Donuts gehören für mich zu den absoluten Highlights der süßen Küche. Wenn man in einen frisch frittierten, noch leicht warmen Teigkringel beißt, der so fluffig ist, dass er fast auf der Zunge schmilzt … das ist pures Glück! Lange Zeit dachte ich, diese Qualität bekommt man nur im Donut-Shop. Aber: Weit gefehlt!

Ich bin ja bekennender Fan von Schmalzgebäck und habe im Laufe der Jahre schon Krapfen und Quarkbällchen gebacken. Vor einigen Jahren dachte ich mir dann, dass so ein Donut doch nicht viel komplizierter sein kann. Denn bis dahin hatte ich mich „nur“ an Donuts aus dem Ofen, also „Kuchen-Kringel“, rangetraut. Die sind zwar sehr lecker, aber so ein frittierter Donut aus Hefeteig ist doch einfach nochmal eine Klasse für sich.
Nach einigem Testen habe ich ein Rezept entwickelt, das garantiert gelingt. Außerdem habe ich beim Ausprobieren vermutlich so jeden Fehler gemacht, der möglich ist, und kann dir jetzt dabei helfen, dass es bei dir gleich zu Beginn rund läuft. Mit meinen Tipps bekommst du sogar den berühmten weißen Rand hin – das Qualitätsmerkmal eines perfekten Donuts!

Warum dieses Rezept das einzig Wahre ist
Es gibt viele Varianten, aber für den echten Geschmack brauchst du drei Dinge:
- Hefe: Nur ein Hefeteig sorgt für die typische, luftige Textur. Rührteig-Donuts sind eher wie Muffins in Ringform. Ich verwende im Rezept Trockenhefe, denn frische Hefe ist etwas typisch Kontinentaleuropäisches, während in den USA (vor allem unter Hobbybäckern) traditionell mit Trockenhefe gebacken wird.
- Fett: Ja, sie müssen frittiert werden. Nur so entsteht die knusprige Außenhaut bei gleichzeitig watteweichem Kern. Verwende am besten ein neutrales Öl, das sich hoch erhitzen lässt, wie Sonnenblumen- oder Rapsöl.
- Geduld: Der Teig muss zweimal gehen. Einmal als Kugel, einmal ausgestochen. Das ist das Geheimnis der Fluffigkeit. Wichtig ist vor allem, die Donuts dann vor dem Backen nicht mehr zu viel zu bewegen, denn die Luft soll unbedingt im Teig bleiben!

Die Zutaten für originale US-Donuts
Die Einkaufsliste ist überraschend kurz. Du brauchst nur Standard-Zutaten:
- Mehl: Ich empfehle Type 550 (backstarkes Mehl). Es sorgt für ein stabileres Glutengerüst, sodass die Donuts beim Frittieren ihre Form besser halten. Type 405 geht aber auch.
- Hefe: Ob Trockenhefe (typisch USA) oder frische Hefe (½ Würfel), ist egal. Wichtig ist nur, dass sie aktiv ist. Ich verwende wie oben schon gesagt gerne Trockenhefe für mehr Authentizität.
- Milch & Butter: Sorgen für den reichen Geschmack.
- Die Temperatur: Achte darauf, dass alle Zutaten (Eier, Butter) Zimmertemperatur haben, damit der Hefeteig optimal aufgeht.

Der Experten-Tipp: Der „Weiße Ring“
Hast du dich schon mal gefragt, woran man einen perfekt frittierten Donut erkennt? An dem hellen Streifen in der Mitte, rund um den Bauch! Diese „Tan-Line“ entsteht, wenn der Donut so luftig ist, dass er hoch im Fett schwimmt. Er taucht nicht komplett unter, sondern gart nur an der Unterseite. Wie bekommst du das hin? Lass die ausgestochenen Rohlinge unbedingt nochmal 15–20 Minuten gehen, bevor sie ins Fett kommen. Wenn sie sich „aufgeplustert“ haben, schwimmen sie oben und bekommen den Ring.
Frittieren ohne Panik: Meine Geling-Tipps
Viele haben Respekt vor dem heißen Fett. Das ist auch erst mal richtig so, es ist ja auch wirklich sehr heiß. Mit diesen Tricks ist es ganz entspannt und sicher:
- Der Backpapier-Trick: Schneide dein Backpapier in Quadrate und lege jeden ausgestochenen Donut auf ein eigenes Quadrat. So musst du den weichen Teigling nicht anfassen, um ihn in den Topf zu geben. Lass ihn einfach mitsamt dem Papier ins Fett gleiten – das Papier löst sich sofort und du kannst es mit der Zange rausfischen. So bleibt die runde Form perfekt erhalten und der Teig super fluffig.
- Die Temperatur: Das Öl sollte 160 °C haben. Das ist kühler als bei Pommes, sorgt aber dafür, dass die Donuts auch durchgaren, ohne außen schwarz und innen noch roh zu sein. Am einfachsten ist das natürlich mit einem Thermometer. Im Zweifel kannst du die Temperatur des Öls aber auch mit dem Stiel eines Holzkochlöffels testen. Steigen viele Bläschen auf, wenn du ihn ins Öl hältst, ist es heiß genug. Taste dich ohne Thermometer am besten langsam an die richtige Temperatur ran. Die Donuts sollten pro Seite ca. 3 Minuten garen, bis sie goldbraun sind; dann sind sie in der Regel auch in der Mitte durch. Ein Testdonut hilft bei der Einschätzung.
- Die Donut-Holes: Wirf die ausgestochenen Löcher bloß nicht weg! Backe sie als kleine „Donut Holes“ mit aus. Sie sind der perfekte Snack für den Bäcker für zwischendurch. 😉

Glasur & Deko: Werde kreativ!
Klassisch werden Donuts in eine Zuckerglasur („Glaze“) getaucht. Mein Rezept für die Himbeer-Vanille-Glasur (siehe unten) ist fruchtig und knallpink – ganz ohne künstliche Farbe. Alternativen:
- Schoko: Einfach Kuvertüre schmelzen.
- Zimt-Zucker: Die noch heißen Donuts darin wälzen.
- Gefüllt: Wenn du Berliner/Krapfen-Style magst, stich das Loch in der Mitte nicht aus, backe sie als Ballen und spritze nach dem Abkühlen Marmelade oder Vanillecreme hinein.

Donuts aufbewahren
Ehrlich gesagt: Donuts schmecken frisch am allerbesten. Nach 24 Stunden werden sie fester. Lagere sie im Zweifelsfall unter einer Tortenglocke, damit sie nicht austrocknen – aber eigentlich sollten sie den nächsten Tag nicht erleben. Einfrieren: Das klappt super! Friere sie am besten ohne Glasur direkt nach dem Abkühlen ein. Bei Heißhunger einfach kurz aufbacken oder in der Mikrowelle (ja, wirklich!) 10–20 Sekunden erwärmen. Dann sind sie wieder wie frisch.

Donuts selber machen – USA Rezept
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Zutaten für den Teig:
- 7 g Trockenhefe 1 Päckchen
- 50 ml Wasser lauwarm
- 50 g Zucker
- 500 g Weizenmehl Typ 550 oder Typ 405
- 1 TL Salz
- 150 ml Milch Pflanzenmilch oder Kuhmilch
- 60 g Butter
- 2 Eier Bio
Zutaten für die Dekoration:
- 250 g Puderzucker
- 1 EL Himbeerpulver oder 50 g frische Himbeeren
- 1 Vanilleschote
- Milch nach Bedarf Pflanzenmilch oder Kuhmilch
Anleitung
- Trockenhefe mit Wasser und 1 TL des Zuckers in einem kleinen Gefäß verrühren und 10 Minuten quellen lassen.
- Dann restlichen Zucker, Mehl und Salz in einer Rührschüssel vermengen. Milch und Butter in einem Topf schmelzen. Die Mischung sollte nicht zu heiß sein und 40 °C nicht übersteigen. Im Zweifelsfall also lieber etwas abkühlen lassen. Zu warm mag es die Hefe nicht.
- Milch und Butter Mischung zusammen mit den Eiern, sowie der Hefe-Mischung zur Mehlmischung geben und in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät für ca. 10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben und elastisch sein. Teig dann zu einer Kugel formen und zugedeckt an einem warmen Ort für ca. 1 Stunde aufgehen lassen oder so lange, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
- Wenn der Teig aufgegangen ist, auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 6-7 mm dick ausrollen und Kreise von ca. 10 cm Durchmesser ausstechen. Aus der Mitte jedes Kreises ein Loch mit etwa 3 cm Durchmesser ausstechen. Die fertig ausgestochenen Donuts dann auf ein Backblech oder Brett mit Backpapier legen und zugedeckt nochmal ca. 15 Minuten aufgehen lassen. Die ausgestochenen Löcher der Donuts kannst Du ebenfalls mit aufgehen lassen und später mit frittieren.Tipp: Für jeden Donut ein kleines Stück Backpapier zurechtschneiden, sodass Du die Donuts später mit Hilfe des Papiers in Fett gleiten lassen kannst, so vermeidest Du, dass die Donuts beim bewegen ihre Form verlieren.
- Derweil 2 Liter Pflanzenöl in einem großen Topf erwärmen um die Donuts zu frittieren. Wenn das Öl 160 °C erreicht hat, nach und nach die Donuts ausbacken. Dafür zunächst mit Hilfe des Backpapiers und einer Schaumkelle ins Öl gleiten lassen und für 3-4 Minuten auf einer Seite backen, bis der Donut goldbraun ist. Dann vorsichtig wenden und auf der anderen Seite ebenfalls goldbraun backen. Aus dem Öl hohlen und auf Küchencrepe abtropfen lassen. Achtung: Das Öl darf nicht heißer als 160 °C sein. Die Donuts garen sonst von außen zu schnell und sind innen noch teigig.
- So weiterverfahren bis alle Donuts (und Donut Löcher) ausgebacken, kurz abkühlen lassen und derweil die Glasur vorbereiten.
- Dafür Puderzucker, Himbeerpulver und das Mark einer Vanilleschote in eine Schüssel geben und nach und nach Milch zugeben, bis eine cremige Glasur entstanden ist. Sie sollte in etwa die Konsistenz von Joghurt haben.
- Dann die Donuts in die Glasur tauchen, kurz abtropfen lassen und nach Belieben mit Streuseln dekorieren. Wenn Du mit frischen Himbeeren arbeitest diese zunächst zerdrücken und durch ein Sieb streichen. Das Himbeermus dann mit dem Puderzucker vermengen. Du brauchst etwas weniger Milch für die ideale Glasur.
- Die Donuts trocknen lassen und dann frisch servieren.
Tipps
- Wer möchte, kann die Donuts auch mit anderen Glasuren wie Schokolade usw. dekorieren. Auch in Zimt-Zucker gewendet oder einfach mit Puderzucker bestreut sind die Donuts sehr lecker.
- Die Donuts können gut eingefroren werden. Um die Glasur nicht zu beschädigen empfehle ich, sie zunächst auf ein Backblech oder Brettchen zu geben und so ins Gefrierfach zu stellen bis sie hart gefroren sind und erst dann in einen Gefrierbeutel einpacken.
- Gefüllte Donuts: Wenn Du die Donuts füllen möchtest kannst Du das mit Hilfe eines Spritzbeutels machen. Ich empfehle jedoch dann, kein Loch aus den Donuts auszustechen. Das Füllen klappt dann besser und es hat mehr Füllung platz. Die Donuts erinnern dann eher an Krapfen.
- Statt Trockenhefe kannst Du auch frische Hefe verwenden. Du benötigst ½ Würfel Frischhefe für das Rezept.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Fragen & Antworten zu selbstgemachten Donuts
Ja, das ist sogar super („Kalte Gare“). Bereite den Teig abends zu, lass ihn 30 Min. angehen und stelle ihn dann abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen kurz akklimatisieren lassen, ausstechen, nochmal gehen lassen und frittieren. Perfekt für den Sonntagsbrunch!
Verwende unbedingt ein geschmacksneutrales, hoch erhitzbares Pflanzenöl. Raffiniertes Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl sind ideal. Kokosfett (Palmin) geht auch, hinterlässt aber beim Abkühlen manchmal einen fettigen Film auf der Zunge.
Dann war das Öl zu kalt! Wenn das Fett nicht heiß genug ist (unter 155 °C), bildet sich keine Kruste, und der Teig saugt sich voll wie ein Schwamm. Investiere am besten in ein einfaches Küchenthermometer – es lohnt sich.
Hefeteig kann zickig sein. Wenn er klebt, arbeite mit genug Mehl auf der Arbeitsfläche (aber bürste überschüssiges Mehl vor dem Frittieren ab, sonst verbrennt es im Öl). Oder: Rolle den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier aus und stelle ihn vor dem Ausstechen 10 Min. in den Kühlschrank. Kalt lässt er sich super schneiden.






