Nichts geht über eine dampfende Schüssel mit frischer, selbst gemachter Pasta! Ein gutes Pastateig Rezept (original italienisch) ist ein echtes Goldstück in jeder Rezeptsammlung. Wenn du den Dreh erst einmal heraus hast, wirst du fertige Nudeln aus dem Supermarkt kaum noch anrühren wollen.

Viele denken, Pasta selber zu machen (mit Hartweizengrieß und Ei) sei eine halbe Wissenschaft. Das habe ich ehrlich gesagt auch gedacht, bevor meine Mama eine Pasta-Maschine vom Flohmarkt mit nach Hause brachte und die natürlich getestet werden musste! Zuerst einmal war ich total überrascht, wie simpel Pastateig eigentlich ist. Denn ein echter, original italienischer Pastateig mit Ei besteht im Grunde nur aus zwei simplen Zutaten und ein wenig Handarbeit.
Wichtig ist vor allem, dass er nicht zu klebrig ist und du etwas Geduld für die richtige Ruhezeit mitbringst. Dann ist Pasta selber machen nämlich wirklich denkbar simpel und resultiert garantiert in der leckersten Pasta, die du je gemacht hast! Hol die Pastamaschine (oder das Nudelholz) aus dem Schrank, denn heute zeige ich dir, wie du den perfekten Grundteig für Tagliatelle, Ravioli, Spaghetti und Co. zauberst. Das geht viel einfacher und schneller, als du denkst!

Das Geheimnis vom original italienischen Pastateig
Italienische Nonnas haben eine goldene Regel für perfekten Nudelteig: Pro 100 Gramm Mehl benötigt man genau ein Ei (Größe M). Doch welches Mehl ist das richtige?
- Die perfekte Mischung: Am besten funktioniert für den Pastateig eine Mischung aus sehr feinem Weizenmehl (in Italien Tipo 00, bei uns Type 405 oder Type 550) und Hartweizengrieß (Semola).
- Das Verhältnis: Ich empfehle eine Mischung von etwa 70 % feinem Mehl zu 30 % Hartweizengrieß (z. B. 350 g Mehl und 150 g Grieß). Der Hartweizengrieß gibt dem Teig Struktur und sorgt dafür, dass deine Pasta später beim Kochen den perfekten, bissfesten Al-dente-Moment bekommt.
- Die Alternative: Wenn du es dir ganz einfach machen möchtest, kannst du auch fertiges „Pastamehl“ kaufen. Das besteht in der Regel bereits aus der perfekten Mischung von feinem Mehl und Hartweizengrieß.

Laminieren: Der Trick für den perfekten Biss
Bevor du den fertigen Teig in feine Nudeln schneidest, wenden echte Pasta-Profis einen simplen Trick an: das sogenannte Laminieren.
Egal, ob du mit dem Nudelholz oder der Nudelmaschine arbeitest: Rolle den Teig zunächst grob aus. Schlage dann das obere und untere Drittel des Teiges (wie bei einem Geschäftsbrief) zur Mitte hin übereinander. Rolle dieses Teig-Paket nun erneut flach aus. Wiederhole diesen Vorgang drei- bis viermal. Durch dieses Falten und Ausrollen („Laminieren“) wird die Glutenstruktur im Mehl extrem gestärkt. Der Teig wird super geschmeidig, reißt nicht mehr so schnell und die Nudeln bekommen später ein grandioses Bissgefühl.

Wozu passt dieser italienische Pastateig?
Deiner Fantasie sind bei der Formgebung keine Grenzen gesetzt! Du kannst aus diesem Teig Tagliatelle, Spaghetti, Lasagneplatten oder auch gefüllte Pasta wie Tortellini und Ravioli formen.
- Der Klassiker: Mit einer kräftigen, lang gekochten Bolognese oder einer schnellen Veggie-Bolognese und etwas frisch geriebenem Parmesan machst du nie etwas falsch.
- Schnell & edel: Mit frischem Pistazienpesto oder grünem Basilikumpesto und einer cremigen Kugel Burrata schmeckt die Pasta absolut himmlisch.
- Mein Favorit: Als kleine, gefüllte Tortellini, kurz in brauner Salbeibutter geschwenkt. Ein Sommertraum!

Original italienischer Pastateig mit Ei
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Zutaten für den Teig
- 500 g Pastamehl alternativ 350 g Weizenmehl Typ 550 und 150 g Hartweizengrieß oder nur Weizenmehl Typ 550 (oder Tipo 00 aus dem italienischen Feinkosthandel)
- 5 Eier Bio, Größe M
Zum Ausrollen
- Extra Hartweizengrieß und Mehl
Kochutensilien
- 1 Pastamaschine manuell oder elektrisch
Anleitung
- 500 g Pastamehl (oder Weizenmehl und den Hartweizengrieß gut vermischt) auf der sauberen Arbeitsplatte zu einem Berg auftürmen. In der Mitte mit den Fingern eine tiefe Mulde (einen "Krater") formen. 5 Eier in diese Mulde aufschlagen.
- Die Eier in der Mulde mit einer Gabel vorsichtig verquirlen. Dabei vom inneren Rand des Kraters nach und nach immer etwas mehr von der Mehlmischung mit in die Eier rühren, bis eine dicke, breiige Masse entsteht, die nicht mehr wegfließen kann.
- Die Gabel beiseitelegen. Nun mit den Händen das restliche Mehl vom äußeren Rand über die Masse schieben und alles zu einem Teig verkneten. Der Teig ist anfangs recht bröselig und hart – das ist normal! Knete den Teig mit dem Handballen für gut 10 Minuten kräftig durch, bis er weich, glatt und geschmeidig ist. (Tipp: Er ist perfekt, wenn er leicht zurückspringt, wenn du mit dem Finger hineindrückst).
- Den fertigen Teigklumpen luftdicht in Frischhaltefolie oder ein Bienenwachstuch einschlagen und für mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen (das Mehl muss quellen!).
- Den Teig in 3-4 handliche Portionen teilen. Die Nudelmaschine auf die größte Stufe (dickste Einstellung) stellen. Eine Teigportion mit den Händen etwas flachdrücken und einmal durch die Maschine kurbeln. Den Teig nun wie einen Brief dritteln (übereinanderfalten) und erneut durch die größte Stufe kurbeln. Diesen Vorgang 3-4 Mal wiederholen, bis der Teig schön glatt und geschmeidig ist. (Sollte er kleben, leicht mit Mehl bestäuben).
- Den Teig nun ohne erneutes Falten mehrfach durch die Maschine kurbeln und die Maschine dabei nach jedem Durchgang eine Stufe feiner stellen, bis die gewünschte Teigdicke erreicht ist. Die dünnen Teigbahnen nun durch den Tagliatelle- oder Spaghetti-Aufsatz kurbeln.
- Die fertigen Nudeln großzügig mit Grieß oder Mehl bestäuben, zu lockeren Nestern eindrehen und auf einem bemehlten Tablett ablegen. Die frische Pasta in kochendem, gut gesalzenem Wasser (1 TL Salz pro Liter) für ca. 90 bis 120 Sekunden garen. Abgießen, in der gewünschten Soße schwenken und sofort servieren!
- Nudeln im kochenden Wasser (gut salzen, 1 TL pro Liter Kochwasser, 1 Liter Wasser pro 100 g Nudeln) etwa 90 Sekunden garen. Wenn Du sie noch in der Sauce schwenkst, nur 60 Sekunden garen und servieren.
Tipps
- Ravioli
- Tortellini
- Spaghetti
- Pappardelle
- Farfale
- Oriccette
- Gelb = Kurkuma
- Orange = Tomatenmark
- Rot = Rote Bete Pulver
- Grün = Spinatpulver
- Blau = blaues Spirulina Pulver
- Braun = Backkakao
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Nudelteig aufbewahren, einfrieren und einfärben
Ja, das ist ein toller Hingucker (und perfekt, wenn Kinder mitkochen)! Gib die färbende Zutat einfach beim Verquirlen mit zu den Eiern in die Mehlmulde.
Gelb = 1 TL Kurkuma
Orange = 1 EL Tomatenmark
Rot = 1 EL Rote-Bete-Pulver
Grün = 1 EL Spinatpulver
Braun = 1 EL Backkakao (Achtung: nicht für süße, sondern für herzhafte Soßen wie Wildragout!)
Wenn du die Nudeln frisch geschnitten und zu Nestern geformt hast, kannst du sie leicht bemehlt in einer luftdichten Dose für 2 bis 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Du kannst auch den ungeschnittenen Teigklumpen (fest in Folie gewickelt) im Kühlschrank lagern und erst am nächsten Tag ausrollen.
Ja, hervorragend sogar! Gib die bemehlten Nudelnester in einen Gefrierbeutel. Im Eisfach halten sie sich 3 bis 4 Monate. Ganz wichtig: Zum Garen gibst du sie direkt gefroren ins kochende Salzwasser! Würdest du sie vorher auftauen lassen, würden sie durch die Feuchtigkeit zu einem einzigen, großen Teigklumpen zusammenkleben. Die Garzeit der gefrorenen Nudeln verlängert sich lediglich um etwa 1 bis 2 Minuten.
Was ist deine absolute Lieblings-Pastasorte? Verrate es mir in den Kommentaren!









