Kennst du diese Tage, an denen der Kühlschrank gähnend leer ist, es draußen grau und ungemütlich ist und du dringend etwas Warmes im Bauch brauchst? Genau für diese Momente ist meine Tomatensuppe mit Reis gemacht.

Ich bin bekennender Tomatensuppen-Fan. Kein Wunder also, dass sich hier auf Heisse Himbeeren gleich mehrere Rezepte dafür finden. Ich bin nämlich der Meinung, dass einfach nichts über eine aromatische, sämig leckere Tomatensuppe geht. Während ich im Hochsommer, wenn die Tomaten prall und süß sind, nichts lieber esse als meine Tomatensuppe aus frischen Ofentomaten oder die cremige Tomatensuppe zum Grilled Cheese, sieht es im Winter anders aus.
Da ist nämlich Tomaten-Durststrecke. Januar-Tomate ist in meinem Wortschatz gewissermaßen ein Schimpfwort. Denn mal abgesehen davon, dass sie nach nichts schmecken, ist der ökologische Fußabdruck auch eine Katastrophe. Nachdem ich aber trotz Mangel an frischen Tomaten nicht auf Tomatensuppe verzichten kann, brauche ich ein Ass im Ärmel. Meine Tomatensuppe mit Reis! Sie ist ein reines „Vorratskammer-Rezept“. Sie kommt komplett ohne frische Tomaten aus, schmeckt dank ein paar Tricks aber unglaublich aromatisch und ist das ultimative Comfort Food für jede Jahreszeit.

Was macht diese Tomatensuppe so genial?
- Der „Vorrats-Joker“: Zwiebeln, Knoblauch, Passata, Tomatenmark und Reis. Diese Zutaten habe ich (und vermutlich auch du) wirklich immer zu Hause. Du musst dafür nicht einkaufen gehen.
- Sattmacher: Durch den Reis wird aus der leichten Vorspeise ein vollwertiges Hauptgericht, das lange satt macht.
- One-Pot-Wunder: Der Reis gart direkt in der Suppe. Das spart Abwasch und sorgt dafür, dass die Reiskörner das volle Tomatenaroma aufsaugen.
- Ganzjahrestauglich: Egal ob als leichtes Mittagessen im Sommer oder als Seelenwärmer im November – diese Suppe geht immer, weil sie nicht auf saisonales Gemüse angewiesen ist.

Meine Tipps für das perfekte Aroma (ohne frische Tomaten)
Wie bekommt man tiefes, komplexes Aroma in eine Suppe, die nur auf Vorratsprodukten basiert? Hier sind meine 3 Geheimtipps:
- Tomatenmark anrösten (Wichtig!): Dieser Trick gilt immer, wenn bei Rezepten Tomatenmark im Spiel ist, denn die konzentrierte Tomatenpaste legt erst so richtig los, wenn du sie kräftig anbrätst und der Zucker im Mark karamellisieren kann. Wir geben es deswegen zusammen mit den Zwiebeln ins Öl. Die Säure verfliegt und das Aroma wird intensiver. Für die Aromabasis ist dieser Schritt unverzichtbar.
- Die Prise Zucker: Passierte Tomaten können manchmal etwas säuerlich sein. Eine kleine Prise Zucker (oder ein Spritzer Agavendicksaft) wirkt hier wie ein Geschmacksverstärker und balanciert die Säure perfekt aus.
- Die Stärke des Reises: Dadurch, dass der Reis direkt in der Suppe kocht, gibt er Stärke an die Flüssigkeit ab. Das macht die Suppe – auch ganz ohne Sahne – herrlich sämig und „schlotzig“.

Welcher Reis ist für die Tomatensuppe der richtige?
Das ist Geschmackssache, aber es gibt Unterschiede in der Konsistenz:
- Langkornreis / Parboiled Reis: Obwohl ich eigentlich kein Fan von Parboiled Reis bin, ist er hier mein Favorit. Er bleibt auch in der Suppe noch körnig und hat Biss.
- Basmati oder Jasminreis: Geht auch gut, bricht aber beim Kochen etwas auf und ist dadurch nicht mehr so bissfest. Ich würde hier eher zu einer Vollkorn-Variante greifen.
- Milchreis / Risottoreis: Würde ich hier nicht empfehlen, es sei denn, du magst es extrem breiig. Diese Sorten geben sehr viel Stärke ab und machen die Suppe eher zum „Tomaten-Risotto“.

Tomatensuppe mit Reis – einfach und so lecker
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- 2 Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Olivenöl
- 2 EL Tomatenmark
- 1 kg passierte Tomaten
- 100 g Creme Fraiche
- Salz
- Pfeffer
- 100 g Reis Langkorn oder Basmati
- 2 EL gehackte Kräuter z.B. Basilikum, Schnittlauch, Petersilie
Anleitung
- Hacke Zwiebeln und Knoblauch fein und brate beides in einem Topf mit dem Olivenöl an. Gib das Tomatenmark dazu und brate es kurz mit an.
- Lösche den Topf mit den passierten Tomaten ab. Gib etwas Wasser mit dazu, je nachdem wie flüssig deine passierten Tomaten sind. Bringe die Tomatensuppe zum köcheln. Würze sie mit Salz und Pfeffer.
- Füge die Creme Fraiche dazu. Püriere die Tomatensuppe und gib dann den Reis dazu.
- Lass den Reis in der Tomatensuppe köcheln bis er gar ist. Das dauert je nach Reissorte 20-30 Minuten. Schmecke die Tomatensuppe mit Salz und Pfeffer ab und serviere sie mit frischen, gehackten Kräutern.
Tipps
FAQ: Häufige Fragen zur Tomatensuppe mit Reis
Jein. Geschmacklich ist das kein Problem (sie schmeckt aufgewärmt sogar super!). Aber du musst wissen: Der Reis quillt nach. Wenn die Suppe eine Nacht im Kühlschrank steht, wird der Reis sehr viel Flüssigkeit aufsaugen. Die Suppe ist am nächsten Tag eher ein „Tomaten-Reis-Eintopf“.
Lösung: Gib beim Aufwärmen einfach wieder etwas Wasser oder Brühe dazu, bis die Konsistenz passt.
Einfrieren: Der Reis wird nach dem Auftauen sehr weich sein. Wenn dich das nicht stört: Go for it! Wenn du den Reis lieber körnig magst, empfehle ich, diese Suppe frisch zu essen. Alternativ kannst du sie auf Vorrat zubereiten, indem du sie zunächst ohne Reis einfrierst und den Reis erst nach dem Auftauen in die Suppe gibst und ihn dort kochst. Eventuell braucht die Suppe nach dem Auftauen nochmal etwas Wasser, damit die Konsistenz stimmt.
Absolut! Das ist die perfekte Resteverwertung und macht die Tomatensuppe zum Blitzrezept. Da der Reis schon gar ist, gibst du ihn erst ganz zum Schluss in die fertige Suppe und lässt ihn nur noch 2–3 Minuten heiß werden. So bleibt er bissfest.
Da die Suppe eine sehr „neutrale“ Tomatenbasis hat, bist du flexibel:
Italienisch: Basilikum, Oregano, Thymian.
Deutsch/Klassisch: Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel.
Mal anders: Ein Hauch Zimt oder Currypulver macht die Suppe spannend orientalisch.
Wie verfeinerst du die Tomatensuppe mit Reis am liebsten? Verrate es mir in den Kommentaren!










