Es gibt Dinge, die gehören zum Osterfest einfach dazu wie bunte Eier und Frühlingssonne. Für mich ist das ein frisch gebackener, himmlisch duftender Hefezopf zu Ostern. Wenn du bisher Respekt vor Hefeteig hattest, kann ich dich beruhigen: Mit meinem bewährten Hefezopf-Rezept und ein paar kleinen Profi-Tipps gelingt dir der Osterzopf garantiert!

Dass es zu Ostern selbst gemachten Hefezopf oder Osterbrot gibt, ist in unserer Familie eine neuere Entwicklung. Denn bis vor ein paar Jahren war der gekaufte Zopf vom Bäcker einfach saftiger und fluffiger als meine selbst gemachten Versuche. Das hat sich jedoch 2020 verändert, als ich – wie wir alle – aus bekannten Gründen ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung hatte und mich so richtig reinfuchsen konnte ins Thema Hefezopf. Nach ein paar Versuchen hatte ich dann alle Tricks und Kniffe und vor allem die richtige Buttermenge raus, was in einem perfekten Hefezopf mündete.
Seitdem backe ich ihn jedes Jahr – und zwar nicht nur zu Ostern, sondern manchmal auch einfach so. Er schmeckt nämlich immer herrlich, bleibt tagelang saftig und sieht auf dem Frühstückstisch einfach immer spektakulär aus. Das Einzige, worüber wir uns bei jedem Hefezopf aufs Neue streiten, ist die ewige Frage: Mit oder ohne Rosinen? (Mein Rezept hier ist die cleane Variante ohne, aber du darfst natürlich welche einmischen!).

Das Geheimnis für perfekten Hefeteig (Gelinggarantie!)
Hefe ist ein lebender Organismus – biologisch gehören Hefen zur Familie der Pilze – und hat eigentlich nur zwei Wünsche, um gut zu arbeiten: Sie mag es warm und sie mag es süß. Das ist der wichtigste Tipp für dieses Rezept:
🛑 Die Milch darf niemals zu heiß sein! Wenn du die Butter in der Milch schmilzt, lass die Mischung danach unbedingt abkühlen, bis sie nur noch lauwarm ist (mach den Finger-Test: Ist die Mischung angenehm lauwarm, ist alles super; wenn sie zu warm für deinen Finger ist, dann muss sie weiter abkühlen). Ist die Milch zu heiß, sterben die Hefekulturen ab und dein Teig geht nicht auf.
Tipp für noch mehr Sicherheit: Wenn du die Angst vor Hefe endgültig verlieren möchtest, schau dir unbedingt mein großes Hefeteig 1×1 an! Dort habe ich dir mein gesamtes Wissen und alle Tricks zusammengefasst, damit dein Teig ab jetzt immer himmlisch fluffig wird und garantiert aufgeht.

Deine Zutaten für den Oster Hefezopf
Neben ganz viel Liebe brauchst du nur eine Handvoll Basiszutaten für diesen Klassiker:
- Mehl: Ich empfehle klassisches Weizenmehl Type 550 (das ist etwas griffiger als das 405er und perfekt für Hefegebäck) oder Dinkelmehl Type 630.
- Hefe: Ich backe am liebsten mit einem halben bis ganzen Würfel frischer Hefe. Wenn du spontan backen willst, funktionieren aber auch 2 Päckchen Trockenhefe wunderbar.
- Milch: Vollmilch macht den Teig schön reichhaltig. Mein Tipp: Wenn du magst, kannst du den Zopf auch hervorragend mit Hafer-, Mandel- oder Kokosdrink backen! Ich bevorzuge im Moment eine Kokos-Baristamilch für meinen Hefezopf.
- Butter: Sie macht den Hefezopf saftig und sorgt dafür, dass er nicht so schnell trocken wird.
- Zucker & Salz: Zucker ist das Futter für die Hefe. Eine großzügige Prise Salz ist extrem wichtig, um das Aroma des Gebäcks hervorzubringen!
- Eier (Bio!): Eier machen den Teig geschmeidig und geben ihm eine tolle, gelbe Farbe.

In 4 Schritten zum perfekten Zopf
Das Backen an sich ist wirklich unkompliziert. Hier ist dein Fahrplan:
- Schritt 1: Den Vorteig ansetzen. Dieser Schritt ist wie ein kleiner „Motor-Test“ für die Hefe. Gib das Mehl in eine Schüssel, drücke eine Mulde hinein und brösele die frische Hefe hinein. Gib einen Schluck der lauwarmen Milch und 1 EL Zucker dazu. Rühre das in der Mulde leicht an und lass es 5–10 Minuten stehen. Wenn es Bläschen wirft, ist deine Hefe aktiv und bereit! Falls sich hier auch nach 20–30 Minuten nichts tun will, kannst du den Vorteig vorsichtig aus der Schüssel löffeln und so wenigstens einen Großteil des Mehles retten.
- Schritt 2: Kneten & Ruhen (Zeit lassen!). Gib nun die restlichen Zutaten dazu. Jetzt ist Kneten angesagt. Egal ob mit der Küchenmaschine oder den Händen: Knete den Teig gut 10 Minuten durch. Das entwickelt das Glutengerüst im Mehl und macht den Zopf später so schön „faserig“ und fluffig. Das lange Kneten war einer der Schlüsselschritte, die meinen Hefezopf von „okay“ zu „phänomenal“ gemacht haben. Ich knete ihn meist 10 Minuten in der Küchenmaschine, mit den Händen dürften es eher 15 Minuten werden. Danach muss der Teig abgedeckt an einem warmen Ort ruhen (z. B. im leicht angewärmten, aber ausgeschalteten Ofen oder an der Heizung), bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Das dauert ca. 60 Minuten, aber verlass dich hier auf dein Auge und weniger auf die Uhr. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann es schneller gehen oder länger dauern.
- Schritt 3: Flechten (3er- oder 4er-Zopf). Jetzt schlägst du den Teig einmal kurz durch (die Luft muss raus) und teilst ihn in gleich große Stücke.
- Der Anfänger-Zopf (3 Stränge): Teile den Teig in 3 Stränge und flechte ihn einfach wie einen klassischen Haarzopf (immer den äußeren Strang in die Mitte legen). Das sieht wunderschön aus und gelingt immer!
- Der Profi-Zopf (4 Stränge): Das sieht besonders voluminös aus. Die Technik ist etwas kniffliger (siehe Rezeptkarte).
- Schritt 4: Der letzte Schliff. Lass den fertig geflochtenen Zopf auf dem Blech noch mal 15 Minuten ruhen. Decke ihn dafür mit einem sauberen Geschirrtuch ab. Bepinsle ihn dann mit einer Ei-Milch-Mischung (für den perfekten Glanz!) und streue Hagelzucker oder Mandelblättchen darüber. Dann ab in den Ofen und fertig ist der Hefezopf zu Ostern!


Hefezopf zu Ostern – fluffig & soo lecker
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Für den Teig:
- 150 ml Milch
- 80 g Butter
- 500 g Weizenmehl
- 1 Würfel frische Hefe oder 2 Päckchen Trockenhefe
- 80 g Zucker
- 2 Große Bio Eier
- 1 Prise Salz
Zum Dekorieren:
- 1 Bio Ei
- 2 EL Milch
- Mandelplättchen oder Hagelzucker
Anleitung
- Milch und Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur erwärmen bis die Butter geschmolzen ist und die Mischung etwa Lauwarm ist.
- Derweil Mehl in eine Rührschüssel geben. In der Mitte eine Mulde im Mehl Formen und die Hefe hinein bröseln. Mit 1 EL des Zuckers und etwas lauwarmer Milchmischung verrühren. Abdecken und Vorteig etwa 5 Minuten gehen lassen.Trockenhefe: Hefe mit etwas Milch und 1 EL Zucker in einer Schüssel verrühren, diesen Vorteig 5 Minuten aufgehen lassen.
- Vorteig in die Küchenmaschine geben. Die restlichen Zutaten (Eier, Salz, restlicher Zucker und Flüssigkeit) dazu geben und 5-10 Minuten kneten bis der Teig sich vom Schüsselrand löst und nicht mehr an den Händen klebt. Zudecken und an einem warmen Ort etwa 30-60 Minuten aufgehen lassen, bis das Volumen des Teiges sich mindestens verdoppelt hat.
- Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Teig nach dem aufgehen auf die Arbeitsplatte heben. Einmal kneten. In vier Teile teilen. Daraus Teigstränge formen und diese Flechten. Zopf auf ein Backblech setzen. Zugedeckt nochmal 10 Minuten aufgehen lassen.
- Ei und Milch vermischen. Zopf damit einpinseln. Mit Mandelplättchen bestreuen und bei 180 °C Ober- und Unterhitze für etwa 40 Minuten backen. Wenn der Zopf goldbraun ist, auf dem Ofen holen und abkühlen lassen.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Häufige Fragen zum Hefezopf-Rezept
Die zwei häufigsten Gründe:
Die Flüssigkeit war zu heiß: Wenn die Milch-Butter-Mischung über 40 °C heiß ist, stirbt die Hefe.
Zu kalt / Zugluft: Hefeteig liebt es kuschelig (23–30 °C). Zugluft am offenen Fenster mag er gar nicht. Stell die Schüssel in den lauwarmen (ausgeschalteten!) Backofen oder wickle sie in eine Decke.
Durch die Butter und Eier im Rezept bleibt dieser Zopf von Natur aus schön saftig. Lagere ihn am besten luftdicht verpackt in einer Tüte oder unter einer Kuchenglocke. Den Anschnitt deckst du am besten mit einem Bienenwachstuch ab. So hält er sich problemlos 3–4 Tage. Tipp: Wenn er nach ein paar Tagen doch etwas fester wird, schmecken dicke Scheiben davon, kurz im Toaster angeröstet und mit Butter bestrichen, absolut himmlisch!
Ja, das klappt hervorragend! Lass den gebackenen Zopf komplett auskühlen. Du kannst ihn im Ganzen, in Hälften oder (mein Favorit) bereits in Scheiben geschnitten in einem Gefrierbeutel einfrieren. So hält er sich 3–5 Monate und du kannst ihn scheibenweise im Toaster auftauen.
Bist du Team mit Rosinen oder Team ohne Rosinen? Verrate es mir in den Kommentaren!












Super Rezept, schnell einfach und sehr lecker
Das freut mich sehr :D
Ich habe wirklich noch nie einen so fluffigen Hefezopf gegessen! Der Unterschied ist wirklich, den Teig möglichst lange zu kneten. Das hätte ich mir nie gedacht!
Also das REZEPT IST KÖSTLICHST!!!
Ich möchte es allerdings auch mit der halben Menge Hefe versuchen – hast du das auch versucht? Ist ja doch verhältnismäßig viel. Aber wenn das der Grund ist, dass der Zopf soooo gut ist, dann ist es mir das auch Wert.
Auf alle Fälle mega fluffig, saftig und weich.
Liebe Sara,
vielen vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und die tolle Bewertung!
Die hälfte der Hefe funktioniert auch. Allerdings hat der Teig dann eine längere Gehzeit. Wann immer ich ausreichen Zeit habe, dann halbiere ich die Hefe auch gerne. Der Teig wird dadurch nochmal ein bisschen zarter, finde ich :)
Ganz liebe Grüße
Annelie