Engelsaugen landen bei mir ganz klar auf Platz zwei meiner Lieblingsplätzchen – direkt hinter Vanillekipferl. Ich liebe diese Kombination aus zartschmelzendem Mandelteig und dem fruchtigen Gelee-Kern. Sie waren schon immer meine Favoriten auf dem Plätzchenteller.

Dabei läuft das Selberbacken keinesfalls immer glatt: Manchmal sind die Kugeln beim Formen gerissen oder die Marmelade ist im Ofen verbrannt und übergelaufen. Irgendwann hatte ich aber den Dreh raus und kannte alle Tricks und Kniffe, um Omas Rezept perfekt nachzubacken. Ich zeige dir heute nicht nur ihre genialen Zutaten für die zarteste Textur, sondern auch meine liebsten Tipps für das perfekte Formen und Füllen – ganz ohne Risse und Kleckerei.

Die Zutaten: Omas Klassiker für perfekten Geschmack
- Die Basis: Weiche, zimmerwarme Butter, Puderzucker und Mehl.
- Die Textur-Garanten: Wir verwenden nur Eigelb (kein ganzes Ei) und Puderzucker (statt Kristallzucker). Warum? Das Eigelb macht den Teig unglaublich reichhaltig und mürbe. (Das übrige Eiweiß kannst du übrigens perfekt für meine Omas Mandelmakronen oder Kokosmakronen aufbewahren). Der Puderzucker löst sich sofort auf und sorgt für diese unvergleichlich zarte Konsistenz, die auf der Zunge zergeht.
- Das Aroma: Fein gemahlene Mandeln direkt im Teig. Frisch gemahlen schmecken sie natürlich am besten!
- Die Füllung: Verwende für die Füllung glattes Gelee (wie Johannisbeer- oder Quittengelee), keine Konfitüre mit Stücken. Warum? Fruchtstücke verbrennen schnell. Mein Profi-Tipp: Erwärme das Gelee nicht, sondern fülle es kalt mit einem kleinen Löffel oder einem Spritzbeutel in die Mulden. Und fülle sie nur zu 2/3 – das Gelee dehnt sich beim Backen leicht aus!

So einfach geht’s: Schritt für Schritt zu perfekten Engelsaugen
- Teig zubereiten: Schlage die weiche Butter mit Puderzucker, Eigelben und Vanille cremig auf (das geht schnell!). Mische Mehl und Mandeln und knete sie nur kurz unter, bis ein glatter Teig entsteht.
- Kühlen (wichtig!): Der Teig MUSS für mindestens 1 Stunde kühlen, damit er stabil wird.
- Formen & der Trick: Kleine Kugeln formen. In der Hand glatt rollen. Wenn der Teig direkt aus dem Kühlschrank kommt, ist er zu kalt und bricht beim Formen. Mein Tipp: Forme die Kugeln, aber rolle sie dann zwischen den Handflächen 2-3 Sekunden warm und glatt, bevor du die Mulde machst. So wird der Teig geschmeidig und reißt nicht ein. Auf ein Blech setzen und mit einem bemehlten Kochlöffelstiel die Mulden eindrücken.
- Füllen & Backen: Das kalte Gelee einfüllen und die Plätzchen goldgelb backen.

Mein Baukasten: So wandelst du das Rezept ab
- Alternative Füllungen: Probiere sie mal mit Aprikosen- oder Himbeergelee. Auch Lemon Curd ist fantastisch!
- Die „Bestäuben“-Variante: Du kannst sie auch nach dem Backen füllen. Backe sie „leer“, bestäube sie mit Puderzucker und fülle sie dann mit leicht erwärmtem Gelee. Sieht anders aus, ist aber auch lecker!
- Mit Nuss-Rand: Wälze die Kugeln vor dem Backen in gehackten Haselnüssen oder Mandeln.

Einfache Engelsaugen Plätzchen von Oma
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- 150 g weiche Butter
- 75 g Puderzucker
- 1 Prise Salz
- 2 Eigelb Bio, Größe M oder L
- 200 g Weizenmehl Typ 405 oder Typ 550
- 100 g Mandeln gemahlen
- 1 TL Vanilleextrakt
- 5 EL Johannisbeer Gelee oder Quitten Gelee, Brombeermarmelade etc.
Anleitung
- Gib Butter, Puderzucker, Eigelb und Salz in eine Rührschüssel und vermenge sie kurz, bis die Zutaten cremig sind. Gib Weizenmehl, gemahlene Mandeln und Vanille hinzu und verarbeite die Zutaten zu einem glatten Teig.Forme den Teig zu einer Kugel und lass ihn zugedeckt für mindestens 1 Stunde, besser über Nacht im Kühlschrank ruhen.
- Heize den Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vor und belege einige Backbleche mit Backpapier. Nimm den Teig aus dem Kühlschrank und unterteile ihn in Viertel.
- Knete den Teig jeweils kurz geschmeidig und forme ihn zu einem Teigstrang, der etwa den Durchmesser einer Euromünze hat.
- Unterteile den Teig in ca. 1,5 cm breite Teile und forme diese zu einer Kugel.
- Lege die Teigkugeln auf ein vorbereitetes Backblech und stich mit dem Stiel eines Kochlöffels eine Mulde hinein. Achte darauf, nicht ganz durch zu stechen. Fülle die Mulden dann mit Johannisbeergelee.
- Backe die Engelsaugen im vorgeheizten Backofen etwa 12 Minuten, bis sie goldbrau werden und sich gut vom Blech lösen.
Tipps
- Am besten lagerst du die Engelsaugen in einer Keksdose aus Blech an einem kühlen, trockenen Ort.
- Anstelle von Johannisbeergelee kannst du auch Quittengelee oder zum Beispiel Brombeermarmelade verwenden.
FAQ – Deine Fragen zu Engelsaugen
Der Teig war zu kalt oder zu trocken. Rolle die Kugel erst in den Händen warm und glatt, bevor du drückst. Das wirkt Wunder!
Das passiert, wenn man Konfitüre mit Stücken verwendet oder die Mulde zu voll macht. Nimm glattes Gelee und fülle sie nur zu 2/3.
Ja! Das ist eine tolle Alternative. Backe sie mit der Mulde, lass sie abkühlen, bestäube sie mit Puderzucker und fülle sie dann mit leicht erwärmtem Gelee, das beim Abkühlen wieder fest wird.
Ich hoffe, Omas Engelsaugen versüßen auch dir die Weihnachtszeit! Welches ist dein liebstes „Plätzchen mit Füllung“? Verrate es mir in den Kommentaren!












Vielen Dank für die tollen Rezepte! Ich habe eine Frage: Kann man den Teig für die Engelsaugen auch für andere Plätzchen verwenden? Zum Beispiel zum Ausstechen für Spitzbuben?
Liebe Jessica,
der Teig der Engelsaugen eignet sich zum Beispiel für Vanillekipferl, und auch Linzerplätzchen und Spitzbuben kannst du daraus backen. Wenn du Walnüsse statt Mandeln nimmst, kannst du auch die Walnüss-Marzipan Plätzchen damit backen :)
Ganz liebe Grüße
Annelie
Sehr lecker und einfach zu machen. Habe Haselnüsse statt Mandeln verwendet, weil ich keine Mandeln im Haus hatte. Das nächste Mal versuche ich es aber wie im Original ☺️
Oh ja, auch mit Haselnüssen werden die Plätzchen sehr lecker!