Ramen ohne Fleisch und Ei? Schmeckt das nicht langweilig? – Auf keinen Fall! Ich behaupte sogar: Diese vegane Ramen Suppe ist eine der aromatischsten Varianten überhaupt.

Einer der Gründe, warum ich die japanische Küche so sehr liebe, ist, dass sie eine der besten Ressourcen für pflanzliche Umami-Quellen ist. Misopaste, Tofu, Sojasauce, Dashi und Co. – überhaupt die große Menge fermentierter Lebensmittel, das ist eine echte Goldgrube in Sachen veganer Umami-Quellen. Genau diese Zutaten habe ich mir zunutze gemacht und eine vegane Ramen zusammengestellt, die die reine Pflanzen-Power in Sachen Umami vereint.
Getrocknete Pilze, Algen, Miso und würziger Räuchertofu. Das Ergebnis ist eine wärmende Schüssel Comfort Food, die nicht nur unglaublich lecker schmeckt, sondern dank viel Gemüse auch noch richtig gesund ist. Der heimliche Star in diesem Rezept ist übrigens der gebratene Mais – eine Kombi, die man so ähnlich auch im Norden Japans (Sapporo) liebt.

Wie bekommt man vegane Ramen so würzig?
Die größte Herausforderung – und gleichzeitig der größte Hebel – bei der veganen Ramen-Suppe ist die Brühe. Sie soll kräftig schmecken und nicht einfach nur nach Salzwasser. Gleichzeitig bleibt im Alltag nicht viel Zeit, um stundenlang Gemüsebrühe aus den verschiedensten Gemüsen zu kochen. Wir verfeinern also fertige Gemüsebrühe! Hier sind meine Tricks für die perfekte Basis:
- Getrocknete Shiitake & Nori: Wir kochen die Gemüsebrühe kurz mit getrockneten Pilzen und einem Nori-Blatt (Alge) auf. Beide Zutaten enthalten natürliche Glutamate (Geschmacksverstärker der Natur!), die für diesen typisch herzhaften, „fleischigen“ Geschmack sorgen.
- Räuchertofu: Statt Chashu (Schweinebauch) verwenden wir Räuchertofu. Er bringt eine tolle Rauchnote in die Suppe, die an Speck erinnert. In Sojasauce und Sesamöl gebraten, wird er wunderbar knusprig.
- Miso-Paste: Die fermentierte Bohnenpaste ist das Herzstück. Sie sorgt für Salz, Würze und Bindung.
Die Toppings: Mehr als nur Deko
Bei Ramen ist die Einlage genauso wichtig wie die Suppe. Für dieses Rezept habe ich eine bunte Mischung gewählt, die verschiedene Texturen bietet:
- Der „Crunch“: Gebratener Mais. Ich brate ihn in etwas veganer Butter an. Die Süße des Mais passt sensationell zur salzigen Miso-Brühe.
- Das Grüne: Pak Choi und Zuckerschoten. Sie werden nur kurz in der Brühe gegart, damit sie knackig bleiben und Vitamine liefern.
- Die Pilze: Wir nutzen frische Asia-Pilze (wie Shimeji oder Enoki) als Einlage, zusätzlich zu den getrockneten in der Brühe.

Welche Zutaten brauchst du?
Ein kurzer Blick in den Vorratsschrank:
- Brühe: Eine gute Gemüsebrühe ist das A und O. Du kannst auch Pilzbrühe als Basis verwenden, die ist grundsätzlich schon etwas aromatischer.
- Würze: Miso-Paste (am besten helle oder rote), Sojasauce, Reisessig (für die Säure) und Sesamöl.
- Nudeln: Achte beim Kauf von Ramen-Nudeln darauf, dass sie vegan sind (manche enthalten Ei). Viele getrocknete Sorten sind aber traditionell ohne Ei hergestellt.
- Tofu: Ein fester Räuchertofu eignet sich hier am besten, da er beim Braten nicht zerfällt.

Meal Prep: Kann ich das vorbereiten?
Absolut! Vegane Ramen eignen sich super zum Vorbereiten, solange du die Komponenten getrennt aufbewahrst.
- Du kannst die Brühe (mit Pilzen/Algen) vorkochen und im Kühlschrank lagern.
- Den Tofu und den Mais kannst du anbraten und in Dosen verpacken.
- Aber: Die Nudeln bitte immer erst frisch kochen, sonst saugen sie die ganze Flüssigkeit auf und werden matschig.

Vegane Miso Ramen Suppe
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Zutaten für die Brühe:
- 1 Liter Gemüsebrühe
- 3 Shiitake Pilze getrocknet
- 1 Nori-Blatt
- 2 TL Misopaste
- 1 EL Reisessig
- 2 EL Sojasoße
Zutaten für den Räuchertofu:
- 200 g Räuchertofu
- 1 EL Pflanzenöl
- 1 TL Sesamöl
- 1 EL Sojasoße
Außerdem:
- 2 Pak Choi
- 100 g Zuckerschoten
- 100 g Asia-Pilze
- 1 Maiskolben oder 100 g Maiskörner
- 1 EL Butter pflanzlich
- 200 g Ramennudeln getrocknet
- 1 Frühlingszwiebel
- 1 Chilischote
Anleitung
- Gib die Gemüsebrühe in einen passenden Topf. Füge Shiitake und Nori Blätter hinzu und lass die Gemüsebrühe für ca. 20 Minuten köcheln.
- Schneide den Räuchertofu in mundgerechte Stücke. Erhitze das Öl in einer Pfanne und brate den Tofu darin knusprig an. Gib Sesamöl und Sojasoße hinzu und gare den Tofu weiter, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
- Halbiere die Pak Choi. Wenn die Köpfchen sehr groß sind, kannst du die Blätter auch abtrenne. Garen den Pak Choi für 1-2 Minuten in der kochenden Brühe.
- Halbiere die Zuckerschoten schräg und gib sie ebenfalls für einige Minuten in die kochende Brühe.
- Schneide die Asiapilze vom Strunk und lass sie ebenfalls für einige Minuten in der Brühe gar ziehen.
- Trenne die Maiskörner vom Strunk. Erwärme die Butter und brate die Maiskörner darin an bis sie eine intensive goldbraune Farbe angenommen haben. Bestreue den Mais mit etwas Salz.
- Schneide die Frühingszwiebel und die Chilischote in feine Ringe. Gare die Ramen Nudeln nach Packungsangabe.
- Gib Misopaste, Reisessig und Sojasoße in die Rührschüssel und gieße die Gemüsebrühe auf. Rühre kräftig um sodass sich die Misopaste auflösen kann. Gib die Nudeln hinzu und lege Pak Choi und Pilze dazu. Füge die Maiskörner hinzu sowie den Tofu und garniere die vegane Ramen mit Chilischote und Frühlingszwiebel.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Häufige Fragen zur veganen Ramen
Für dieses Rezept empfehle ich eine helle Miso-Paste (Shiro). Sie ist würzig, aber nicht zu dominant. Wenn du es sehr kräftig magst, geht auch rote Miso-Paste – taste dich hier aber vorsichtig mit der Menge heran.
Das Rezept lässt sich leicht glutenfrei abwandeln:
Verwende Reisnudeln oder spezielle Ramen aus Buchweizen/Reis (z. B. von „Terrasana“). Ersetze die Sojasauce durch Tamari (glutenfreie Sojasauce). Achte beim Miso darauf, dass es auf Reis-Basis (und nicht Gerste) fermentiert wurde.
Getrocknete Shiitake gibt es in fast jedem gut sortierten Supermarkt oder im Bioladen und natürlich im Asiamarkt. Frische Asia-Pilze wie Enoki oder Shimeji findest du im Asiamarkt. Falls du keinen in der Nähe hast: Braune Champignons oder Kräuterseitlinge schmecken auch hervorragend in dieser Suppe!
Welche Misopaste verwendest du am liebsten für die vegane Ramen-Suppe? Helle oder doch lieber die aromatischere, rote?













