Eine echte neapolitanische Pizza mit einem hauchdünnen Boden und einem dicken, luftigen Rand (dem sogenannten Cornicione) ist für mich das absolute Nonplusultra. Viele denken, für so eine perfekte Pizza muss man zwingend zum Lieblingsitaliener gehen – doch das stimmt nicht!

Vor ein paar Jahren bekam Andy zum Geburtstag von uns allen gemeinsam einen Pizzaofen geschenkt. So richtig mit Holzfeuer und allem. Was ich vorab nicht bedacht hatte, war, dass ich dann auch lernen muss, richtig guten Pizzateig zu machen. Klar, mein 5-Minuten Pizzateig geht immer, und auch mein Pizzateig über Nacht ist in dieser Zeit entstanden. Allerdings geht einfach nichts über neapolitanische Pizza, finde ich – und dementsprechend musste ich mich auch daran versuchen.
Mit bestem Pizzamehl, verschwindend wenig Hefe, viel Zeit und Liebe entsteht aus diesem simplen Rezept die leckerste Pizza, die du je gegessen hast. Das Geheimnis für einen original neapolitanischen Pizzateig liegt nicht in unzähligen Zutaten, sondern einzig und allein in der Technik und der richtigen Ruhezeit. Ich erkläre dir hier im Detail, auf welche Timings du achten musst, wie du den Hefeteig richtig behandelst und wie auch du eine neapolitanische Pizza mit fluffigem Rand ganz einfach zu Hause backen kannst. Bei uns gibt es die neapolitanische Pizza seitdem mindestens einmal im Monat. Der Ofen will benutzt werden!

Die 4 magischen Zutaten für neapolitanischen Pizzateig
Ein echter neapolitanischer Pizzateig besteht laut Tradition aus exakt vier Zutaten. Öl oder gar Zucker haben hier absolut nichts zu suchen!
- Das Pizzamehl (Tipo 00): Dies ist die entscheidende Grundzutat. Tipo 00 ist die korrekte italienische Bezeichnung für ein extrem fein gemahlenes Mehl mit hohem Proteingehalt (Eiweiß). Dieses Protein bildet beim Kneten das wichtige Glutengerüst, das die Luftbläschen im Teig hält. Der Goldstandard ist das Tipo 00 von Caputo, aber auch regionale Kunstmühlen produzieren tolle Pizzamehle.
- Eiskaltes Wasser: Das Wasser sollte kalt sein, damit die Hefe nicht zu schnell zu arbeiten beginnt und der Teig durch die lange Reibung in der Knetmaschine nicht zu warm wird. Der Wassergehalt in diesem Rezept ist recht hoch (über 60 %), das macht später die typisch weiche Textur aus.
- Frische Hefe (nur 2 Gramm!): Ja, du hast richtig gelesen. Wir verwenden nur 2 g Hefe (etwa die Größe einer Kichererbse). Durch die lange Reifezeit im Kühlschrank reicht diese winzige Menge völlig aus. Der Teig wird dadurch unfassbar aromatisch und viel bekömmlicher, da er nicht nach Hefe schmeckt.
- Salz: Salz sorgt für das runde Aroma und stärkt gleichzeitig das Teiggerüst.

3 absolute No-Gos bei der Zubereitung
Damit deine Pizza nicht als harter Keks endet, musst du diese drei goldenen Regeln beachten:
- Hefe und Salz niemals direkt mischen: Salz tötet Hefe! Löse deshalb niemals die Hefe und das Salz zusammen im selben Wasser auf. Der beste Trick für zu Hause: Gib zuerst das Wasser mit der aufgelösten Hefe zum Mehl, knete es kurz an und gib erst danach das Salzwasser dazu. So kommen sich die beiden nicht in die Quere!
- Das Nudelholz-Verbot: Bitte rücke diesem Teig niemals mit einem Nudelholz zu Leibe! Damit drückst du die ganzen mühsam erarbeiteten Luftbläschen aus dem Teig. Eine neapolitanische Pizza wird immer nur mit den Händen von der Mitte nach außen gedrückt, damit die Luft in den Rand wandert.
- Mehl auf dem Pizzaschieber: Verwende zum Ausbreiten des Teiges kein normales Mehl, sonst verbrennt es im Ofen bitter. Nutze feinen Hartweizengrieß (Semola). Die runden Grießkörnchen wirken wie winzige Kugellager, sodass die Pizza mühelos in den Ofen gleitet.


Neapolitanischer Pizzateig Original
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- 1 kg Pizzamehl Tipo 00
- 620 ml Wasser kalt
- 2 g Hefe frisch
- 30 g Salz
Anleitung
- Fülle 1 kg Pizzamehl in eine große Rührschüssel. Löse 2 g Hefe in 60 ml Wasser auf und 30 g Salz in 560 ml Wasser. Füge dann zuerst das Hefewasser dem Mehl hinzu und rühre es kurz unter bevor du das Salzwasser mit in die Schüssel gibst. Knete die Zutaten in der Küchenmaschine für ca. 10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig der nicht mehr an der Schüssel oder den Fingern klebt. Wer mit den Händen knetet, braucht ca. 20 Minuten.
- Lass den neapolitanischen Pizzateig dann zugedeckt für 4-6 Stunden bei Raumtemperatur aufgehen.
- Teile den Pizzateig dann in 270 g große Portionen auf und schleife diese zu Kugeln. Setze sie in Teigschachteln und lass die Teiglinge erneut für 12-24 Stunden im Kühlschrank aufgehen. Nimm sie etwa 2 Stunden vor dem Pizzabacken aus dem Kühlschrank und lass sie bei Raumtemperatur weiter aufgehen.
- Hole je einen Teigling vorsichtig aus der Schachtel und forme ihn mit Hilfe von etwas Mehl zu einer runden Pizza. Achtung, dabei nicht zu viele Luftblasen zerstören, sondern den Teig nur vorsichtig ziehen und drücken. Lass den Rand etwas dicker und auch die Mitte sollte bei neapolitanischer Pizza nicht zu dünn sein. Meine Technik siehst du im Video.
- Belege den neapolitanischen Pizzateig nach Herzenslust und backe die Pizzas im Pizzaofen bei ca. 400 °C für 60 – 90 Sekunden.Mein Tipp: Damit der Teig nicht auf Pizzaschaber klebt, solltest du etwas Hartweizengrieß verwenden, er wirkt wie winzige Rollen unter dem Pizzateig und sorgt dafür, dass er gut vom Pizzaschaber gleitet.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Häufige Fragen zur neapolitanischen Pizza
Ja! Friere die Teiglinge am besten nach der Stockgare (Schritt 6) direkt ein. Bestreiche die Kugeln leicht mit Olivenöl und gib sie einzeln in Gefrierbeutel. Zum Auftauen legst du sie einfach über Nacht in den Kühlschrank und lässt sie am Tag vor dem Backen 2 Stunden bei Raumtemperatur warm werden.
Tipo 00 ist für die echte neapolitanische Pizza ideal. Wenn du absolut keines finden kannst, greife ersatzweise zu einem backstarken Weizenmehl Type 550. Normales Haushaltsmehl Type 405 hat zu wenig Protein und reißt bei der langen Gehzeit.
Welcher Belag ist deine erste Wahl für Pizza? Klassisch mit Tomaten und Käse, fruchtig mit Ananas oder etwas ganz Wildes? Verrate es mir in den Kommentaren!











wie bei papa in der trattoria
Das freut mich sooooo riesig!
Sehr gut!
Das freut mich sehr :D
Huhu, der beste Pizzateog den ich kenne. Funktioniert perfekt und schmeckt super lecker. Aber kleine Frage am Rande: kann ich den Teig auch portionieren und dann einfrieren? Liebe Grüße
Es müsste theoretisch funktionieren, ich hab es aber selbst noch nie ausprobiert. Meld dich gerne wenn du es ausprobiert hast, wie es geklappt hat :)
stimmt es ist bisher der beste Pizzateig und ich friere den immer ein weil es bei 1kg. Mehl viel Teig ist,einige Stunden vorher aus dem Gefrierschrank nehmen man schmeckt keinen Unterschied.
einfach lecker .
Das freut mich riesig! Der Hinweis zum Einfrieren ist super hilfreich! Vielen Dank dafür :D