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Kartoffelgratin nach Omas Art

Autorin: Annelie Ulrich

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1 Stunde 20 Minuten
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Kartoffelgratin nach Omas Art ist für mich Wohlfühlessen pur – cremig, goldbraun überbacken und mit genau der Käsekruste, die man aus Omas Küche kennt. Bei mir kommt es sowohl als Beilage zu Fisch, Fleisch oder Gemüse auf den Tisch als auch ganz für sich allein mit einem großen grünen Salat. Das Beste: In rund zwanzig Minuten ist alles vorbereitet, den Rest erledigt der Ofen.

Klassischer Kartoffelgratin nach Omas Art.

Zu den wirklich besonderen Anlässen gab es bei meiner Oma eine von drei Beilagen. Zu Wildbraten und Co. gab es die besten, selbstgemachten Spätzle. Zu Pilzsuppen und Schweinebraten waren es Semmelknödel und Kartoffelknödel, und zu Rinderbraten oder einem Schmorgericht hat sie ihr sagenhaft cremiges Kartoffelgratin gemacht. Seit ich selber koche, weiß ich auch, warum diese superleckeren Beilagen damals für die besonderen Anlässe reserviert waren. Denn sie machen Arbeit und brauchen Zeit.

Das stimmt auch in meiner Küche weiterhin für Spätzle und Knödel, allerdings nicht mehr so sehr für Kartoffelgratin, denn ich besitze einen Foodprocessor mit Schnitzelwerk, heißt, die feinen Kartoffelscheiben schneiden sich quasi von selbst. Und das macht Omas Kartoffelgratin in meiner Küche zu einem echten Expressrezept! Ich zeige dir all ihre Tipps und Tricks, damit auch du das leckerste und supercremige Gratin zubereiten kannst. Ich serviere es übrigens zu den unterschiedlichsten Dingen, die ich in meinem Was passt zu Kartoffelgratin Artikel zusammengefasst habe.

Das fertige Kartoffelgratin nach Omas Art.

Die richtige Kartoffel: der wichtigste Schritt

Wenn ein Gratin misslingt, liegt es fast immer an der Kartoffelsorte – nicht an der Zubereitung, denn die ist ziemlich unkompliziert. Entscheidend ist also die Wahl der Kartoffeln.

  • Festkochende Kartoffeln: Die Scheiben behalten ihre Form und auch einen angenehmen Biss. Die Schichten sind definiert, die Soße bindet sich aber auch nicht so stark, da festkochende Kartoffeln kaum Stärke abgeben. Das Ergebnis ist häufig ein „flüssigeres“ Gratin.
  • Mehligkochende Kartoffeln: Die Scheiben werden schnell weich und zerfallen beim Backen. Die viele Stärke, die mehligkochende Kartoffeln enthalten, dickt die Soße an, was das Gratin cremiger macht. Es kann aber schnell matschig werden, da du weniger definierte Schichten erhältst.
  • Vorwiegend festkochende Kartoffeln: Meine liebste Wahl, da man das Beste aus beiden Welten hat. Die Scheiben bleiben größtenteils intakt und man hat deutlich erkennbare Schichten, gleichzeitig verfügen die Kartoffeln über genug Stärke, um die Soße cremig zu machen und zu binden.

Tipp: Nimm eher große Kartoffeln. Da wir sie schälen und dünn hobeln, sparst du dir bei großen Knollen einiges an Arbeit.

Ein Löffel liegt im klassischen Kartoffelgratin und nimmt etwas davon auf.

Die Käse-Strategie: Omas Basis plus mein Umami-Trick

Hier liegt für mich der Unterschied zwischen einem netten und einem richtig guten Gratin. Ich arbeite mit zwei Käsesorten:

  • Emmentaler ist die Basis – den hat schon meine Oma fürs Gratin genommen. Er schmilzt gleichmäßig, zieht Fäden und bringt den milden, vertrauten Käsegeschmack. Alternativ funktionieren Gouda oder ein kräftiger Bergkäse genauso gut.
  • Parmesan ist meine Geheimzutat. Auch wenn es nur ein kleiner Anteil ist: Der Parmesan bringt Umami und eine würzige Tiefe, die dem Gratin das gewisse Extra gibt. Einmal so gemacht, willst du nicht mehr zurück.

Worauf es bei den restlichen Zutaten ankommt

Die Basis ist bewusst schlicht – zwei Punkte lohnen einen Gedanken:

  • Sahne und Milch zu gleichen Teilen ergeben die cremige Grundlage. Wer es leichter mag, verschiebt das Verhältnis Richtung Milch; wer es besonders üppig will, Richtung Sahne. Pflanzliche Alternativen funktionieren ebenfalls.
  • Muskatnuss gehört für mich klassisch ins Gratin – frisch gerieben bringt sie das typische, warme Aroma. Wer kein Muskat mag, lässt sie einfach weg.
Etwas von dem Kartoffelgratin wird mit einer Gabel aufgenommen.

So gelingt das Kartoffelgratin nach Omas Art

Ein paar Handgriffe machen den Unterschied:

  • Dünn und gleichmäßig hobeln: Etwa 3 mm dicke Scheiben garen gleichmäßig durch. Ein Gemüsehobel ist hier Gold wert – von Hand wird es selten so gleichmäßig.
  • Kartoffeln roh schichten: Die gehobelten Scheiben kommen roh in die Form, die heiße Sahnemischung darüber. Sie garen im Ofen in der Flüssigkeit – vorkochen musst du sie nicht.
  • Goldbraun ausbacken: Das Gratin ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun ist und die Kartoffeln weich sind, sobald du mit einem spitzen Messer hineinstichst. Lieber ein paar Minuten länger als zu kurz. Falls der Käse zu dunkel wird, einfach mit etwas Alufolie abdecken und weiterbacken, bis das Gratin gar ist.

Vorbereiten, Aufbewahren & Einfrieren

Kartoffelgratin ist ein dankbares Gericht zum Vorbereiten – mit einer wichtigen Einschränkung: Immer erst fertig backen, dann aufbewahren. Rohe, gehobelte Kartoffeln verfärben sich schnell braun, ein ungebackenes Gratin solltest du also nicht stehen lassen.

Das fertig gebackene Gratin hält sich zwei bis drei Tage im Kühlschrank und lässt sich im Ofen oder in der Mikrowelle unkompliziert aufwärmen. Einfrieren klappt ebenfalls: nach dem Backen und Abkühlen zwei bis drei Monate im Eisfach.

Für Gäste kannst du das Gratin auch in kleinen Portionsförmchen zubereiten – das Rezept bleibt identisch, du verteilst es nur auf mehrere Keramikformen. Das sieht auf dem Tisch besonders schön aus.

Kartoffelgratin nach Omas Art klassisch

Einfaches Rezept für klassisches Kartoffelgratin nach Omas Art. Perfekt als Beilage oder Hauptgericht ist dieser Rezept-Klassiker in 20 Minuten vorbereitet.
Autor: Annelie

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Vorbereitung 20 Minuten
Koch-/Backzeit 1 Stunde
Gesamtzeit 1 Stunde 20 Minuten
Anzahl Personen 4 Portionen

Zutaten 

  • 800 g Kartoffeln festkochend oder vorwiegend festkochend
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Butter
  • 200 ml Schlagsahne
  • 200 ml Milch
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Salz
  • Pfeffer
  • 80 g Emmentaler
  • 20 g Parmesan

Anleitung 

  • Heize den Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vor. Pinsle eine Auflaufform mit Butter aus. Schäle 800 g Kartoffeln und hoble sie mit einem Küchenhobel in etwa 3 mm dicke Scheiben. Schichte diese Scheiben in eine Auflaufform.
  • Schneide 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe in feine Würfel. Erhitze 1 TL Butter in einem Topf und brate Zwiebeln und Knoblauch darin an, bis sie glasig sind. Füge 200 ml Schlagsahne und 200 ml Milch hinzu und würze die Soße mit 1 Prise Muskatnuss, Salz und Pfeffer.
  • Gieße die Sahne-Mischung über die vorbereiteten Kartoffelscheiben. Reibe 80 g Emmentaler und 20 g Parmesan grob und streue den Käse über das Gratin.
  • Backe das Kartoffelgratin bei 170 °C Ober- und Unterhitze für ca. 1 Stunde, bis es goldbraun ist und die Kartoffeln weich sind, wenn du mit einem scharfen Messer hinein stichst.
    Serviere das Kartoffelgratin mit gemischtem Salat, als Beilage zu Fisch, Fleisch oder Gemüse.

Tipps

Du kannst Kartoffelgratin sehr gut vorbereiten. Es hält im Kühlschrank 2-3 Tage und kann ganz nach Bedarf im Backofen oder in der Mikrowelle warm gemacht werden.
Kartoffelgratin kannst du nach dem Backen und Abkühlen problemlos einfrieren. Es hält im Eisfach 2-3 Monate.
Wer mag, kann das Kartoffelgratin in kleinen Portionsförmchen zubereiten. Das Rezept bleibt dafür genau dasselbe, du bereitest es nur in mehreren, kleinen Keramikformen zu.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 472 kcal
Fett 28 g
Zucker 7 g
Eiweiß 15 g
Kohlenhydrate 43 g
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Häufige Fragen zum Kartoffelgratin nach Omas Art

Muss ich die Kartoffeln vorkochen?

Nein. Die roh gehobelten Scheiben garen im Ofen direkt in der Sahnemischung. Das spart einen Arbeitsschritt und gibt schön schnittfeste Schichten.

Kann ich das Kartoffelgratin vegan zubereiten?

Ja. Ersetze Sahne und Milch durch pflanzliche Alternativen und nimm einen veganen Schmelzkäse. Geschmacklich kommt es nah ans Original.

Warum kommen zwei Käsesorten ins Gratin?

Emmentaler liefert die cremig-fädenziehende Basis, ein kleiner Anteil Parmesan bringt würzige Umami-Tiefe. Zusammen schmeckt das Gratin runder als mit nur einer Sorte.

Wie bekomme ich eine besonders knusprige Käsekruste?

Schalte für die letzten Minuten die Oberhitze bzw. den Grill zu und behalte das Gratin im Auge, bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist.

Bleibst du bei Emmentaler oder hast du eine andere Lieblingskäsemischung?

Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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