Ein Schokofondue selber machen ist für mich der Inbegriff von gemütlichem Beisammensein. Ob an Silvester, zum Valentinstag oder als Highlight beim Kindergeburtstag: Wenn der Topf mit flüssiger Schokolade auf dem Tisch steht, leuchten alle Augen.

Wer hier schon eine Zeit lang mitliest, den wird dieses Geständnis wenig verwundern: Ich bin ein riesiger Schokoholic (mein zweites Rezept auf dem Blog waren nicht umsonst diese Schokobrownies!). Aber um Schokofondue habe ich lange einen Bogen gemacht. Warum? Ich wollte mir nicht noch ein Küchengerät anschaffen, das dann 364 Tage im Jahr den Schrank verstopft. Aus beruflichen Gründen verfüge ich nämlich über eine beachtliche Sammlung an Zubehör. Alles, was nicht sein muss, wird auch nicht angeschafft – Punkt.
Als ich mal wieder eine Ganache für eine Torte vorbereitet habe, kam mir aber die Idee, dass so ein Schokofondue vielleicht gar kein Fondue-Set braucht! Und siehe da, mit dem richtigen Rezept kannst du Schokofondue selber machen – und zwar ganz ohne Gerät! Mit einer simplen Schüssel und dem richtigen Rezept-Trick, damit die Schokolade lange flüssig und cremig bleibt.

Das Geheimnis: Warum du kein Fondue-Gerät brauchst
Wenn du einfach nur Schokolade schmilzt, wird sie beim Abkühlen schnell wieder fest, bröckelig und glanzlos. Wer kein Stövchen mit Teelicht hat, hat dann nach 10 Minuten einen Schokoklotz. Außerdem brennt die Schokolade in so einem Topf mit Stövchen auch schnell am Boden der Schüssel an. Mein Trick: Wir machen eine Ganache. Das bedeutet, wir schmelzen die Schokolade nicht pur, sondern in heißer Sahne.
Der Vorteil: Die Sahne sorgt dafür, dass die Schokolade auch bei Zimmertemperatur viel länger flüssig und geschmeidig bleibt. Sie wird cremig, nicht hart. So kannst du das Schokofondue ganz einfach selber machen, indem du einfach eine dicke Keramikschüssel auf den Tisch stellst.
Die besten Zutaten zum Dippen
Erlaubt ist, was schmeckt! Hier sind meine Favoriten, die bei unseren Gästen immer am besten ankommen:
- Frisches Obst: Der Klassiker. Wichtig ist, dass du das Obst nach dem Waschen gut abtrocknest, damit die Schokolade haftet.
- Im Sommer: Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen.
- Im Winter: Bananen, Trauben, Birnen, Ananas oder Physalis.
- Vorsicht ist geboten bei: Sehr wässrigen Früchten wie Melone oder säurehaltigen wie Kiwi – sie können mit der Sahne bitter werden. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass gelbe Kiwis hervorragend im Schokofondue funktionieren. Bei grünen hatte ich das Problem mit dem Bitterwerden allerdings auch schon mal.
- Salziges (Mein Geheimtipp!): Die Kombination aus süß und salzig ist unschlagbar.
- Salzbrezeln oder Salzstangen.
- Salzige Cracker (z. B. Ritz).
- Für Mutige: Kartoffelchips (extra dick und geriffelt, damit sie nicht brechen – Salt and Vinegar sind am leckersten).
- Süßes & Gebäck:
- Marshmallows (lieben Kinder!).
- Keksreste oder Waffelstücke.
- Pancakes, in Streifen geschnitten.

Die richtige Schokolade wählen
Für das perfekte Ergebnis empfehle ich eine Mischung aus Zartbitter und Vollmilch.
- Nur Vollmilch wird oft extrem süß.
- Nur Zartbitter ist für Kinder oft zu herb.
Meine Mischung: 2 Teile Zartbitter auf 1 Teil Vollmilch. Das ergibt den perfekten „Schokoladen-Geschmack“. Expertentipp: Verwende keine „Kuvertüre“ (die ist oft fettiger), sondern ganz normale Tafelschokolade, die du auch so essen würdest.

3 Tipps Schokofondue selber zu machen
Obwohl es simpel ist, kann Schokolade eine Diva sein. Hier sind die wichtigsten „Don’ts“:
- Kein Wasser! Pass auf, dass kein einziger Tropfen Wasser in die geschmolzene Schokolade gerät (auch kein Wasserdampf). Sonst „gerinnt“ die Schokolade sofort und wird grieselig.
- Nicht kochen: Die Sahne darf heiß sein, aber die Schokolade sollte darin nur schmelzen, nicht kochen. Zu viel Hitze macht Schokolade bitter und stumpf.
- Die Rettung: Sollte das Fondue am Tisch doch mal zu fest werden (weil ihr so gemütlich quatscht), stell die Schüssel einfach für 10–20 Sekunden in die Mikrowelle oder kurz ins Wasserbad.
Varianten für mehr Abwechslung
- Weihnachtlich: Eine Prise Zimt, Kardamom oder Lebkuchengewürz in die Sahne geben.
- Für Erwachsene: Ein Schuss Cointreau (Orangenlikör), Baileys oder Rum gibt dem Ganzen den gewissen Kick.
- White Chocolate: Das Rezept funktioniert auch mit weißer Schokolade. Da diese aber süßer ist, passen hier säuerliche Früchte (wie Himbeeren) am besten.

Schokofondue ganz einfach selber machen
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Drucken Pinnen BewertenZutaten
- 200 g Schokolade zartbitter
- 100 g Schokolade vollmilch
- 250 g Schlagsahne
- 30 ml Cointreau optional
- 400 g frisches Obst Ananas, Apfel, Beeren, Trauben, Banane usw.)
- Salzbrezeln und Marshmallows
Anleitung
- Wasche das Obst und schneide es in mundgerechte Stücke.
- Hacke die Schokolade fein und vermenge die beiden Schokoladen in einer hitzebeständigen Schüssel. Erwärme die Sahne und gieße die warme Sahne über die Schokolade. Lass die Mischung etwa 5 Minuten stehen und rühre dann kräftig um bis die Schokolade geschmolzen ist. Füge nach Wünsch Cointreau hinzu.
- Richte das Obst sowie Salzbrezeln und Marshmallows auf Tellern an und serviere sie zum Schokofondue.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen & Rettung in der Not
Keine Panik, das kann passieren, wenn versehentlich ein kleiner Spritzer Wasser oder Wasserdampf in die Schokolade gelangt ist (das nennt man „Seizing“).
Die Rettung: Es klingt verrückt, aber du musst noch mehr Flüssigkeit hinzufügen! Gib esslöffelweise kochendes Wasser (oder mehr heiße Sahne) dazu und rühre wild mit dem Schneebesen. Die Masse wird dadurch zwar etwas dünner, verbindet sich aber wieder zu einer glatten, leckeren Schokosauce. Gerettet!
Auf keinen Fall wegwerfen! Wenn das Fondue abkühlt, wird es fest (wie eine Trüffelmasse).
Idee 1: Stell die Schüssel in den Kühlschrank. Am nächsten Tag hast du den luxuriösesten Schoko-Brotaufstrich der Welt.
Idee 2: Gib die Reste in heiße Milch und rühre um – zack, beste heiße Schokolade.
Verwende am besten ganz normale Tafelschokolade, die du auch pur gerne isst. „Kuvertüre“ enthält oft mehr Fett und weniger Geschmack, „kakaohaltige Fettglasur“ ist ein No-Go. Eine Mischung aus Zartbitter (fürs Aroma) und Vollmilch (für die Süße) schmeckt den meisten Gästen am besten.
Na klar! Ersetze die Kuhmilchsahne einfach durch eine pflanzliche Schlagcreme oder (für einen Hauch Exotik) durch Kokosmilch aus der Dose (die cremige, feste Schicht). Achte bei der Schokolade darauf, dass sie vegan ist (viele Zartbittersorten sind das ohnehin).
Welche Früchte tunkst du am liebsten ins Schokofondue? Verrate es mir in den Kommentaren!










Wirklich ganz easy und schmeckt sehr gut!
Vielen Dank liebe Barbara :)