Mit diesem einfachen Rezept kannst du die leckerste italienische Ribollita ganz einfach selbst kochen. Mit knusprigem Brot serviert, ist diese italienische Bauernsuppe das perfekte Soulfood für jede Gelegenheit.

Aller guten Dinge sind drei! Nach meiner Minestrone und dem cremigen Bohneneintopf fehlt uns noch der unangefochtene König der italienischen Winterküche: die Ribollita. Wer schon einmal im Winter in der Toskana war, kennt diesen Duft. Ribollita ist deftig, sämig und eigentlich ein „Arme-Leute-Essen“ (Cucina Povera), das so gut schmeckt, dass es genauso gut in jedem Sternerestaurant serviert werden könnte. Ich habe Ribollita von einer meiner Italienreisen mit nach Hause gebracht und serviere sie auch immer wieder für Gäste.
Das Besondere: Es ist eine Brotsuppe. Also perfekt, wenn du sowieso altbackenes Brot zu Hause hast. Aber wenn man da nicht sehr genau weiß, was man tut, kann so eine Ribollita schnell zum großen Matsch werden. Deshalb mache ich meine Ribollita etwas anders, sodass sie immer funktioniert. Und zwar als super sämige Suppe mit knusprigem Topping. Keine Sorge, bei meiner Version hast du keinen Brei im Teller, sondern eine wunderbare Konsistenz mit Biss. Schnapp dir dein altbackenes Brot – heute kochen wir nachhaltig und lecker!

Was ist Ribollita eigentlich? (Ein bisschen Theorie)
Der Name ist hier Programm: „Ribollita“ bedeutet wörtlich „die Wiederaufgekochte“. Traditionell wurde diese Suppe am Freitag in riesigen Mengen gekocht (da freitags Fleischverbot herrschte). Man schichtete altbackenes, trockenes Brot und Gemüse in einen Topf. Am nächsten und übernächsten Tag wurde der Rest in der Pfanne mit Olivenöl aufgebraten oder aufgekocht. Und genau wie bei einem guten Gulasch gilt: Mit jedem Aufwärmen wird sie besser! Deshalb ist dieses Gericht das wohl beste Meal Prep, das die italienische Küche zu bieten hat.
Die Heilige Dreifaltigkeit der Zutaten
Eine echte Ribollita steht und fällt mit drei Komponenten:
- Cavolo Nero (Schwarzkohl): Das ist die Zutat der Toskana. Er sieht aus wie dunkler Grünkohl, schmeckt aber feiner und nussiger.
- Du findest keinen Schwarzkohl? Kein Problem! Hier in Deutschland verwende ich einfach frischen Grünkohl oder Wirsing. Das Ergebnis ist fast identisch und super regional.
- Cannellini-Bohnen: Die weißen, cremigen Bohnen sorgen für die Bindung. Ein Teil wird püriert (oder zerdrückt), der Rest bleibt ganz.
- Altbackenes Brot: Bitte kein frisches Toastbrot! Wir brauchen ein helles Sauerteigbrot (Landbrot) mit krustiger Rinde, das gerne schon 2–3 Tage alt und hart sein darf. Es saugt die Aromen auf wie ein Schwamm.

Soffritto & Parmesanrinde: Der Geschmacks-Booster
Wie bei meinen anderen italienischen Eintöpfen starten wir mit einem Soffritto (gewürfelte Zwiebeln, Karotten, Staudensellerie), das wir gründlich in Olivenöl schmoren. Und natürlich darf mein liebster Geheimtipp nicht fehlen: die Parmesanrinde. Koche das harte Endstück vom Parmesan einfach in der Suppe mit. Es gibt unglaublich viel Umami ab und ersetzt jeden Brühwürfel. (Vegetarier achten bitte auf labfreien Käse!).
Mein Tipp für die Konsistenz (Matsch vs. Knusprig)
Im Originalrezept wird das Brot in Schichten in die Suppe gelegt und zieht sich voll, bis die Suppe fast stichfest ist wie ein Brei. Ich weiß aber, dass viele (mich eingeschlossen!) es lieber mögen, wenn das Brot noch etwas Biss hat. Deshalb meine „moderne“ Servier-Methode: Ich röste die Brotscheiben mit Olivenöl und Knoblauch im Ofen knusprig. Beim Servieren lege ich eine Scheibe in den Teller, gieße die Suppe darüber und toppe das Ganze mit einer zweiten, knusprigen Scheibe. So hast du das Beste aus beiden Welten: den vollgesogenen Geschmack unten und den Crunch oben!

Ribollita – Rezept für die toskanische Bohnensuppe
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- 1 Zwiebel
- 4 Knoblauchzehen
- 2 Karotten
- 2 Stangen Sellerie
- 2 EL Olivenöl
- 2 Dosen Canellini-Bohnen
- 1 Dose Tomaten
- 1 l Gemüsebrühe
- 2 Lorbeerblätter
- 1 Stück Parmesanrinde optional
- 1 Bund Schwarz- oder Grünkohl
- Salz und Pfeffer
- ½ Laib helles Sauerteigbrot oder ½ Baguette – darf sehr gerne vom Vortag sein
- 2 EL Olivenöl
- Pecorino oder Parmesan zum Servieren
Anleitung
- Hacke Zwiebeln und Knoblauch sehr fein und schneide Karotten und Sellerie in kleine Würfel. Karotten vorher schälen. Brate dann das Gemüse im Olivenöl an, bis es glasig ist.
- Gib Bohnen, Tomaten und Gemüsebrühe in den Topf sowie Lorbeerblatt und Parmesanrinde. Alternativ kannst du auch ca. 20 g geriebenen Parmesan verwenden. Lass die Ribollita ca. 30-60 Minuten köcheln. Je länger sie kocht, desto aromatischer ist sie später.
- Befreie den Schwarz- oder Grünkohl vom Stängel und hacke die Blätter grob. Gib sie für die letzten 10 Minuten Kochzeit mit in den Topf. Schmecke die Ribollita mit Salz und Pfeffer ab.
- Schneide das Weißbrot in 1-2 cm dicke Scheiben. Lege diese auf ein Backblech und beträufelt sie mit Olivenöl und streue etwas Salz darauf. Backe sie bei 200 °C im Backofen etwa 5-10 Minuten bis sie goldbraun und knusprig sind.
- Brich oder schneide eine Scheibe vom gerösteten Brot in mundgerechte Stücke und gib sie in die Servierschüssel. Gib dann die Ribollita dazu. Reibe etwas Pecorino oder Parmesan darüber und lege noch eine weitere Scheibe Brot mit in die Schüssel.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Häufige Fragen zur Ribollita
Ja, aber bitte ohne das Brot! Die reine Gemüsesuppe (Bohnen & Kohl) lässt sich hervorragend einfrieren (bis zu 6 Monate). Das Brot röstest du dann frisch auf, wenn du die Suppe erwärmst.
Die Minestrone ist meist flüssiger und enthält oft Nudeln oder Reis sowie Kartoffeln. Die Ribollita ist durch die pürierten Bohnen viel sämiger, enthält immer Kohl und wird traditionell mit Brot serviert, nicht mit Nudeln.
Nein. Schwarzkohl (Cavolo Nero) ist das Original, aber in Deutschland oft schwer zu finden. Grünkohl ist die perfekte regionale Alternative. Er ist etwas kräftiger im Biss, passt aber geschmacklich hervorragend. Auch Wirsing funktioniert gut.
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Diese Rivollita ist soooo lecker!!!!! Ich habe sie vor ein paar Wochen entdeckt und schon mind. 5 x gekocht!!!
Vielen Dann für das Rezept❤️
Ich mache übrigens Naan Brot ( selbstgemacht) dazu- köstlich!!
Gehört zu meinen absoluten Lieblingsrezepten!!!
Vielen vielen Dank für das große Lob! Das Naan als Beilage kann ich mir auch wirklich super gut vorstellen!