Wenn mich das Fernweh packt, ist dieses Gericht meine erste Wahl. Ein gutes Thai Curry ist für mich das ultimative Comfort Food: Es wärmt von innen, ist herrlich cremig und duftet nach Urlaub. Mein Rezept für vegetarisches rotes Thai Curry ist dabei in nur 30 Minuten fertig und schmeckt original wie beim Thailänder.

Ich kann mich noch sehr gut an mein erstes, richtig authentisches Thai-Curry erinnern. Vor vielen, vielen Jahren, auf Andys und meiner ersten gemeinsamen Reise, ging es mit 7 weiteren Freunden nach Thailand. Gleich zu Beginn der Reise durfte ich mein allererstes rotes Thai Curry essen (damals mit Garnelen) – und war begeistert! Ein paar Tage später habe ich dann Massaman Curry entdeckt. Diese Reise hat meine ganz große Thai-Curry-Liebe entfacht, könnte man sagen.
Wieder zu Hause wurde dann drauflos getestet. Und die ersten Versuche waren gar nicht mal so gut. Denn Thai Currys funktionieren im grundsätzlichen Aufbau ganz anders als die deutsche Küche. Das vorherige Anbraten von Gemüse und Protein kannst du nämlich direkt vergessen. Aber der Reihe nach. Ich zeige dir jetzt, wie du das leckerste rote Thai Curry selbst machst – und zwar in vegetarisch!

Die wichtigste Zutat: Rote Currypaste (Achtung, Falle!)
Das Herzstück unseres Thai-Gemüse-Currys mit Kokosmilch ist die Currypaste. Sie sorgt für die Schärfe und die rote Farbe. Wichtig für Vegetarier: Schau beim Kauf im Supermarkt oder Asialaden unbedingt auf die Zutatenliste! Einige thailändische Currypasten enthalten Garnelenpaste (Shrimp Paste).
Die Lösung: Die meisten Currypasten im Handel sind mittlerweile vegetarisch bzw. in der Regel sogar vegan. Ein Blick aufs Zutatenlabel schadet jedoch nicht. „Cock“ oder „Aroy-D“ sind fast immer veggie.

Welche Zutaten brauchst du noch?
Damit dein Curry authentisch schmeckt, greifen wir zu ein paar typischen Zutaten, die du aber gut besorgen kannst:
- Kokosmilch: Nimm unbedingt eine Vollfett-Variante (mind. 60 % Kokosanteil). Nur so wird das Curry schön sämig und „trennt“ sich beim Kochen leicht, was für die Optik (die roten Fettäuglein) gewünscht ist.
- Kaffir-Limettenblätter: Sie sind das Geheimnis des typischen, frischen Thai-Aromas. Du bekommst sie frisch oder getrocknet im Asialaden. Tipp: Wenn du sie nirgends findest, ist der Abrieb einer Bio-Limette ein solider Notfall-Ersatz.
- Thai-Basilikum (Horapa): Bitte nicht mit italienischem Basilikum verwechseln! Thai-Basilikum schmeckt leicht nach Anis und Lakritz. Es kommt erst ganz zum Schluss in den Topf. Du kannst es übrigens hervorragend einfrieren. Das mache ich gerne, damit ich es für rotes Curry und Pad Kra Pao immer zur Hand habe.
- Das Gemüse (Thai-Auberginen & Co.): Klassischerweise gehören kleine, grüne Thai-Auberginen ins Curry. Sie sind knackig und leicht bitter. Du bekommst sie in der Regel im Asiamarkt. Findest du keine? Kein Problem!
- Die Supermarkt-Alternative: Verwende normale Auberginen (klein gewürfelt), Zucchini, Paprika, Bambussprossen oder grüne Bohnen. Erlaubt ist, was schmeckt!

Tofu oder Alternative?
Ich liebe Tofu in diesem Curry, weil er den Geschmack der Soße perfekt aufnimmt. Verwende am besten festen Naturtofu. Tipp: Wenn du Tofu skeptisch gegenüberstehst, kannst du auch vegetarische „Hähnchen“-Stücke auf Soja- oder Erbsenbasis verwenden. Sie passen von der Textur hervorragend in die Soße.

So bereitest du das vegetarische Thai Curry zu (Die Technik)
Vielleicht wunderst du dich bei der Zubereitung: „Warum braten wir das Gemüse nicht an?“ In der thailändischen Küche werden Currys eher gekocht als gebraten.
- Wir „braten“ nur die Currypaste an (in etwas Öl oder der festen Kokoscreme, die sich oben in der Dose absetzt), um die Aromen zu wecken.
- Dann löschen wir mit Kokosmilch ab.
- Gemüse und Tofu garen dann direkt in der Flüssigkeit. Das spart Fett und sorgt dafür, dass sich die Aromen verbinden. Jetzt nicht mehr zu lange ziehen lassen, wir wollen, dass das Gemüse noch recht knackig ist.

Vegetarisches rotes Thai Curry
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- 300 g Tofu
- 150 g Paprika
- 50 g Zuckerschoten
- 100 g Asiatische Aubergine optional, sonst mehr Paprika und Zuckerschoten
- 1 EL Kokosöl
- 10 g Curry Paste rot
- 800 ml Kokosmilch
- 250 ml Wasser
- 4 Kaffir Limettenblätter
- 4 EL Fischsoße vegetarisch, oder Sojasoße
- 20 Blätter Thai Basilikum
- Jasminreis frisch gekocht
Anleitung
- Schneide den Tofu in mundgerechte Würfel. Befreie die Paprika vom Kerngehäuse und schneide sie ebenfalls in mundgerechte Stücke. Halbiere die Zuckerschoten. Wer Thai Auberginen ergattern konnte, schneide sie ebenfalls in mundgerechte Stücke.
- Erhitze das Kokosöl in einem Wok oder einer Pfanne. Gib die Currypaste dazu und lass sie unter beständigem Rühren warm werden. Die Paste entwickelt dadurch besonders viel Aroma.
- Lösche die Currypaste mit Kokosmilch und Wasser ab. Gib Die Kaffir Limettenblätter dazu und bringe die Mischung zum Kochen. Würze sie mit Fischsoße und füge das Gemüse und den Tofu hinzu. Lass das Curry für 10-15 Minuten köcheln.
- Schmecke das Curry mit Fischsoße ab und serviere es mit frisch gekochtem Basmati Reis und Thai Basilikum.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Häufige Fragen zum roten Thai Curry
Rotes Curry liegt auf der Schärfe-Skala meist im Mittelfeld (Grün ist oft am schärfsten, Gelb/Massaman am mildesten).
Tipp: Taste dich bei der Currypaste heran. Starte mit 1 Esslöffel. Wenn du es feuriger magst, kannst du später immer noch mehr Paste in etwas heißer Flüssigkeit auflösen und nachgießen.
Absolut! Rotes Curry vegetarisch eignet sich perfekt für Meal Prep. Es hält sich 2–3 Tage im Kühlschrank. Auch Einfrieren klappt super. Einziges Manko: Das Gemüse wird nach dem Auftauen etwas weicher sein als frisch gekocht.
Aufwärm-Tipp: Gib beim Aufwärmen einen Schuss frisches Wasser dazu, da die Soße oft etwas andickt.
Klassisch ist Jasminreis („Duftreis“). Ich mag auch braunen Jasminreis sehr gerne. Aber auch Reisnudeln (breite Bandnudeln) passen hervorragend zur sämigen Soße.
Welches Lieblingsessen hast du auf einer Reise für dich entdeckt? Verrate es mir in den Kommentaren!










