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Pizzateig über Nacht gehen lassen (24 Stunden wie beim Italiener)

Autorin: Annelie Ulrich

Veröffentlicht:

Aktualisiert:

4,83 von 29 Bewertungen
1 day 15 Minuten
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Was macht eine wirklich gute Pizza aus? Knuspriger Rand, ein hauchdünner Boden, aromatische Tomatensoße und herrlich geschmolzener Mozzarella – so muss die perfekte Pizza sein. Ich zeige dir, wie du die leckerste Pizza ganz einfach selbst backen kannst. Und zwar absolut stressfrei, denn den Pizzateig über Nacht gehen zu lassen, sorgt für den entspanntesten Pizzagenuss aller Zeiten.

Pizzateig über nacht, wie beim italiener.

Als vor ein paar Jahren Andys Pizzaofen bei uns einzog, musste ich mein Pizza-Game im Eiltempo optimieren. Denn für Pizza schon ab Mittag in der Küche zu stehen, war auf Dauer nicht nachhaltig. Ich habe mich also umgeschaut, wie echte Pizzaioli (Pizzabäcker) das machen, und bin darauf gestoßen, dass sie ein Geheimnis haben: Zeit! Italienische Bäcker lassen ihren Pizzateig über Nacht im Kühlschrank ruhen.

12 bis 24 Stunden Gehzeit sind keine Seltenheit. Nur so entsteht der weltbeste Teig mit fluffigem Rand und knusprigem Boden. Außerdem entstresst diese Tatsache das Pizza-Selbermachen ganz enorm. Ich zeige dir heute, wie unkompliziert du diesen Pizzateig am Vortag machen kannst, um dir das Urlaubsgefühl direkt in den heimischen Backofen zu holen.

Der perfekte Pizzateig über Nacht, für eine leckere italienische Pizza.

Darum solltest du Pizzateig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen

  • Kaum Hefe nötig: Wir verwenden nur winzige 2 Gramm frische Hefe.
  • Extrem bekömmlich: Durch die lange, kalte Fermentation haben Stärke und Ballaststoffe Zeit zum Quellen. Der Teig liegt später nicht schwer im Magen.
  • Kein Hefegeschmack: Weil wir so wenig Hefe nutzen und ihr im Kühlschrank super viel Zeit geben, entwickelt der Teig ein großartiges, leicht säuerliches Aroma, schmeckt aber absolut nicht nach Hefe.
  • Perfekt zum Vorbereiten: Du kannst den Teig ganz entspannt am Vortag kneten und ihn sogar bis zu 4 Tage im Kühlschrank lagern.
Der 24 Stunden Pizzateig, ergibt diese leckere Pizza auf dem Brett.

Die 5 magischen Zutaten für Pizzateig

Für den Pizzateig über Nacht brauchst du keine ausgefallenen Dinge, sondern nur absolute Basics:

  • Mehl: Für italienische Pizza wird klassischerweise Tipo-00-Mehl verwendet. Dieses italienische Pizzamehl hat einen hohen Proteingehalt (viel Gluten) und macht den Teig extrem elastisch. Du bekommst es in gut sortierten Supermärkten. Ist es nicht verfügbar, greife zu backstarkem Weizenmehl Type 550.
  • Eiskaltes Wasser: Da wir den Teig lange kneten und er danach in den Kühlschrank wandert, muss das Wasser eiskalt sein! Verwendest du lauwarmes Wasser, geht die Hefe zu schnell auf und der Teig fällt später zusammen.
  • Frische Hefe: 2 Gramm (etwa die Größe einer kleinen Erbse) genügen für 400 g Mehl!
  • Salz: Für den Geschmack und die Teigstabilität.
  • Olivenöl: Es macht den Teig geschmeidig und den Boden knusprig.
Ein Stück Pizza, saftig wie beim Italiener.

3 Schritte zur perfekten Pizza

  • Schritt 1: Kneten und Ruhen (die Stockgare) Aus allen Zutaten wird ein extrem glatter Teig geknetet. Dabei soll sich möglichst viel Gluten (das Klebereiweiß) bilden. Eine Knetzeit von 10 Minuten in der Küchenmaschine ist daher sehr zu empfehlen. Den fertigen Teig formst du zu einer straffen Kugel, deckst ihn luftdicht ab und lässt diesen Pizzateig über Nacht (ideal sind 24 Stunden) im Kühlschrank gehen.
  • Schritt 2: Portionieren und Temperieren (die Stückgare) Etwa eine bis zwei Stunden, bevor du die Pizza backen möchtest, holst du den Teig aus dem Kühlschrank. Teile ihn in 4 gleich große Portionen, forme sie zu runden Kugeln und lass sie abgedeckt bei Raumtemperatur entspannen. So wird der Teig wieder weich und lässt sich später mühelos ausbreiten. In dieser Zeit kannst du den Backofen (mit Pizzastein, falls vorhanden) auf die Maximaltemperatur vorheizen.
  • Schritt 3: Das Nudelholz-Verbot! Jetzt ist Handarbeit gefragt! Verwende niemals ein Nudelholz, sonst drückst du die hart erarbeiteten Luftblasen aus dem Teig. Drücke den Teigling zunächst mit den Fingern platt. Ziehe ihn dann mit beiden flachen Handflächen sanft auseinander und rotiere den Teig dabei. Lasse am Rand immer etwa 1 bis 2 cm unangetastet – das wird später der fluffige Cornicione (Pizzarand)!

Pizzateig über Nacht gehen lassen (24 Stunden wie beim Italiener)

Rezept für original italienischen Pizzateig, der über Nacht im Kühlschrank aufgehen darf. Damit bäckst Du Pizza wie beim Italiener. Rezept mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und vielen Tipps für die leckerste Pizza aus dem heimischen Backofen.
Autor: Annelie

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4,83 von 29 Bewertungen
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Vorbereitung 10 Minuten
Ruhezeit 1 day
Koch-/Backzeit 5 Minuten
Gesamtzeit 1 day 15 Minuten
Anzahl Personen 4 Pizzas

Zutaten 

Zutaten für den Teig: 

  • 400 g Weizenmehl Tipo 00 oder Typ 550
  • 8 g Salz
  • 2 g Hefe frisch
  • 30 ml Olivenöl
  • 220 ml Wasser kalt bis lauwarm

Pizzasauce:

  • 400 g Tomaten am besten San Marzano
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • ½ TL Oregano

Belag:

  • Mozzarella
  • Basilikum
  • Sardellen
  • Pilze usw. nach Wunsch

Anleitung 

  • 400 g Weizenmehl in eine große Rührschüssel geben. 2 g Hefe in kleine Stücke reißen und zum Mehl geben. 30 ml Olivenöl und 220 ml Wasser hinzufügen und mit der Küchenmaschine, einem Handrührgerät oder den Händen für mindestens 10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig kneten. Sobald der Teig knetet 8 g Salz mit in die Schüssel geben.
  • Sobald ein glatter, weicher Teig entstanden ist zu einer Kugel formen und gut zugedeckt für mindestens 12 Stunden in den Kühlschrank stellen. Gerne auch für mehrere Tage im Kühlschrank aufgehen lassen.
  • Eine Stunde vor dem Pizza backen den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und aus der Schüssel holen. In 4 gleich große Teile aufteilen, jeweils zu einer Kugel formen und auf ein gut bemehltes Brettchen legen. Mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort für etwa 1 Stunde aufgehen lassen. Derweil auch den Backofen auf mindestens 250 °C vorheizen. Wer möchte kann einen Pizzastein oder Pizzastahl zum backen der Pizzas verwenden.
  • Je einen Teigling mit etwas Mehl mit den Händen zur Pizza formen. Zunächst zu einem platten Fladen formen und dann nach und nach mit den flachen Händen auseinander ziehen. Dabei den Rand etwas dicker lassen.
  • Pizza dann ganz nach Belieben mit passierten Tomaten, Mozzarella, Sardellen, Pilzen usw. belegen.
  • Mit Hilfe eines Pizzaschabers die Pizza in den vorgeheizten Backofen verfrachten. Dort etwa 3-5 Minuten backen bis der Käse geschmolzen ist und der Rand goldbraun gebacken ist.
    Mein Tipp: ungebacken lässt sich Pizza besonders gut manovrieren, wenn Du sie vor dem Belegen auf einen Pizzaschieber oder ein Holzbrett legst auf dem etwas Grieß verteilt wurde. Am Besten verwendest Du Hartweizengrieß. Die kleinen Grießkörner wirken wie winzige Rollen und sorgen dafür dass die Pizza problemlos in den Ofen befordert und wieder heraus geholt werden kann. Auch Anbacken im Ofen wird vorgebeugt.
  • Pizza aus dem Backofen nehmen, nach Wunsch mit Baslikum, frischen Kräutern oder Rucola garnieren. Auch geräuchertes Fleisch wie Parmaschinken oder Räucherlachs solltest du erst nach dem Backen auf die Pizza geben. Dann direkt frisch gebacken servieren.

Tipps

Trockenhefe: Zwar funktioniert das Rezept vor allem mit Frischhefe hervorragend, jedoch kannst Du anstelle der Frischhefe auf 1 g Trockenhefe verwenden.
Haltbarkeit: Du kannst den Pizzateig bis zu 5 Tagen im Kühlschrank aufgehen lassen, bevor Du ihn verarbeiten solltest. Die lange aufgehzeit schadet dem Teig nicht. Im Gegenteil, die fertige Pizza wird aromatischer.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 445 kcal
Fett 8 g
Zucker 3 g
Eiweiß 11 g
Kohlenhydrate 81 g
Hast Du mein Rezept ausprobiert?Bewerte das Rezept!

FAQ: Häufige Fragen zum Pizzateig

Kann ich auch Trockenhefe verwenden?

Zwar funktioniert das Rezept vor allem mit Frischhefe hervorragend, jedoch kannst du auch auf Trockenhefe zurückgreifen. Verwende in diesem Fall ca. 1 g Trockenhefe (das ist etwa ¼ Teelöffel) und vermische sie vorab gründlich mit dem Mehl, damit sie sich gut verteilt.

Wie lange hält sich der Teig im Kühlschrank?

Du kannst den Pizzateig problemlos bis zu 4 oder 5 Tage im Kühlschrank reifen lassen, bevor du ihn verarbeitest. Die lange Aufgehzeit schadet dem Teig nicht. Im Gegenteil: Die fertige Pizza wird mit jedem Tag noch aromatischer und wirft beim Backen noch tollere Blasen.

Bist du Team Pizzaofen oder Backofen? Verrate es mir in den Kommentaren!

Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

32 Gedanken zu „Pizzateig über Nacht gehen lassen (24 Stunden wie beim Italiener)“

  1. 5 Sterne
    Super knuspriger Pizzateig!! Wird nach ein paar Tagen im Kühlsxhrank noch besser und noch bekömmlicher! Danke für ds tolle Rezept.

    Antworten
  2. 5 Sterne
    Dieses Pizzateig Rezept ist für mich das Beste ,was ich jemals gemacht habe.Schmeckt sehr vorzüglich und lässt sich toll vorbereiten.Habe mir diesen Sommer einen Outdoor Pizzaofen gekauft und es ist sehr schön mit lieben Menschen einen Pizzaabend zu machen.Das Rezept kommt bei allen gut an!!!

    Antworten
  3. 5 Sterne
    Auf der Suche nach einem guten und einfachen Pizzateig Rezept bin ich auf deins gestoßen.
    Gleich der erste Versuch war für eine Geburtstagsparty und mit 17 Pizzen
    ein voller Erfolg.
    Es ist einfach und super lecker. Meistens mache Teig am Wochenende für die Woche und kann dann spontan was daraus machen.
    Nicht nur Pizza auch Pizzataschen oder Brötchen gelingen damit. Tolles Rezept für viele Möglichkeiten.
    Danke dafür

    Antworten
    • Vielen Dank für das tolle Feedback! Du hast absolut recht, der Teig ist ein echter Allrounder!

      Ganz liebe Grüße
      Annelie

  4. 5 Sterne
    Liebe Annelie,

    diese Website habe ich zufällig entdeckt. Richtig super! Vielen Dank für das Rezept und die vielen Tipps. Besonders das Konzept, weniger Hefe und längere Teigführung macht m. E. den Unterschied einer guten vs. einer alltäglichen aus. Das ist ein Tipp, den man sich wirklich wünscht. Ich gestehe allerdings, dass ich den Teig länger, als nur über Nacht, habe aufgehen lassen (72 Stunden). Das Ergebnis ist super.

    Vielen Dank.
    LG, Frank

    Antworten
    • Hallo Frank, das freut mich wirklich sehr! Auch, dass das Konzept aus Zeit und Hefe dir so zusagt. Das ist aus meiner Sicht auch der Schlüssel! Das gilt übrigens nicht nur für Pizzateig, sondern für alle herzhaften Hefeteige. Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit dem Rezept und beim Pizzaessen :D
      Liebe Grüße
      Annelie

    • Liebe Leni,

      das hängt natürlich auch ein bisschen vom Backofen ab. Bei Pizza solltest du immer auf Sicht backen. Aber ja, in unserem Backofen brauchen die Pizzas bei >250 °C im Schnitt 5 Minuten. Der Teig ist sehr dünn und die Pizzas auch nicht sehr dick belegt. Bei dickerem Belag sind es ggf. ein paar Minuten mehr. In einem richtigen Pizzaofen genügen sogar 2-3 Minuten.

      Liebe Grüße
      Annelie

    • Hallo Achim,
      das würde ich nicht empfehlen, denn der Teig geht sehr stark auf und vermutlich würde aus dem vorportionierten Teig wieder ein großes Ganzes. Das doppelte Aufgehen ist wichtig für die perfekte Konsistenz :)
      Liebe Grüße
      Annelie

    • 5 Sterne
      Unser liebstes Pizza-Rezept. Wir haben es schon zig mal gemacht, es hat immer super geklappt. Die Pizza wird bei uns auf dem Grill mit einem Pizzastein gebacken. Schmeckt wie beim Italiener. Die Gäste sind auch begeistert. Volle Punktzahl!!!

    • Liebe Birte,

      tatsächlich funktioniert beides. Meist lasse ich ihn erst ein bisschen aufgehen bzw. friere eher übrigen Teig ein. Aber es sollte auch nichts dagegen sprechen, den Teig direkt nach der Zubereitung einzufrieren.

      Ganz liebe Grüße
      Annelie

    • Hallo Stefanie,

      vielen Dank für die Frage! Ich brösle die Hefe einfach so hinein, das funktioniert immer wunderbar. Mit Auflösen machst du aber nichts verkehrt.

      Ganz liebe Grüße
      Annelie

  5. Hallo Annelie,
    mein Teig ist jetzt seit 20 Stunden im Kühlschrank und ist nicht aufgegangen. Woran kann das liegen?
    Ich habe für die doppelte Teig enge ca. 5gr. frische Hefe genommen.

    Antworten
    • Liebe Anja,
      hm, das klingt eigentlich absolut richtig. Ich habe genau dasselbe letztes Wochenende auch gemacht. Tatsächlich ist es nicht so, dass der Teig wahnsinnig stark aufgeht wie du es vielleicht von klassischen Hefeteigen kennst. Es ist eher ein zaghaftes Aufgehen und es bilden sich eher kleine Luftblasen. Am besten formst du ihn wie im Rezept beschrieben zu Portionen und lässt diese bei Raumtemperatur aufgehen. Ansonsten könnte es nur daran liegen, dass die Hefe nicht mehr lebendig war. Ich hoffe, es klappt trotzdem!
      Ganz liebe Grüße
      Annelie

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