Jedes Jahr am Karfreitag ist es so weit: Die alte Osterlamm-Backform wird aus dem hintersten Schrankabteil geholt, um Omas traditionelles Osterlamm zu backen.

Denn ohne ein saftiges Lamm auf dem Tisch kann schließlich nicht Ostern gefeiert werden! Es gehört für mich genauso untrennbar zum Osterbrunch wie ein fluffiger Hefezopf, das klassische Osterbrot oder Tante Inges Rüblikuchen. Außerdem gehört es zu meinen liebsten Familientraditionen. Denn egal, wie oft ich das Osterlamm backe, es ist doch jedes Mal wieder aufregend, ob es gelingt und sich auch problemlos aus der Form lösen wird.
Omas Osterlamm-Rezept besteht aus einem super saftigen, buttrigen Rührteig. Er ist im Handumdrehen zusammengerührt und gelingt immer. Wie du das hübscheste und leckerste Osterlamm ganz einfach selbst backen kannst und es unfallfrei aus der Form befreist, verrate ich dir in meinen Geheimtipps weiter unten.

Ein Familienerbstück: Die richtige Backform finden
Meine Osterlamm-Backform ist ein bestimmt 100 Jahre altes Familienerbstück aus schwerem Metall. Sie kam schon in der Backstube meines Opas zum Einsatz, der sie wiederum von einer Tante vererbt bekam. Das gute Stück hat also wirklich Geschichte! Und ganz ehrlich: Sie backt einfach die schönsten, detailreichsten Lämmer!
Mein Tipp an dich: Wenn du dir eine Form zulegen möchtest, kauf keine der modernen, dünnen Blechformen aus dem Supermarkt. Schau stattdessen auf dem Flohmarkt oder bei Kleinanzeigen nach gebrauchten, alten Formen (oft von der Marke Kaiser oder Zenker aus schwerem Gusseisen oder dickem Metall). Sie leiten die Hitze viel besser, das Muster drückt sich wunderschön in den Teig und sie halten ewig. Außerdem haben die alten Formen häufig ein hübscheres Kopf-zu-Körper-Verhältnis, denn die modernen Osterlamm-Formen wirken manchmal etwas kleinköpfig, finde ich. Natürlich funktioniert der Teig auch für Hasenformen und Co.

Die Zutaten für Omas Osterlamm Rezept
Für einen klassischen Rührteig brauchst du nur wenige Basics. Das wichtigste Geheimnis: Alle Zutaten müssen zimmerwarm sein, sonst gerinnt der Teig!
- Butter: Nimm die Butter am besten schon am Vorabend aus dem Kühlschrank, damit sie wunderbar weich ist und sich cremig aufschlagen lässt.
- Eier (Bio): Ebenfalls rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. (Solltest du das vergessen haben: Leg die Eier für 10 Minuten in warmes Wasser).
- Zucker & Vanille: Für die feine Süße. Du kannst klassischen weißen Zucker oder auch etwas braunen Zucker für eine leichte Karamellnote verwenden.
- Mehl & Backpulver: Weizenmehl Type 405 oder 550 macht den Teig schön feinporig (Dinkelmehl Type 630 funktioniert ebenso).
- Ein Schuss Milch: Nur falls der Teig am Ende etwas zu zäh ist. Er sollte „schwer reißend“ vom Löffel fallen.

Der absolute Profi-Tipp: So bleibt das Lamm nicht kleben!
Nichts ist ärgerlicher, als wenn das Lamm nach dem Backen in der Form feststeckt und zerbricht. So bereitest du die Form richtig vor:
- Zerlegen: Öffne die Form und fette beide Hälften einzeln extrem gründlich ein. Nimm dafür sehr weiche Butter (oder flüssige) und einen Pinsel, um wirklich in jede kleine Ritze (vor allem an der Nase und den Ohren!) zu kommen.
- Paniermehl statt Mehl: Vergiss Mehl zum Ausstäuben! Nach zahllosen Tests kann ich dir garantieren: Feines Paniermehl (Semmelbrösel) funktioniert tausendmal besser! Streue es großzügig in beide Hälften, klopfe das überschüssige Paniermehl heraus und baue die Form erst dann zusammen.
- Klopfen beim Befüllen: Fülle den Teig löffelweise ein. Klopfe die Form dabei immer wieder fest auf die Arbeitsplatte, damit der Teig in die Kopfform rutscht und keine hässlichen Luftlöcher an der Schnauze entstehen.
- In der Form auskühlen lassen: Versuche niemals, das Lamm heiß zu stürzen. Lass es mindestens 30–60 Minuten in der geschlossenen Form abkühlen, bevor du es vorsichtig öffnest.

Wie viel Teig brauche ich für meine Form?
Osterlamm-Formen sind alle unterschiedlich groß. Mein Rezept reicht für ein recht großes Lamm (ca. 600 g Teig). Häufig ist es in die Formen eingeprägt, wie viel Volumen sie haben. Falls du dazu keine Angaben findest, gibt es aber einen tollen Trick: Baue die leere Form zusammen und fülle sie randvoll mit Zucker (oder trockenem Reis). Wasser wäre in der Theorie zwar auch möglich, allerdings sind die meisten zweiteiligen Formen nicht zu 100 % dicht, sodass das Wasser sofort auf die Arbeitsfläche ausläuft. Schütte den Zucker danach einfach in einen großen Messbecher. So kannst du am Strich ganz genau ablesen, wie viel Milliliter Volumen deine Form fasst!
Für eine Form mit ca. 700–800 ml Volumen ist mein Rezept perfekt. Ist deine Form kleiner, fülle sie nur zu etwa 3/4 mit Teig (der Teig geht beim Backen noch hoch!). Den restlichen Teig kannst du einfach nebenbei als 2–3 Muffins mitbacken.

Omas saftiges Osterlamm backen
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Zutaten für den Teig:
- 190 g Butter zimmerwarm, weich
- 1 Prise Salz
- 3 Eier Bio, Größe M oder L
- 190 g Zucker
- 190 g Weizenmehl Typ 405 oder Typ 550
- 7 g Backpulver
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 EL Milch optional
Für die Backform:
- 1 EL Butter flüssig
- 3 EL Paniermehl oder Weizenmehl
Zum Dekorieren:
- 15 g Puderzucker
- Glöckchen und Schleifchen
Kochutensilien
- 1 Osterlamm Backform
Anleitung
- Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Backform für das Osterlamm gründlich mit Butter ausstreichen und mit Paniermehl oder Mehl auspudern. Die Form dann zusammenbauen und bereitstellen.
- Für den Teig gibst du Butter, Eier und eine Prise Salz in eine große Rührschüssel. Siebe nun Zucker, Weizenmehl und Backpulver dazu. Gib das Vanilleextrakt hinzu und rühre aus den Zutaten mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine einen glatten Teig. Wenn der Teig zu fest ist, gib noch etwas Milch dazu.
- Fülle nun den Teig nach und nach in die vorbereitete Backform. Klopfe die Form immer wieder etwas, damit der Teig auch gleichmäßig in den Kopf des Lammes laufen kann und sich keine großen Luftblasen bilden können.
- Backe das Osterlamm nun im vorgeheizten Backofen bei 170 °C für 45 bis 60 Minuten. Mache die Stäbchenprobe an Kopf und Rücken. Wenn das Stäbchen sauber ist, nimm das Osterlamm aus dem Ofen und lass es in der Form für 1 Stunde abkühlen.
- Schneide wenn nötig die Backkuppel vom Boden des Osterlamms ab und löse das Osterlamm vorsichtig mit Klopfen und behutsamem Anheben der Form aus selbiger. Lass das Osterlamm komplett abkühlen und bestreue es nach Belieben mit Puderzucker. Dekoriere es mit Glöckchen und/oder Schleifchen und lager es unter einer Tortenglocke oder decke es anderweitig gut ab.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Häufige Fragen zum Osterlamm
Ja, unbedingt! Rührkuchen schmeckt oft am zweiten Tag sogar noch saftiger und besser, weil er durchziehen konnte. Bei uns wird das Lamm typischerweise am Karfreitag gebacken. Lass es auskühlen und lagere es luftdicht unter einer Kuchenglocke. Bestäube es erst kurz vor dem Servieren am Ostersonntag mit Puderzucker. So hält es sich problemlos 3–4 Tage.
Das passiert, wenn Eier oder Butter zu kalt waren. Der Kuchen wird trotzdem schmecken, aber er wird beim Backen vielleicht nicht ganz so fluffig. Du kannst versuchen, die Schüssel kurz (für ein paar Sekunden) über ein warmes Wasserbad zu halten und den Teig nochmals kräftig aufzuschlagen, bis sich Butter und Eier wieder verbinden.
Natürlich! Du kannst entweder den gesamten Teig mit Backkakao färben oder ein marmoriertes Osterlamm backen! Für eine marmorierte Variante lässt du ⅔ des Teiges hell. Unter das restliche Drittel rührst du 1 EL Backkakao und 1 EL Milch. Gib zuerst einige Tupfen des dunklen Teiges in die Form, zum Beispiel in die Nase oder das Schwänzchen des Lamms und an die Seiten. Fülle dann den hellen Teig ein, gib den restlichen Schokoteig dazu und ziehe eine Gabel einmal spiralförmig durch die Form. Für ein komplett dunkles Lamm ersetzt du einfach von Beginn an 30 g des Mehls durch Backkakao und gibst 2 EL Milch mehr in den Teig.
Bist du Team Marmorlamm, Schoko oder ganz klassisch in Vanille? Verrate es mir unbedingt in den Kommentaren!











