ein!

Stollen backen: Schritt für Schritt nach Omas Plan
- Das Einlegen: Verwende hier am besten einen Rum, den du auch pur oder im Cocktail gerne trinken würdest. Eine alkoholfreie Variante ist Apfelsaft, ich könnte mir aber auch Kirschsaft oder Traubensaft sehr lecker vorstellen.
- Der Teig: Sobald die Rosinen Zeit hatten, die gesamte Flüssigkeit aufzusaugen, wird der Teig zubereitet. Es handelt sich dabei um einen Hefeteig. Zunächst machst du einen Vorteig, der kurz aufgehen darf. Dann kommen nach und nach die restlichen Zutaten mit in den Teig. Wenn alles in der Schüssel ist, darf der Teig 10 Minuten kneten. Am besten verwendest du deshalb die Küchenmaschine für das alte Stollenrezept. Der Teig wird dabei geschmeidig, löst sich vom Rand der Schüssel und klebt nicht an den Händen. Sobald der Teig fertig geknetet ist, darf er zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde aufgehen, bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat.
- Das Formen (Der klassische „Bruch“): Sobald der Teig aufgegangen ist, gibst du ihn auf die Arbeitsfläche und formst zwei Laibe daraus. Nun legst du ein Nudelholz längs in der Mitte des Laibes an und rollst damit eine Hälfte des Stollens nach außen. So entsteht ein Teiglappen, den du wieder zurück über den Stollen schlagen kannst. So entsteht die typische Stollenform. Lasse die beiden Stollen noch mal eine Stunde aufgehen und backe sie dann im vorgeheizten Backofen, bis sie goldbraun sind.
- Das „Versiegeln“ (Buttern & Zuckern): Direkt aus dem Ofen wird der Stollen großzügig gebuttert und dick mit Puderzucker bestäubt. Das ist nicht nur Deko, das ist die Versiegelung. Sie hält die Feuchtigkeit im Stollen.
- Das Warten (Der Stollen-Schlaf): Jetzt der schwerste Teil: Den abgekühlten Stollen fest in Alu- oder Frischhaltefolie wickeln und an einen kühlen Ort (Speisekammer, kühler Keller) legen. Und jetzt: Zwei Wochen nicht anfassen! Das ist Omas oberste Regel.


Omas saftigster Stollen (altes Rezept)
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Zutaten für den Teig:
- 300 g Sultaninen
- 5 EL brauner Rum alternativ Apfelsaft
- 560 g Weizenmehl Typ 550 oder Typ 405
- 40 g Hefe 1 Würfel
- 125 g Milch lauwarm
- 1 Zitrone Abrieb
- 75 g Zucker
- 5 g Salz
- 200 g Butter zimmerwarm
- 85 g Zitronat oder halb halb Zitronat und Orangeat
- 80 g Mandeln gemahlen
- 150 ml Milch lauwarm nach Bedarf
Zum Dekorieren:
- 100 g Butter flüssig
- 100 g Puderzucker
Anleitung
- Sultaninen in eine Schale geben, mit Rum übergießen, vermengen und zugedeckt über Nacht oder für maximal 3 Tage ziehen lassen. Sie sollten die gesamte Flüssigkeit aufsaugen, falls nicht, gibst du die übrige Flüssigkeit später einfach mit in die Rührschüssel.
- Für den Teig Weizenmehl in eine große Rührschüssel geben, in der mitte eine Mulde im Mehl formen, die Hefe hinein bröseln, 125 ml lauwarme Milch dazu gießen und Hefe und Milch zu einem Vorteig verrühren. Schüssel mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort etwa 10 Minuten ziehen lassen.
- Derweil Zitronat grob hacken und die Mandeln mahlen, falls du ganze Mandeln verwendest. Wenn der Vorteig aufgegangen ist, Zitronenabrieb, Zucker, Salz, dazugeben. Mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu kneten beginnen. Esslöffelweise etwa die Hälfte der Butter dazugeben. Jeweils gut unterrühren. Dann Sultaninen, Zitronat und gemahlene Mandeln dazugeben. Weiter kneten lassen und nach und nach die restliche Butter unterkneten. Teig dann etwa 10 Minuten kneten. Er sollte weich und geschmeidig sein, aber nicht an den Händen kleben. Bei Bedarf etwas lauwarme Milch dazugeben.
- Den Teig nach dem Kneten zudecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde aufgehen lassen, bis sich sein Volumen knapp verdoppelt hat.
- Stollen Teig dann auf die Arbeitsfläche geben. In zwei Teile teilen. Jeweils zu eine länglichen Laib formen. Ein Nudelholz längs in der Mitte des Laibes ansetzen und zu einer Seite hin den Teig platt walzen. Den so entstandenen Teiglappen zurück auf den Stollen klappen, so entsteht die typische Form.
- Die beiden Stollen mit Abstand auf ein Backblech setzen und zugedeckt an einem warmen Ort etwa 30 Minuten aufgehen lassen. Derweil den Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Stollen im vorgeheizten Backofen etwa 45 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Direkt nach dem Backen mit flüssiger Butter einstreichen und mit reichlich Puderzucker bestäuben.
- Stollen in Frischhaltefolie oder Alufolie wickeln und an einem kühlen Ort 1-2 Wochen lagern, bis er servierbereit ist. Am besten lagerst du den Stollen gut eingepackt an einem kühlen, trockenen Ort wie der Vorratskammer oder dem Flur.
Tipps
- Zubereitung ohne Alkohol: Wenn du keinen Alkohol verwenden möchtest, kannst du die Rosinen auch in Apfelsaft oder Kirschsaft einlegen. Zusätzlich kannst du ein paar Tropfen Rumaroma verwenden, das ist nämlich in der Regel komplett alkoholfrei.
- Haltbarkeit: Der Stollen sollte vor dem Verzehr 1-2 Wochen Zeit zum Ziehen haben. Erst dann hat er sein volles Aroma entfaltet. Nach dem Anschneiden hält sich der Stollen ohne Weiteres weitere 2 Wochen. Achte darauf, ihn immer gut zu verpacken, damit er nicht austrocknen kann.
- Einfrieren: Du kannst den Stollen sehr gut nach dem Backen einfrieren. Er hält sich im Gefrierfach ohne Probleme 2-3 Wochen. Am besten lässt du den Stollen vor dem Einfrieren jedoch die 1-2 Wochen an einem kühlen Ort ziehen, dann ist er nach dem Auftauen direkt verzehrbereit.
FAQ: Alles, was du über Omas Stollen wissen musst
Damit Stollen richtig saftig wird, muss der fertige Stollen ruhen. Fest eingewickelt in Frischhaltefolie oder Alufolie sollte der Stollen an einem kühlen, trockenen Ort für mindestens 1-2 Wochen ziehen. Während dieser Ruhephase kann die Butter in den Teig einziehen, Rosinen und Zitronat geben Feuchtigkeit und Süße an den Teig ab und es entsteht ein zarter, saftiger Stollen.
Stollen solltest du während der initialen Ruhezeit luftdicht in Frischhaltefolie oder Alufolie verpacken. Nach dem Anschneiden bleibt der Stollen lange frisch, wenn du ihn in einer großen Keksdose oder in einem Gefrierbeutel lagerst. Am besten schützt du die Schnittfläche zusätzlich mit einem Bienenwachstuch oder mit Frischhaltefolie. So hält er sich auch nach dem Anschneiden ohne Weiteres noch 2-3 Wochen.
Ja, Stollen lassen sich sehr gut einfrieren. Du solltest den Stollen nach dem alten Rezept vor dem Einfrieren durchziehen lassen und dementsprechend erst zwei Wochen nach dem Backen ins Eisfach geben. Dann ist er nach dem Auftauen direkt verzehrbereit, saftig und lecker. Im Gefrierfach hält der Stollen ohne Weiteres 2-3 Monate.
Hast du Omas altes Rezept ausprobiert? Wie saftig ist dein Stollen geworden? Erzähl mir in den Kommentaren von deinem Stollen-Erlebnis!











