Dieses Pesto Calabrese ist die feurig-cremige rote Schwester des klassischen grünen Pestos: Statt Basilikum und Pinienkernen bildet geröstete rote Paprika die Basis – dazu cremiger Ricotta, würziger Pecorino und die typische kalabrische Chilischärfe. Das Ergebnis ist ein rauchig-süßliches, leicht scharfes Pesto, das auf Pasta, als Dip oder auf frischem Brot eine Wucht ist.

Pesto hat mir schon öfter das Leben gerettet. Und zwar sowohl in Form von schneller Pasta als auch als Aromabombe für Wraps, Bruschetta und Co. Pesto Calabrese war dabei schon immer eines meiner liebsten, das ich aber bis vor Kurzem immer fertig gekauft habe. Dabei weiß ich natürlich, dass Pesto selbst gemacht am besten schmeckt.
Allerdings war es gar nicht so einfach, die richtige Mischung an Zutaten zu finden. Denn bei Pesto Calabrese ist weit mehr „erlaubt“ als beim Pesto Genovese. Was wirklich reingehört – und was nicht – verrate ich dir gleich. Ich habe mich durchprobiert und ein tolles Rezept entwickelt, das einfach grandios lecker schmeckt. Also ran an die Paprika!

Was ist Pesto Calabrese? (Und was es besonders macht)
Pesto Calabrese stammt – der Name verrät es – aus Kalabrien, der Region an der „Stiefelspitze“ Italiens. Anders als das ligurische Pesto Genovese lebt es nicht von Basilikum, sondern von den Zutaten, die in Kalabrien in Fülle wachsen: süße rote Paprika, Chili und Ricotta von den Schaf- und Ziegenherden der Region.
Der wichtigste Unterschied zum grünen Pesto: Pesto Calabrese ist eines der wenigen italienischen Pestos ganz ohne Basilikum. Wer die grüne Variante liebt, findet hier mein Pesto Genovese – die beiden bilden ein wunderbares rot-grünes Pesto-Duo.
(Kleine Einordnung für Genießer: Pesto Calabrese ist kein jahrhundertealtes Traditionsrezept, sondern eine modernere Kreation mit typisch kalabrischen Zutaten – heute so beliebt, dass es sogar fertig im Supermarkt steht. Selbst gemacht schmeckt es aber unvergleichlich besser.)

Was wirklich in ein Pesto Calabrese Rezept gehört (und was nicht)
Hier kursieren die wildesten Varianten – deshalb einmal Klartext, woraus ein echtes Pesto Calabrese besteht:
Der unverzichtbare Kern:
- Geröstete rote Paprika: die Hauptzutat und Geschmacksbasis – süßlich, rauchig, cremig.
- Ricotta: macht das Pesto cremig und mild (statt der Härtekäse-Basis beim Genovese).
- Chili: die kalabrische Seele – am besten Peperoncino/Calabrian Chili, sonst normale Chili oder Flocken.
- Pecorino (oder Parmesan): für die salzig-würzige Tiefe.
- Tomaten, rote Zwiebeln, Oregano, Olivenöl: runden das Ganze ab.
Was NICHT reingehört:
- Kein Basilikum: Das ist Pesto Genovese – ein anderes Pesto. Basilikum macht aus dem Calabrese kein Calabrese mehr.
- Keine Pinienkerne als Hauptzutat: Auch das ist die Genovese-Logik.
Was optional und regional variiert:
- Mandeln: In Süditalien sehr verbreitet – wer mag, gibt eine Handvoll geröstete Mandeln dazu (für Reichhaltigkeit und Biss). Sie machen das Pesto reichhaltiger.
- Aubergine: Manche kalabrische Versionen verwenden gegarte Aubergine für extra Cremigkeit. Ich lasse sie bewusst weg, weil ich die geröstete Paprika im Fokus halten möchte – aber es ist keine „falsche“ Zutat, sondern eine regionale Variante.
- Getrocknete statt frische Tomaten: Sie sorgen für ein intensives Aroma. Ich verwende sie gerne im Herbst und Winter, wenn es keine aromatischen frischen Tomaten zu kaufen gibt.

Der wichtigste Schritt: die Paprika richtig rösten
Das Rösten (und Häuten) der Paprika ist das Herzstück – hier entstehen das Röstaroma und die cremige Textur. So geht’s:
- Halbieren und rösten: Die Paprika halbieren, mit der Schnittseite nach unten aufs Blech legen und unter dem Backofengrill rösten, bis die Haut Blasen wirft und schwarz wird.
- Ausdampfen lassen: Die heißen Paprika in eine Schüssel geben, mit Deckel oder Teller abdecken und ca. 10 Minuten ausdampfen lassen. Der Dampf löst die Haut.
- Häuten: Die Haut lässt sich jetzt ganz einfach abziehen. Kerngehäuse entfernen, Paprika grob hacken.
Warum das Häuten wichtig ist: Die verkohlte Haut würde das Pesto bitter und die Textur unangenehm machen. Nach dem Ausdampfen löst sie sich fast von allein – dieser kleine Schritt macht den Unterschied zwischen „gut“ und „wie in Italien“.

So verwendest du Pesto Calabrese
Das Schöne an diesem Pesto ist seine Vielseitigkeit:
- Als Pasta-Soße: mit etwas Nudelwasser cremig gerührt – klassisch zu Fusilli oder Penne.
- Als Dip: zu Brot, Grissini oder Gemüsesticks.
- Auf Bruschetta/Crostini: als Aufstrich ein wunderbarer Antipasto.
- Zu Gegrilltem: als würzige Soße zu Gemüse, [Halloumi] oder Grillspießen.
- Auf Pizza oder in Sandwiches: statt Tomatensoße.
Ein ideales Vorrats-Pesto: Vorbereiten, Aufbewahren, Einfrieren
- Im Kühlschrank: Hält gut abgedeckt zwei bis drei Tage (mit einer dünnen Schicht Olivenöl obendrauf noch etwas länger).
- Einfrieren: Hervorragend, zwei bis drei Monate. Praktisch in Portionen (z. B. im Eiswürfelbehälter) einfrieren – so hast du immer eine Portion für schnelle Pasta parat.
Pesto Calabrese – das authentische Rezept
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- 400 g rote Paprika entspricht 2-3 Paprikaschoten
- 100 g Kirschtomaten
- 1 rote Zwiebel
- 1-2 Chilischoten
- 100 g Ricotta
- 50 g Pecorino frisch gerieben
- 1 TL Oregano getrocknet, gerebelt
- 3-4 EL Olivenöl
- Salz nach Geschmack
- Zitronensaft 1-2 Spritzer je nach Geschmack
Anleitung
- Halbiere die Paprika im Ganzen, lege sie mit der Schnittseite nach unten auf ein Backblech und röse sie im Grill des Backofens bis die Haut blasen wirft und schwarz wird. Lege die heißen Paprika in eine Schüssel die du mit einem Deckel oder einem Teller zudeckst und lass sie ca. 10 Minuten ausdampfen. Löse dann die Haut der Paprikas vorsichtig ab, das sollte ganz einfach gehen. Entferne das Kerngehäuse und hacke die Paprika grob.
- Hacke auch die Kirschtomaten, rote Zwiebel und die Chilischoten grob. Gib die Zutaten zusammen mit 1 EL Olivenöl in eine Pfanne und brate Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Chili so lange kräftig an, bis sämtliche Flüssigkeit verdampft ist und die Zutaten anfangen, Farbe zu bekommen.
- Gib nun Paprika, Tomaten, Zwiebel und Chilis zusammen mit Ricotta, Pecorino und Oregano in ein Mixgefäß oder den Food-Processor und mixe die Zutaten gründlich. Gieße nach und nach das Olivenöl dazu bis eine cremige Pesto-Konsistenz entstanden ist. Schmecke das Pesto Calabrese mit Salz und Zitronensaft ab.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zum Pesto Calabrese
Pesto Genovese ist grün (Basilikum, Pinienkerne, Parmesan), Pesto Calabrese ist rot (geröstete Paprika, Ricotta, Chili) und leicht scharf. Calabrese kommt komplett ohne Basilikum aus.
Sie ist eine regionale Variante, kein Muss. Manche kalabrische Versionen nutzen gegarte Aubergine für Cremigkeit. In meinem Rezept lasse ich sie weg, damit die geröstete Paprika im Vordergrund steht.
So scharf, wie du magst. Die kalabrische Küche liebt es feurig (Peperoncino), aber du kannst die Chili-Menge frei dosieren – von mild bis richtig scharf.
Ja, unbedingt. Die geröstete Haut würde bitter schmecken und die Textur stören. Nach dem Ausdampfen (10 Min. abgedeckt) lässt sie sich ganz leicht abziehen. Wenn du nicht 100 % der Haut abbekommst, ist das aber auch nicht weiter schlimm. Sie vermengt sich im fertigen Pesto komplett. Wenn der Großteil der Haut weg ist, reicht das vollkommen.
Ja, sehr gut – zwei bis drei Monate. Am besten portionsweise (z. B. in Eiswürfelform), dann hast du immer eine Portion parat.
Ja. Wer ganz sichergehen will, achtet bei Ricotta und Pecorino auf mikrobielles Lab (mancher Hartkäse enthält tierisches Lab).
Team grünes Pesto Genovese oder Team rotes Pesto Calabrese – welches ist dein Favorit? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!








