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Ciabatta Brot backen – original italienisches Rezept für zu Hause

Autorin: Annelie Ulrich

Veröffentlicht:

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1 Stunde 30 Minuten
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Ciabatta ist eines meiner absoluten Lieblingsbrote – und gleichzeitig eines, das mich am Anfang oft frustriert hat. Die flache Form, die offene Porung, die knusprige Kruste: Das klingt simpel, ist aber eine Wissenschaft für sich. Ich zeige dir, wie du richtig gutes Ciabatta Brot selber backen kannst.

Mein Ciabatta Rezept original nach italienischer Zubereitung.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr gerne Brot backe. Mein Roggen-Sauerteigbrot habe ich mittlerweile perfektioniert und auch Bagels und Co. mache ich am liebsten selbst. Weil ich aber eine sehr große Leidenschaft für [Italien] habe, dürfen natürlich auch Focaccia und Ciabatta nicht fehlen. Letzteres ist eine eher neue Entdeckung, denn irgendwie lief das bisher unter dem Radar. Dabei ist es eines der einfachsten Brotrezepte überhaupt und funktioniert immer zuverlässig – auch ohne Profi-Ausstattung. In diesem Artikel erkläre ich dir nicht nur, wie du Ciabatta backst, sondern auch, warum jeder Schritt so wichtig ist.

Ein Ciabatta Brot aufgeschnitten.

Was ist Ciabatta überhaupt? Herkunft und Besonderheiten

Das Wort „Ciabatta“ bedeutet auf Italienisch schlicht Pantoffel – ein Verweis auf die typisch flache, längliche Form des Brotes. Entwickelt wurde es erst 1982 vom Bäcker Arnaldo Cavallari in der Veneto-Region als Antwort auf das damals sehr beliebte französische Baguette. Ein echtes Original-Rezept aus Italien gibt es also gar nicht im historischen Sinne – aber sehr wohl eine klare Vorstellung davon, wie ein gutes Ciabatta aussehen und schmecken soll.

Das Besondere am Ciabatta: Es lebt von seinem hohen Wasseranteil (Bäcker sprechen von einer hohen Hydration) und von langen Gehzeiten. Beides zusammen sorgt für die typisch unregelmäßige, großporige Krume und die dünne, splitterig-knusprige Kruste. Wer Ciabatta backen will, braucht also vor allem eines: Geduld.

Zutaten um Ciabatta zu backen.

Die richtigen Zutaten – und warum sie so wichtig sind

  • Mehl: Type 550 oder Tipo 0 Das Mehl ist die Grundlage, und hier lohnt es sich, keine Kompromisse zu machen. Für Ciabatta empfehle ich Weizenmehl Type 550 oder das italienische Tipo 0 – beide haben einen vergleichbar hohen Proteingehalt von etwa 11–12 %. Das ist entscheidend: Mehr Protein bedeutet mehr Gluten, und mehr Gluten bedeutet ein stärkeres Teiggerüst, das die vielen Luftblasen halten kann. Mit Mehl Type 405 funktioniert es zwar auch, aber die Porung wird nie so offen und die Kruste nie so rösch.
  • Hefe: Weniger ist mehr 10 g Frischhefe (oder ½ Päckchen Trockenhefe) klingen nach wenig – und das ist gut so. Ciabatta profitiert von einer langsamen Gärung. Viel Hefe würde den Teig zwar schneller aufgehen lassen, aber die Aromastoffe, die Brot charakteristisch und lecker machen, entstehen erst durch Zeit. Wer möchte, kann die Hefemenge sogar halbieren und den Teig dafür über Nacht im Kühlschrank gehen lassen – das Ergebnis ist noch aromatischer.
  • Wasser: Lauwarm, nicht heiß 270 ml Wasser klingt nach viel für 400 g Mehl – und das ist es auch. Diese Teighydration von etwa 67 % ist höher als bei einem normalen Weizenbrot. Das Wasser sollte lauwarm sein (etwa 35–38 °C). Zu kaltes Wasser verlangsamt die Hefe übermäßig, zu heißes tötet sie ab. Ein einfacher Test: Wenn sich das Wasser auf der Handinnenseite angenehm warm, aber nicht heiß anfühlt, ist die Temperatur genau richtig.
  • Salz: Nicht direkt zur Hefe Salz ist ein natürlicher Hefehemmer. Deshalb gebe ich es erst dann in den Teig, wenn Mehl und Hefe bereits kurz vermengt sind. Das klingt vielleicht übertrieben, tatsächlich ist es aber so, dass direkter Salzkontakt die Hefezellen osmotisch schädigen und die Triebkraft reduzieren kann.

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Das Ciabatta ist zu kompakt und hat kaum Poren: Ursache ist meist einer von zwei Faktoren: Der Teig wurde zu kurz geknetet (unzureichende Glutenentwicklung) oder beim Formen wurden die Luftblasen herausgedrückt. Knete länger und arbeite beim Formen wirklich behutsam.
  • Die Kruste ist weich statt knusprig: Das passiert, wenn der Ofen nicht heiß genug war oder das Brot direkt nach dem Backen abgedeckt wurde. Lass es immer offen auf einem Gitter auskühlen, damit der Dampf entweichen kann.
  • Der Teig klebt so stark, dass er sich kaum formen lässt: Das ist normal und kein Zeichen, dass etwas schiefgelaufen ist. Bemehle die Arbeitsfläche und deine Hände großzügig. Du kannst auch eine Teigkarte (Teigschaber) verwenden, um den Teig zu verarbeiten.
  • Das Brot geht kaum auf: Mögliche Ursachen: Das Wasser war zu heiß (Hefe abgetötet), die Hefe war zu alt oder abgelaufen, oder der Raum war zu kalt. Überprüfe das Mindesthaltbarkeitsdatum der Hefe und die Wassertemperatur.
Das fertige Brot aufgeschnitten nach dem backen.

Variationen: Ciabatta Brot kreativ abwandeln

Das Grundrezept lässt sich wunderbar anpassen:

  • Ciabatta mit Olivenöl: 2 EL hochwertiges Olivenöl mit in den Teig kneten – gibt dem Brot einen milden, fruchtigen Geschmack und hält es länger saftig. So mache ich es besonders gerne, wenn ich das Ciabatta später für Bruschetta verwenden möchte.
  • Ciabatta mit Oliven oder Tomaten: Grob gehackte, gut abgetropfte Oliven oder getrocknete Tomaten nach dem Kneten vorsichtig in den Teig einarbeiten.
  • Ciabatta mit Rosmarin: Frischen, fein gehackten Rosmarin in den Teig geben oder auf den Laib streuen, bevor er in den Ofen kommt.
  • Mini-Ciabatta: Den Teig nach der ersten Gehzeit in 4–6 kleine Portionen teilen, einzeln formen und die Backzeit auf 12–15 Minuten reduzieren. Perfekt für Sandwiches.

Ciabatta Brot richtig aufbewahren

Frisches Ciabatta schmeckt am besten am Tag des Backens. Reste lassen sich in einem Leinenbeutel oder einem sauberen Küchentuch eingewickelt bei Raumtemperatur 1–2 Tage aufbewahren. Keine Plastikfolie – die macht die Kruste weich. Am nächsten Tag hilft dann eine kleine Runde im Toaster dabei, das Brot wieder lecker und fluffig zu machen. Man muss aber so ehrlich sein und sagen, dass Brote auf Hefebasis wie Ciabatta immer kürzer haltbar sind als zum Beispiel Sauerteigbrote.

Zum Einfrieren: Das vollständig abgekühlte Brot in Scheiben schneiden, einfrieren und bei Bedarf im Toaster oder kurz im heißen Ofen aufknuspern.

Ciabatta Brot backen original italienisch

Original italienisches Rezept für fluffig saftiges Ciabatta Brot.
Autor: Annelie

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Vorbereitung 10 Minuten
Aufgehzeit 1 Stunde
Koch-/Backzeit 20 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 30 Minuten
Anzahl Personen 1 Ciabatta

Zutaten 

  • 400 g Weizenmehl Type 550 oder Tipo 0
  • 1 Prise Zucker
  • 10 g Hefe entspricht ¼ Würfel Frischhefe oder ½ Päckchen Trockenhefe
  • 5 g Salz
  • 270 ml Wasser lauwarm

Anleitung 

  • Gib 400 g Weizenmehl in eine große Schüssel. Füge 1 Prise Zucker hinzu und krümle 10 g Hefe darüber. Vermische alles kurz mit einer Gabel oder den Fingern. Gib dann 5 g Salz und 270 ml Wasser dazu und verknete die Zutaten für etwa 10 Minuten mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät zu einem glatten Teig.
  • Decke die Schüssel mit einem feuchten Geschirrtuch oder einer Badehaube ab und lass den Teig an einem warmen Ort etwa 1–2 Stunden aufgehen, bis sich sein Volumen gut verdoppelt hat.
  • Nimm den Teig aus der Schüssel und forme ihn auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche zu einem rechteckigen Brotlaib. Ich ziehe ihn dafür zu einem großen Rechteck, schlage die Seiten etwas ein und falte den Teig dann zur Mitte hin von oben und unten in Dritteln, sodass ein Brotlaib entsteht.
  • Lege den fertig geformten Ciabatta-Laib auf ein Backblech mit Backpapier und decke ihn erneut ab. Lass ihn für etwa 30 Minuten nochmals bei Raumtemperatur aufgehen. Heize derweil den Backofen auf 240 °C Ober- und Unterhitze vor.
  • Backe das fertig aufgegangene Ciabatta nun im vorgeheizten Backofen für etwa 20–25 Minuten, bis es goldbraun ist. Vor dem Anschneiden mindestens 1 Stunde abkühlen lassen.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 1492 kcal
Fett 5 g
Zucker 2 g
Eiweiß 45 g
Kohlenhydrate 310 g
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Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich normales Mehl Type 405 verwenden?

Ja, das geht, aber das Ergebnis wird etwas dichter und die Kruste weniger kross. Weizenmehl Type 550 oder Tipo 0 sind klar die bessere Wahl für authentisches Ciabatta.

Funktioniert das Rezept auch ohne Küchenmaschine?

Ja – mit etwas mehr Aufwand. Knete den Teig per Hand auf einer bemehlten Fläche für mindestens 12–15 Minuten. Alternativ funktioniert auch die Schüttelknetmethode: Den weichen Teig in einer Schüssel mit einem Löffel kräftig schlagen und ziehen, bis er Blasen wirft.

Brauche ich einen Pizzastein?

Nein, ein normales Backblech reicht vollkommen aus. Ein Pizzastein oder ein umgekehrtes heißes Backblech als Unterlage kann die Unterhitze verbessern und die Kruste der Unterseite knuspriger machen – ist aber kein Muss.

Kann ich Trockenhefe statt Frischhefe verwenden?

Ja. Verwende ½ Päckchen Trockenhefe (etwa 3,5 g) als Ersatz für 10 g Frischhefe. Trockenhefe kannst du direkt unter das Mehl mischen, ohne sie vorher aufzulösen.

Warum muss ich so lange warten, bevor ich das Brot anschneide?

Im frisch gebackenen Brot befindet sich noch viel Dampf und Feuchtigkeit im Innern. Beim Abkühlen verteilt sich diese gleichmäßig in der Krume. Wer zu früh schneidet, bekommt eine feuchte, klebrige Textur – selbst wenn das Brot außen perfekt aussieht.

Wie bäckst du dein Ciabatta am liebsten? Puristisch nur mit Salz aromatisiert oder mit Add-ons? Verrate es mir in den Kommentaren!

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Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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