Schnelles Glühwein-Rezept für meinen besten Glühwein der Welt. Die Zubereitung dauert nur 15 Minuten. Perfekt für kalte Wintertage!

Seit einigen Jahren ist es bei uns zur Tradition geworden, an den Freitagen im Advent einen kleinen Umtrunk im Garten zu veranstalten. Freunde, Nachbarn, unsere Lieben – alle sind eingeladen und es kommt, wer Zeit hat. Für klassische Weihnachtsmarkt-Leckereien wie gebratene Champignons ist natürlich gesorgt. Und auch den allerbesten Glühwein gibt es jede Woche. Ich mache ihn nämlich selbst. Wenn man sich einmal längs durch die gängigen Supermarktglühweine getrunken hat, dann merkt man schnell, dass sie nicht der Weisheit letzter Schluss sind.
Mein selbst gemachter Glühwein verwendet deshalb richtig leckeren Wein, schmeckt warm, würzig und ist vor allem nicht überzuckert. Ich verrate dir alle Tricks und Tipps, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe.
Was einen wirklich guten Glühwein ausmacht
Es gibt vier wesentliche Dinge, die den Unterschied machen, wenn es um richtig guten Glühwein geht:
- Der Wein ist die Basis und keine Nebensache. Hier einfach billigen Wein mit viel Zucker zu kaschieren ist der gängige Trick der Industrie – und bereits die Wurzel allen Übels. Wir verwenden also einen leckeren Wein, den man auch gerne so trinken möchte. Natürlich muss auch der kein Vermögen kosten.
- Glühwein darf nicht kochen. Ab ca. 78 °C beginnt der Alkohol zu verdampfen und die Gewürze werden bitter. Sanftes Erwärmen hier hier also die viel bessere Herangehensweise.
- Gut Ding will Weile haben. Der Glühwein darf gut und gerne 10-15 Minuten mit den Gewürzen ziehen, gerne auch noch länger. Die niedrigen Temperaturen lösen mit der Zeit das Aroma aus den Gewürzen.
- Nur so viel Zucker wie nötig. Wenn man einen guten Wein als Basis verwendet, dann braucht es auch keine Unmengen Zucker, damit er schmeckt. Wir verwenden ca. 70 g auf 1,5 Liter Wein. Der Wein schmeckt also immer noch nach Wein und nicht nach Sirup.

Der richtige Wein
Hier gibt es tatsächlich keine universell richtige Antwort, denn auch das ist an selbst gemachtem Glühwein so schön: Du kannst einen Wein verwenden, den du auch so gerne magst. Das hebt deinen Glühwein gleich auf ein ganz neues Level und sorgt dafür, dass er überhaupt erst das Potenzial hat, der beste Glühwein der Welt zu werden – Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Ich verwende gerne einen fruchtigen, nicht zu tanninreichen Wein wie Tempranillo, Spätburgunder oder Cabernet Sauvignon. Von schweren, holzfassgelagerten Weinen würde ich tendenziell eher Abstand nehmen, die Tannine treten beim Erwärmen deutlich hervor und werden herb.
Ein mittleres Preissegment reicht übrigens vollkommen, teure Weine verlieren beim Erhitzen ihre Feinheiten, du solltest sie also lieber pur genießen. Ob du einen halbtrockenen oder trockenen Wein wählst, ist übrigens per se egal, bei halbtrockenen Weinen brauchst du jedoch etwas weniger Zucker.

Die Gewürze – ganz statt gemahlen
Verwende nach Möglichkeit ganze Gewürze, denn sie geben ihr Aroma langsam ab und lassen sich auch vollkommen abseihen. Gemahlene Gewürze machen den Glühwein trüb und lassen ihn auch schnell bitter werden.
Meine Glühweingewürze sehen wie folgt aus:
- Zimtstange – sie ist die Basis und darf auf keinen Fall fehlen.
- Nelken – sie sind sehr dominant, weshalb vier auf die Gesamtmenge vollkommen ausreichen, ohne dass der Glühwein übermäßig nach Nelke schmeckt.
- Sternanis – er liefert warme Anisnoten und ist eines meiner liebsten Glühweingewürze!
- Kardamom – der grüne ist blumiger, während der schwarze eher rauchige Noten mitbringt. Probiere dich hier gerne aus und finde heraus, was dir am besten schmeckt.
- Bio-Orangen – da wir hier die Schale brauchen, ist Bio hier nicht verhandelbar.
- Cranberries – sie sind mein kleiner Kniff, denn ihre fruchtige Säure harmoniert wunderbar mit der Süße und Wärme der anderen Gewürze. Ich verwende sie gerne als frische Variante, im Zweifel funktionieren getrocknete Cranberries aber auch.
Glühwein warmhalten und servieren
Zum Trinken ist eine Temperatur von ca. 70 °C ideal für den Glühwein. Auf kleinster Stufe auf dem Herd kannst du den Glühwein gut warmhalten. Für unsere Adventstreffen verwende ich gerne eine mobile Induktionsplatte, die draußen aufgebaut wird. Du kannst aber auch einen Thermobehälter verwenden und ein Slow Cooker lässt sich ebenfalls sehr gut zum Warmhalten umfunktionieren.
Wichtig ist, die Gewürze nach einiger Zeit zu entfernen. Nach 30-40 Minuten sollten sie raus. Ein guter Tipp ist auch, Tassen oder Gläser vor dem Servieren zu erwärmen, so trifft der warme Glühwein nicht auf die kalte Tasse, wodurch er schnell abkühlt. Als Deko noch eine Orangenscheibe und Zimtstange dazu – fertig ist der leckere Winterdrink.

Alkoholfreie Variante
Du kannst das Rezept auch auf Basis von alkoholfreiem Rotwein oder rotem Traubensaft zubereiten. Bei rotem Traubensaft brauchst du vermutlich gar keinen extra Zucker, da er ja recht süß ist. Die Gewürzmischung bleibt aber identisch.
Ich gebe gerne etwas Zitronen- oder Cranberrysaft zum Traubensaft, denn das gleicht die fehlende Säure des Traubensaftes aus.
Aufbewahren & Resteverwertung
Selbst gemachter Glühwein lässt sich sehr gut vorbereiten. Wichtig ist nur, dass du die Gewürze abseihst. Fülle ihn dann wieder in die Ursprungsflasche vom Wein zurück und lagere ihn im Kühlschrank. Dort hält er sich bis zu einer Woche. Vorsichtig wieder erwärmen, damit er nicht kocht.
Wenn du keine Lust mehr auf Glühwein hast und die Reste anderweitig wegmüssen, kannst du sie für den leckersten Glühweinkuchen verwenden oder ein Glühweingelee (mit 3:1 Gelierzucker) daraus kochen, das super gut zu Marmeladenplätzchen passt. Auch ein selbst gemachter Glühweinsirup (einfach mit etwas zusätzlichem Zucker zu einem Sirup reduzieren lassen) schmeckt herrlich.
Mein bestes Glühwein Rezept
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Drucken BewertenZutaten
- 1,5 l Dunkler fruchtiger Rotwein (Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Spätburgunder etc.)
- 2 Bio Orangen
- 1 Zimtstange
- 4 Gewürznelken
- 3 Sternanis
- 5 Kardamom Kapseln
- 70 g Brauner Zucker
- 1 Hand voll Cranberrys
Anleitung
- 1,5 l Dunkler fruchtiger Rotwein in einen mittelgroßen Topf geben. 2 Bio Orangen waschen und in Scheiben und Spalten schneiden und in den Wein geben. 1 Zimtstange, 4 Gewürznelken, 3 Sternanis und 5 Kardamom Kapseln und 1 Hand voll Cranberrys in den Topf geben.
- Bis zu 70 g Brauner Zucker je nach Geschmack dazugeben. Die benötigte Menge hängt vom eigenen Geschmack und dem verwendeten Wein ab. Wein bei kleiner Hitze mit Deckel langsam erwärmen. Er darf nicht kochen.
- Den Glühwein gelegentlich umrühren. Wein heiß aber nicht kochen in der Lieblingstasse servieren und mit den liebsten Menschen genießen.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zum Glühwein
Nein, denn ab 78 °C beginnt der Alkohol zu verdampfen. Eine Temperatur von um die 70 °C ist für Glühwein ideal.
Ich verwende am liebsten einen fruchtigen tanninarmen Rotwein wie Spätburgunder, Cabernet Sauvignon oder Tempranillo. Erlaubt ist aber, was schmeckt – auch Rosé oder Weißwein. Bei Weißwein passe ich jedoch Gewürze an, Zitrone und Vanille harmonieren besser mit dem hellen Wein und ein kleines Stück Ingwer rundet ihn perfekt ab.
10-15 Minuten sind vollkommen ausreichend. Länger als 30-40 Minuten sollten die Gewürze aber nicht ziehen, da sie den Glühwein sonst bitter machen können.
Ja, verwende einfach alkoholfreien Rotwein oder einen roten Traubensaft. Bei Traubensaft bitte den Zucker erst nach Abschmecken dazugeben, häufig braucht man ihn gar nicht. Etwas Zitronen- oder Cranberrysaft gleicht die fehlende Säure aus.
Auf kleinster Stufe auf dem Herd oder in einem Thermosbehälter. Wenn du einen Slow Cooker hast, dann lässt er sich hierfür auch sehr gut zweckentfremden.
Eine Woche im Kühlschrank ist kein Problem. Fülle ihn ohne Gewürze wieder in die Weinflasche zurück, so lagert er sich am einfachsten.
Ja, er zieht dabei sogar noch besser durch. Entferne die Gewürze aber nach 30-40 Minuten, damit er nicht bitter wird.
Du kannst sie zurück in die Flasche füllen und im Kühlschrank lagern, oder du bäckst Glühweinkuchen darauf, kochst ihn zu einem Glühweinsirup ein oder machst ihn zu leckerem Glühweingelee.
Ja, das geht, allerdings sind selbst gemachte Gewürzmischungen meiner Erfahrung nach immer aromatischer. Sie eignen sich übrigens auch sehr gut als selbst gemachtes Geschenk!
Welchen Wein verwendest du gerne als Basis für deinen Glühwein? Verrate es mir in den Kommentaren!







