Wenn es einen Dip gibt, der den schmalen Grat zwischen „angenehm pikant“ und „Hilfe, meine Nase brennt!“ meistern muss, dann ist es Sahnemeerrettich. Er ist für mich der absolute Klassiker, der auf keinem Festbuffet fehlen darf – egal ob zum edlen Fisch oder als vegetarischer Begleiter zur Roten Bete.

Ich bin ganz ehrlich, Sahnemeerrettich war für mich ganz lange eher so eine Nebensache. Kauft man halt, wenn es gebeizten Lachs oder Kartoffelpuffer gibt, mit ein; gut ist’s. Bis ich letztes Jahr das erste Mal eine echte Meerrettichwurzel in meinem Hofladen in die Finger bekommen habe und direkt sehr fasziniert war. Das musste ich testen. Und, was soll ich sagen? Wie so oft ist die selbstgemachte, frische Variante um Welten besser, weshalb es für mich jetzt kein Zurück mehr gibt.
Die ätherischen Öle der frischen Wurzel haben eine ganz andere Tiefe, und die Sahne macht das Ganze wunderbar fluffig. Ich zeige dir heute mein einfaches Grundrezept, das in 5 Minuten fertig ist und dir garantiert nicht die Tränen in die Augen treibt (zumindest nicht beim Essen!).

Das Geheimnis des Sahne Meerrettich Rezept: 3 goldene Regeln
- Regel 1: Die Balance aus Schärfe & Milde Das A und O ist das Verhältnis von Wurzel zu Sahne. Frischer Meerrettich (Kren) hat Power! Die Kunst ist es, die ätherischen Senföle so einzubetten, dass sie kitzeln, aber nicht beißen. Mein Tipp: Taste dich ran. Gib lieber erst etwas weniger Meerrettich in den Mixer und schmecke ab. Nachwürzen geht immer, Schärfe rausnehmen ist schwerer.
- Regel 2: Zitronensaft gegen den „Grauschleier“ Meerrettich oxidiert an der Luft rasend schnell und wird unappetitlich braun-grau. Nicht schön! Der Zitronensaft in meinem Rezept ist also doppelt wichtig: Er bringt frische Säure als Gegenspieler zur Sahne UND er hält deinen Dip strahlend weiß.
- Regel 3: Die richtige Konsistenz Wir wollen keine suppige Soße, sondern eine streichfähige Creme. Deswegen schlagen wir die Sahne hier nicht separat steif (das trennt sich oft wieder), sondern mixen alles zusammen zu einer Emulsion. Das Salz und die Säure sorgen dafür, dass die Sahne leicht anzieht und die perfekte Dip-Konsistenz bekommt.

Die Zutaten: 5 Dinge, die du fast immer da hast
- Der Meerrettich: Frische Wurzel ist Pflicht! Achte beim Kauf darauf, dass sie sich nicht biegen lässt – dann ist sie knackig frisch.
- Die Sahne: Normale Schlagsahne ist perfekt. Bitte keine Kochsahne verwenden, wir brauchen den Fettgehalt als Geschmacksträger für die Schärfe.
- Die Zitrone: Saft für die Farbe, Abrieb für das Aroma.
- Zucker & Salz: Die Prise Zucker ist wichtig, um die herbe Note des Meerrettichs abzurunden.
Sahne Meerrettich selber machen: Schritt für Schritt
- Vorbereitung: Schäle die Wurzel. Sicherheitstipp: Mach das Fenster auf oder die Dunstabzugshaube an! Beim Reiben werden die ätherischen Öle frei, und das kann ordentlich in den Augen zwiebeln.
- Mixen: Rasple den Meerrettich grob vor. Dann kommt alles – Raspel, flüssige Sahne, Gewürze – zusammen in dein Mixgefäß.
- Abschmecken: Püriere es zur gewünschten Konsistenz. Magst du es stückiger? Dann mixe nur kurz. Soll es eine feine Creme sein? Dann gib Gas!

Wozu der Dip passt & wie du ihn abwandeln kannst
Serviervorschläge
- Der Klassiker: Natürlich zu Fisch! Besonders genial harmoniert die Schärfe mit meinem selbst gebeizten Lachs. Eine unschlagbare Kombi für Gäste.
- Vegetarisch: Ein Traum zu gebackener Roter Bete, Ofenkartoffeln oder einfach auf einem frischen Sauerteigbrot mit Schnittlauch.
Baukasten für Variationen
- Fruchtig: Reibe einen halben Apfel mit hinein (Apfelkren-Style). Das macht ihn milder und frischer.
- Leichter: Ersetze die Hälfte der Sahne durch Joghurt oder Schmand, wenn du es weniger mächtig magst (dann wird er aber etwas flüssiger).

Frischer Sahnemeerrettich selber machen
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- 150 g frischer Meerrettich
- 100 ml Schlagsahne
- 1 TL Salz
- 1 EL Zitronensaft
- 1 Prise Zitronenabrieb
- 1 TL Zucker
Anleitung
- Schäle die Meerrettichwürzel und rasple sie grob. Gib die Raspel dann zusammen mit Schlagsahne und Salz sowie Zitronensaft, Zitronenabrieb und Zucker in ein Mixgefäß.
- Mixe die Zutaten mit einem Stabmixer gründlich durch, sodass eine streichfähige Paste entsteht. Schmecke den Sahnemeerrettich mit Salz, Zitronensaft und Zucker ab.
- Lagere ihn bis zum Servieren im Kühlschrank. Er hält problemlos 5-7 Tage.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ – Deine Fragen zum Sahnemeerrettich
Im Kühlschrank, sauber abgefüllt in einem Schraubglas, hält er sich problemlos 5–7 Tage. Er zieht sogar noch etwas durch!
Das kann passieren, wenn der Meerrettich sehr wasserhaltig war. Rühre einfach einen Löffel Schmand oder Frischkäse unter, das gibt wieder Bindung.
Ja! Vegane Schlagcremes funktionieren oft super, da sie sehr stabil sind. Achte nur darauf, eine ungesüßte Variante zu nehmen.
Ich hoffe, du traust dich an die frische Wurzel! Es lohnt sich wirklich. Verrate mir doch mal in den Kommentaren: Bist du Team „Tränen in den Augen vor Schärfe“ oder magst du es lieber mild-cremig?








