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3 Pinsa-Belag-Ideen (original italienisch)

Autorin: Annelie Ulrich

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5 von 2 Bewertungen
5 Stunden 55 Minuten
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Pinsa taucht aktuell auf den Speisekarten vieler guter italienischer Restaurants auf und hat sich in Rekordzeit zum absoluten Foodtrend entwickelt. Und das völlig zu Recht! Wenn du klassische Pizza magst, wirst du von Pinsa absolut begeistert sein.

Pinsa belegen mit 3 Ideen von Margarita über Pfirsich Gorgonzola zu Burrata mit Feigen.

Aber was genau ist das eigentlich? Genau das habe ich mich nach meiner ersten Pinsa auch gefragt. Durch unseren Pizzaofen bin ich ja immer auf der Suche nach neuen Rezepten, die ich darin zubereiten kann. Da kam mir „Pizza mal anders“ also genau richtig, und ich bin der Sache genauestens auf den Grund gegangen.

Ich erkläre dir heute den Unterschied zur Pizza und zeige dir mein original italienisches Pinsa-Rezept mit einem genialen Grundteig aus drei verschiedenen Mehlsorten. Dieser wird zu rustikalen, länglichen Fladen gebacken, die du ganz nach Belieben belegen kannst. Neben dem Teig habe ich dir natürlich auch gleich drei geniale Pinsa-Belag-Ideen (von klassisch bis außergewöhnlich) mitgebracht!

Ein Pinsa Rezept mit Feigen und Burrata.

Was ist Pinsa eigentlich?

Pinsa ist so etwas wie die römische, bekömmlichere Schwester der Pizza. Sie ist in der Regel oval und erinnert in ihrer rustikalen Form fast ein wenig an traditionelle Focaccia. Der Teig ist im Inneren unglaublich saftig, wirft beim Backen riesige Luftblasen und ist außen sensationell knusprig.

Er geht mehrere Tage (mindestens aber 24 Stunden) lang im Kühlschrank auf und wird mit sehr viel Wasser (hohe Hydration) zubereitet. Zwar gibt es die Ur-Form der Pinsa schon seit der Antike, sie geriet jedoch in Vergessenheit und wurde erst vor einigen Jahren von Corrado Di Marco wiederentdeckt, der in Rom die erste Pinseria eröffnete und die Mehlmischung perfektionierte.

Pfirsich, Gorgonzola und Basilikum auf einem Pinsa.

Die magische Mehlmischung für Original italienische Pinsa

Das Geheimnis der Pinsa Romana liegt nicht nur in der langen Gehzeit, sondern in der speziellen Mischung aus drei Mehlsorten, die dem Teig seine einzigartige Textur verleihen:

  • Weizenmehl Tipo 00 (oder Type 550): Bildet die starke Basis und sorgt für das feste Glutengerüst.
  • Reismehl: Das Reismehl ist der absolute Schlüssel für die Knusprigkeit! Da Reismehl im Gegensatz zu Weizen Wasser beim Backen nicht festhält, verdampft es im Ofen rasend schnell – die Kruste poppt auf und wird mega crunchy.
  • Kichererbsenmehl (oder Sojamehl): Liefert Protein und sorgt für die schöne, goldgelbe Farbe und ein leicht nussiges Aroma.
Ein Pinsa Rezept original italienisch mit Tomaten und Mozzarella.

Die Zubereitung: Autolyse und ganz viel Zeit

Zunächst werden die drei Mehle nur mit eiskaltem Wasser vermengt und dürfen 30 bis 60 Minuten ruhen. Dieser magische Prozess wird Autolyse genannt. Er sorgt dafür, dass Stärke und Eiweiß im Mehl schon vorab quellen. Es bilden sich von ganz alleine extrem lange Glutenstränge. Sie sorgen später für die grandiose Textur, die den Teig beim langwierigen Kneten nicht reißen lässt.

Nach der Autolyse fügst du winzige Mengen Hefe, Salz und Öl hinzu, knetest alles ausgiebig und verfrachtest den Teig dann für mindestens 24 (besser 48) Stunden in den Kühlschrank.

Ein geschnittenes Pinsa nach original italienischem Rezept.

3 geniale Pinsa Belag Ideen

Hast du den Teig fertig, sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hier sind meine drei liebsten Varianten (übrigens auch perfekt, um fertige, vorgebackene Pinsa-Böden aus dem Supermarkt zu belegen):

  • Klassisch (Pinsa Margherita): Tomatensoße, frischer Mozzarella und nach dem Backen etwas Basilikum und ein Schuss gutes Olivenöl.
  • Süß & herzhaft (Burrata & Feige): Tomatensoße, darauf frische Feigen mitbacken. Die kühle, supercremige Burrata reißt du erst nach dem Backen in groben Stücken über die heiße Pinsa. Die Kombination ist unschlagbar!
  • Pinsa Bianca (Gorgonzola & Aprikose): Ganz ohne Tomatensoße! Bestreiche den Fladen mit etwas Schmand, verteile frische Aprikosenspalten und würzigen Gorgonzola darauf. Ein ungewöhnlicher, aber grandios aromatischer Belag.

3 Pinsa Belag Ideen Original Italienisch

Original italienisches Pinsa Rezept mit drei leckeren Ideen zum Pinsa belegen. Echtes italienisches Soulfood!
Autor: Annelie

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Vorbereitung 20 Minuten
Ruhezeit 5 Stunden 30 Minuten
Koch-/Backzeit 5 Minuten
Gesamtzeit 5 Stunden 55 Minuten
Anzahl Personen 4

Zutaten 

Zutaten für den Teig:

  • 400 g Weizenmehl Tipo 00 oder Typ 550
  • 75 g Reismehl
  • 25 g Kichererbsenmehl
  • 320 ml Wasser
  • 2 g Hefe
  • 25 g Lievito Madre oder Sauerteigstarter – alternativ 1 g Hefe
  • 30 g Olivenöl
  • 15 g Salz

Belag allgemein:

  • 1 Dose San Marzano Tomaten geschält
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Oregano

Pinsa Margharita:

  • 50 g Mozzarella
  • 3 Blätter Basilikum
  • 1 EL Olivenöl nach dem Backen darüber träufeln

Burrata & Feige:

  • 150 g Burrata
  • 1 Feige
  • 3 Blätter Basilikum

Gorgonzola:

  • 50 g Schmand
  • 1 Aprikose
  • 30 g Gorgonzola
  • Basilikum

Anleitung 

  • 400 g Weizenmehl, 75 g Reismehl und 25 g Kichererbsenmehl in einer Rührschüssel vermengen. 320 ml Wasser dazugeben und kurz unterrühren. Teig dann etwa 30 Minuten zur Autolyse stehen lassen.
    Was ist Autolyse? Durch die Autolyse quellen Stärke und Eiweiß im Mehl auf. Das enthaltene Gluten entwickelt lange Stränge was dem Teig später mehr Struktur verleiht.
  • Nach der Autolyse 2 g Hefe, 25 g Lievito Madre, 30 g Olivenöl und 15 g Salz mit in die Schüssel geben und Teig für etwas 10-15 Minuten mit der Küchenmaschine kneten bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist, der sich von den Seiten der Rührschüssel löst. Der Teig ist fertig, wenn er den “Fenstertest” besteht. Das heißt, der Teig lässt sich mit den Fingern so dünn ziehen, dass das Licht durchscheint.
    Variante ohne Lievito Madre: Wenn Du keine Lievito Madre (ein milder italienischer Sauerteig) zur Hand hast kannst Du stattdessen Roggensauerteig verwender oder 1g Hefe extra. So kommst Du dann auf insgesamt 3 g Hefe im Teig.
  • Teig auf der Arbeitsfläche kurz zu einer Kugel formen. Zurück in die Rührschüssel oder ein großes Gefäß mit Deckel geben und bei geschlossenem Deckel zunächst etwa 1 Stunde bei Raumtemperatur und dann für 1-2 Tage im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Nach der Rührzeit Teig aus dem Kühlschrank nehmen, in 4-5 gleichmäßige Portionen verteilen (gerne Küchenwaage zur Hand nehmen). Die Teigportionen zu kompakten Kugeln formen, auf ein Blech setzen, mit etwas Öl bepinseln und mit Frischhaltefolie gut zudecken, sodass der Teig nicht austrocknen kann. 4 Stunden aufgehen lassen.
  • 30-60 Minuten vom geplanten Backzeitpunkt den Backofen auf mindestens 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ggf. Pizzastein, oder Pizzastahl in den Backofen legen um ebenfalls vorheizen.
  • Mehl bereitstellen, Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und die erste Teigportion zu einem länglichen Fladen formen. Er sollte nicht zu dünn sein und einen deutlichen Rand haben. Teigfladen auf eine mit reichlich Mehl oder Hartweizengrieß bestäube Pizzaschaufel oder ein großes Blech legen, wieder in Form ziehen und mit Tomatensauce, Mozzarella und Belag nach Wunsch Belegen.
  • Im vorgeheizten Backofen für ca. 5 Minuten knusprig backen bis der Käse geschmolzen ist und der Rand goldbraun geworden ist. Aus dem Backofen holen und direkt servieren. So mit allen weiteren Teig Portionen verfahren und ganz nach Geschmack belegen.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 789 kcal
Fett 30 g
Zucker 4 g
Eiweiß 30 g
Kohlenhydrate 101 g
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FAQ: Die häufigsten Fragen zu Pinsa

Was ist Lievito Madre?

Lievito Madre ist ein sehr milder, italienischer Sauerteig, der oft in Pinsa- und Panettone-Teigen verwendet wird. Er sorgt für noch mehr Triebkraft und ein fantastisches Aroma. Wenn du keinen Lievito Madre hast, ist das gar kein Problem: Verwende einfach die im Rezept angegebenen 2 Gramm frische Hefe! Das klappt genauso gut. Wenn du einen Sauerteig-Starter hast, dann kannst du den Lievito Madre auch damit ersetzen.

Warum ist mein Teig so flüssig?

Pinsa-Teig hat eine sogenannte hohe „Hydration“ (viel Wasser im Verhältnis zum Mehl). Er ist und bleibt weicher und klebriger als normaler Pizzateig. Das ist völlig normal und gewollt, denn genau das Wasser sorgt beim Backen für die extremen Luftblasen im Teig! Arbeite beim Formen am Ende einfach mit ausreichend Hartweizengrieß an den Händen.

Wie belegst du deine Pinsa am liebsten? Verrate es mir in den Kommentaren, denn ich suche immer neue Ideen!

Ein Bild von Annelie von Heisse Himbeeren
Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

2 Gedanken zu „3 Pinsa-Belag-Ideen (original italienisch)“

  1. 5 Sterne
    Liebe Annelie,
    dein Rezept habe zu meinem Geburtstag ausprobiert. Meine Gäste und ich waren sehr begeistert. Vielen Dank für deine tollen Anregungen. LG Doris

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