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Küchen-Basics: Was du wirklich brauchst (und was nicht) – mein ehrlicher Guide

Autorin: Annelie Ulrich

Veröffentlicht:

Küchengeschäfte und die Abteilung für Kochzubehör sind wie Spielzeugläden für Foodies, aber was brauchst du wirklich? Überall locken glänzende Helferlein, die versprechen, unser Leben einfacher, unsere Gerichte schöner und uns selbst zu besseren Köchen zu machen. Ich kenne das nur zu gut und stöbere liebend gerne durch solche Geschäfte. Egal ob im In- oder Ausland, du findest mich wahlweise im Supermarkt oder beim Küchenzubehör. 

Alle Küchenutensilien  auf dem Tisch.

Glaub mir, ich hatte sie alle: den Eiertrenner, den Avocado-Schneider, den Kirschentkerner für die eine Woche im Jahr. Das Ergebnis? Überfüllte Schubladen und Gadgets, die nach einmaliger Benutzung Staub ansetzen. Es hat Jahre gedauert, aber ich habe gelernt: Du brauchst keine 100 Werkzeuge, sondern nur eine Handvoll richtig guter.

In diesem umfassenden Guide teile ich meine hart erarbeitete Liste der Dinge, die in meiner Küche täglich im Einsatz sind und sich als absolut unverzichtbar erwiesen haben. Ich zeige dir, in welche Basics sich eine Investition wirklich lohnt und welche du getrost im Regal stehen lassen kannst, um Platz und Geld zu sparen.

Ein paar Töpfe gestapelt.

Meine Philosophie: Qualität vor Quantität und Multifunktionalität ist Trumpf

Bevor wir in die Checkliste einsteigen, starten wir aber erst mal mit meinen zwei Grundprinzipien, die mir geholfen haben, meine Küche besser auszustatten. Und dabei deutlich verschlanken. 

  1. Investiere in das, was du täglich anfasst: Dein Geld ist am besten in den Dingen angelegt, die du täglich in der Hand hast. Ein wirklich gutes Messer, das perfekt in deiner Hand liegt, ein solides Schneidebrett, auf dem das Schneiden Spaß macht, und eine gute Allround-Pfanne verändern deine Art zu kochen fundamental. Hier lohnt es sich, einmal etwas mehr auszugeben, anstatt dreimal billig zu kaufen.
  2. Multifunktionalität schlägt Spezialisierung: Warum einen Spargeltopf kaufen, wenn ein großer Nudeltopf den Job genauso gut macht? Ich setze auf Werkzeuge, die viele Aufgaben erfüllen. Ein gusseiserner Schmortopf (Dutch Oven) zum Beispiel ist perfekt für Eintöpfe, aber ich backe darin auch mein bestes Brot, brate Gemüse scharf an oder koche eine große Portion Bolognese. Sei immer skeptisch bei Geräten, die nur eine einzige, sehr spezifische Aufgabe erledigen – meist ist ein gutes Messer die schnellere und einfachere Lösung.

Die unverzichtbaren Werkzeuge: Meine Top-Empfehlungen nach Kategorien

Diese Dinge brauchst du wirklich. Sie bilden das Fundament einer gut ausgestatteten Küche. 

Vier verschieden große Messer.

Zum Schneiden & Vorbereiten – das Fundament jeder Küche

  • Messer: Wenn du nur in eine Sache investieren willst, dann in ein gutes Messer. Du brauchst keinen riesigen Messerblock. Drei Messer decken 99 % aller Aufgaben ab:
  • Ein gutes Kochmesser (ca. 20–30 cm Klingenlänge): Dein absoluter Allrounder zum Schneiden von Gemüse, Fisch und zum Hacken von Kräutern. Nimm es in die Hand, es muss sich gut anfühlen und sollte gut ausbalanciert sein. Heißt, weder Klinge noch Griff sind bemerkenswert schwer. Ich empfehle ein kleineres und ein größeres Kochmesser, weil eines eigentlich immer dreckig ist.
  • Ein kleines Schälmesser/Gemüsemesser: Für feine Arbeiten, zum Schälen von Äpfeln, Putzen von Pilzen oder Entfernen von Kerngehäusen. 
  • Ein Brotmesser mit Wellenschliff: Nicht nur für knuspriges Brot, sondern auch ein Geheimtipp für große Früchte mit fester Schale (wie Ananas) oder empfindliche Tomaten.
  • Schneidebretter: Ich empfehle dringend, mindestens zwei zu haben, um Kreuzkontamination zu vermeiden.
  • Ein großes massives Holzbrett (z.B. aus Eiche oder Bambus) für Gemüse, Obst und Brot. Es ist schön, robust und schont die Messerklingen.
  • Ein separates, kleines Holzbrett, das ich vor das schnelle Schnippeln zwischendurch verwende, findest du außerdem ebenfalls in meiner Küche. Außerdem habe ich ein Brett, das sich sowohl zum Schneiden als auch zum Servieren eignet. Von Kunststoffbrettern bin ich aus mehreren Gründen kein Fan. Erstens sind wir nachweislich unhygienischer, weil sich in Mikrokratzern Bakterien ansiedeln können, während Holz eine selbstdesinfizierende Wirkung hat. Außerdem halten sie meiner Erfahrung nach deutlich weniger lange als Holzbretter. Durch den immer entstehenden Abrieb beim Schneiden gerät außerdem Mikroplastik ins Essen. Ich persönlich bevorzuge also Holzbretter oder im Zweifel eine Schneideunterlage aus Glas oder Keramik. 
  • Messen & Wiegen: Für die Gelinggarantie beim Backen ist eine digitale Küchenwaage absolut unerlässlich und eine meiner wichtigsten Empfehlungen! Ergänzend sind ein Set Messlöffel und ein Messbecher praktisch für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle in der Küche. Bei den Messbechern kann ich eine Variante aus Glas, die hitzebeständig ist, empfehlen. So kannst du auch Soßen darin anrühren oder eine Brühe darin abgießen. 

Zum Kochen & Braten – Die Hitze-Helden

Zwei Pfannen auf dem Tisch.

Pfannen: Auch hier reichen zwei exzellente Stücke für den Start:

  • Eine gut eingebrannte Gusseisenpfanne: Sie hat eine unschlagbare Antihaftwirkung, die mit jeder beschichteten Pfanne locker mithalten kann. Nur dass diese Beschichtung mit der Zeit ganz natürlich entsteht. Denn beschichtete Pfannen musst du regelmäßig austauschen, was bei einer solide eingebrannten Gusseisenpfanne nicht der Fall ist. Sie ist mein Favorit zum scharfen Anbraten, für die leckersten Röstaromen und für alles, was leicht fest bäckt wie Fisch, Eier oder Pfannkuchen. 
  • Eine Edelstahlpfanne: Für Soßen aller Art, die ich meiner gut eingebrannten Gusseisenpfanne nicht antun will, verwende ich meine Edelstahlpfanne. Auch sie hat bei richtiger Handhabung gute Anti-Haft-Eigenschaften. Ich mag sie außerdem, weil sie extrem langlebig ist und hohe Temperaturen aushält. Je nach Griffmaterial kann sie sogar in den Backofen. 
Vier verschieden farbene Töpfe auf dem Tisch.

Töpfe: Ein gutes Set aus drei Töpfen deckt fast alles ab:

  • Ein kleiner Topf (ca. 1,5 Liter) für Saucen, zum Schmelzen von Butter oder zum Kochen eines einzelnen Eis. Die kommen in meiner Küche so häufig zum Einsatz, dass ich als Grundausstattung sogar zwei Töpfe in dieser Größe empfehle. Super praktisch sind auch Stilkasserolen. 
  • Ein mittlerer Topf (ca. 3-4 Liter) – der Allrounder für Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Suppen für 2-4 Personen.
  • Ein großer Schmortopf/Dutch Oven (ca. 5-6 Liter): Ideal für Eintöpfe, Gulasch, große Mengen Suppe oder zum Brotbacken. Am besten aus Gusseisen, da er die Wärme perfekt speichert und auch in den Ofen darf.

Was das Material der Töpfe betrifft, halte ich es auch hier beschichtungsfrei und verwende entweder Gusseisen mit Emaille oder Edelstahltöpfe. 

Alle Utensilien zum Backen.

Zum Backen – Die süßen Essentials

Basierend auf meinem persönlichen Backverhalten und den Rezepten hier auf dem Blog kommst du mit dieser Grundausstattung sehr weit:

  • Eine Kastenform (ca. 30 cm) für Rührkuchen.
  • Eine gute Springform (26 cm ist ein vielseitiger Standard), ich persönlich habe aber lieber 20 cm, weil wir meist nur 2-4 Personen sind und ich deswegen lieber kleinere Kuchen und dafür häufiger frisch backe. Deswegen kann ich beide Varianten als Grundausstattung empfehlen.
  • Ein 12er-Muffinblech.
  • Mindestens eine große Rührschüssel.
  • Ein zuverlässiger Handmixer mit Knethaken. Eine Küchenmaschine brauchst du absolut nicht. Die ist nur dann sinnvoll, wenn du wirklich eine begeisterte Bäckerin bist und auch sehr gerne schwere Teige wie Hefeteig oder Brotteig verwendest. 
  • Ein guter Teigschaber aus Silikon („der letzte Rest Teig gehört dir!“).
Kleine Kochhelfer für den Alltag.

Die kleinen, aber mächtigen Helfer – meine täglichen Favoriten

Sie werden oft übersehen, machen das Leben aber deutlich leichter. 

  • Ein guter Sparschäler: Mein Favorit ist die Y-Form, damit geht es am schnellsten. Tatsächlich habe ich meinen Sparschäler aus Japan mitgebracht. Er war ein Geschenk zum Messerkauf und hat einfach die allerbeste Qualität. Die Klinge ist so gut, dass ich ihr sogar schon einen neuen Körper gekauft habe, als der alte nach 4 Jahren an Materialermüdung “gestorben” ist. 
  • Eine stabile Küchenzange: Zum Wenden von Fleisch, Servieren von Salat, Herausfischen von Nudeln… ich benutze sie ständig und habe deshalb sowohl eine breite als auch eine Version, die aussieht wie eine große Pinzette zu Hause. Beide haben bei mir ständigen Einsatz. 
  • Ein feines Sieb: Zum Passieren von Saucen, Abspülen von Quinoa oder als Puderzuckerstreuer. Meist gibt es gleich ein Set aus 3 Sieben, das ist recht praktisch, aber kein Muss. 
  • Ein Schneebesen: Für Vinaigrettes oder zum Aufschlagen von Eiern. Auch hier empfehle ich groß und klein, denn für Dressings und Co. ist der kleine Schneebesen häufig praktischer. 
  • Eine Microplane-Reibe/Zestenreißer: Ein absoluter Game-Changer für feinsten Zitrusabrieb, harten Parmesan oder frischen Ingwer und Knoblauch.
  • Kochlöffel und Pfannenwender: Achte auch hier auf Qualität. Holzkochlöffel aus festen Materialien (Olivenholz) halten sehr lange. In Sachen Pfannenwender liebe ich meinen Edelstahl-Pfannenwender, der eigentlich speziell für Fisch gedacht ist, mit dem man aber so präzise arbeiten kann, dass er einfach ständig zum Einsatz kommt. 
  • Schöpflöffel: Zwar kein Muss, bei mir aber trotzdem ständig im Einsatz. Klar geht es ohne, aber mit lassen sich Suppen, Soßen und Co. einfach besser verteilen – und zwar auf den Tellern und nicht in der Küche und auf dem Boden. 
Alle meine Kochutensilien.

Deine Starter-Checkliste für die perfekte Küche

Um es dir noch einfacher zu machen, hier eine Checkliste zum Abhaken:

Phase 1: Die absoluten Must-Haves (Damit kannst du fast alles kochen)

  • [ ] 1-2 gute Kochmesser (ca. 20 cm)
  • [ ] Kleines Gemüsemesser
  • [ ] 1 Holzschneidebrett, 1 separates Schneidebrett für Fleisch/Fisch (z.B. kleineres Holzbrett oder Glas)
  • [ ] 1 große Pfanne (Gusseisen)
  • [ ] 1 mittlerer Kochtopf mit Deckel
  • [ ] Digitale Küchenwaage
  • [ ] Rührschüssel
  • [ ] Kochlöffel & Teigschaber

Phase 2: Die erste sinnvolle Erweiterung (Für mehr Koch- und Backvergnügen)

  • [ ] Brotmesser mit Wellenschliff
  • [ ] 1-2 Schöpflöffel
  • [ ] Edelstahlpfanne
  • [ ] Großer Schmortopf & kleiner Saucen-Topf
  • [ ] Handmixer
  • [ ] Küchenzange & Schneebesen
  • [ ] Feines Sieb & Sparschäler
  • [ ] Kastenform & Springform
Der Löffel mein Lieblingshelfer in der Küche.

Mein liebstes Küchenutensil

Wenn ich mich jedoch für ein Utensil in meiner Küche entscheiden müsste, das ich allen anderen vorziehe, dann wäre das keines der oben genannten. Es wären ganz schlicht und einfach Esslöffel. Sie sind meine geheime Liebe und größter Allrounder. Egal ob zum Portionieren, Abmessen, Umrühren, Zerteilen, Unterheben oder natürlich zum Essen – ohne Esslöffel geht bei mir einfach gar nichts. 

Du siehst, du brauchst keine überladene Küche, um fantastische Gerichte zu zaubern. Beginne mit wenigen, hochwertigen Basics, die sich gut in deiner Hand anfühlen, und erweitere deine Sammlung nach und nach mit Dingen, die du wirklich liebst und nutzt. Was ist dein absolut unverzichtbares Werkzeug in der Küche, auf das du niemals verzichten könntest? Ich bin so gespannt auf deine Geheimtipps in den Kommentaren!

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Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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