Apfelmus schmeckt selbst gemacht einfach am allerbesten! Und es ist erfreulich simpel. Egal, ob zum Direktessen oder eingekocht als Vorrat, mit diesem Rezept gelingt dir das leckerste Apfelmus.

Was Äpfel betrifft, bin ich eine sehr reiche Frau. Denn wir haben im Garten nicht nur einen Apfelbaum, sondern gleich zwei. Einen frühen Apfel, der schon im Juli reif ist, und einen Boskop-Baum, der uns im Herbst mit Früchten beschenkt. Es versteht sich vermutlich von selbst, dass Apfelkuchen, Apfelstrudel und Co. bei mir also an der Tagesordnung sind. Noch häufiger gibt es aber Apfelmus. Mal zu Pfannkuchen, Kartoffelpuffern oder einfach so zu Vanilleeis liebe ich es nämlich sehr.
Dabei habe ich im Laufe der Jahre die simpelste Technik ertüftelt, bei der man die Äpfel nicht schälen muss. Entkernen reicht vollkommen. Durch die Schale am Apfel kriegt das Mus auch gerne mal eine hübsche, rosa Farbe. Ich verrate dir meine einfachen Tricks für richtig leckeres Apfelmus und natürlich auch, wie du es einkochst und haltbar machst. Denn der Vorrat an Apfelmus darf keinesfalls ausgehen, finde ich!

Warum selbst gemachtes Apfelmus besser ist
Der größte Vorteil an selbst gemachtem Apfelmus ist derselbe, den selbst kochen immer hat: Du weißt genau, was drin ist. Du kannst den Zuckergehalt selbst bestimmen, Gewürze wie Zimt oder Kardamom hinzufügen und vor allem auch mit den Apfelsorten experimentieren. Denn Apfel ist nicht gleich Apfel, und verschiedene Sorten ergeben sehr unterschiedliches Apfelmus. Während ein Boskop-Apfelmus säuerlich intensiv schmeckt, ist ein Apfelmus aus Granny-Smith-Äpfeln frischer und fruchtiger. Verwendest du einen rotfleischigen Apfel, hat es eine tolle, pinke Farbe. Außerdem ist selbst gemachtes Apfelmus auch eine wunderbare Verwertung von Fallobst und überschüssigen Äpfeln.

Welche Äpfel eignen sich?
Generell eignen sich für Apfelmus vor allem säuerliche Apfelsorten. Boskop, Granny Smith, Braeburn oder Elstar sind eine klassische Wahl. Die Säure macht die Aromen lebendiger, während eher süße Apfelsorten ein flaches, langweiliges Mus ergeben. Rotbäckige Äpfel geben deinem Apfelmus eine hübsche rosa Farbe, und mein Highlight sind jedes Jahr im Herbst wieder rotfleischige Apfelsorten wie Roter Mond, Kissabel oder Redlove.
Sie sind in der Regel intensiv sauer und herb und ergeben aromatisch ein grandioses Mus, das zusätzlich wirklich unschlagbar aussieht, weil es eine intensiv pinke oder sogar rote Farbe hat. Solche Spielereien liebe ich am Selberkochen ja generell sehr. Wie schon erwähnt, funktioniert auch Fallobst ganz hervorragend. Einfach großzügig ausschneiden und ab in den Topf damit.
Die Technik: kochen und passieren
Früher habe ich sehr ungern Apfelmus gemacht, weil mir das Schälen der Äpfel ehrlich gesagt immer viel zu aufwendig war. Mittlerweile spare ich mir das aber und entkerne die Äpfel lediglich. Dann geht’s mitsamt der Schale ab in den Topf. Dazu gesellen sich Zimtstange und etwas Zitronensaft für die Farbe. Nach 15 Minuten Köcheln streiche ich das Mus dann durch ein Sieb. Falls du eine Flotte Lotte besitzt, funktioniert die dafür auch ganz hervorragend! Der Zucker kommt erst ganz zum Schluss dazu, denn die Menge hängt stark vom persönlichen Geschmack ab und davon, wie süß die Äpfel waren. Natürlich kannst du die Äpfel alternativ auch vorab schälen und das Mus dann pürieren, ich finde meine Methode aber zum einen simpler, zum anderen bekommt man so Farbe und Aroma aus der Schale mit ins fertige Mus.

Apfelmus einkochen – so wird es haltbar
Apfelmus eignet sich hervorragend zum Einkochen. Hier gibt es aber ein paar Dinge zu beachten, denn damit das Apfelmus auch sicher konserviert werden kann, braucht es einen pH-Wert von unter 4,5. Die Zitrone erfüllt also hier einen doppelten Zweck und sorgt dafür, dass das Mus auch sauer genug ist. Äpfel liegen von Natur aus bei einem pH-Wert von etwa 3,3 bis 4,0 und damit sicher unter der kritischen Grenze. Mit säuerlichen Sorten wie Boskop und dem Zitronensaft aus dem Rezept bist du also in jedem Fall auf der sicheren Seite. Schmeckt das fertige Mus angenehm frisch-säuerlich, ist das ein gutes Zeichen – lass den Zitronensaft beim Einkochen aber auf keinen Fall weg, auch wenn du sehr säuerliche Äpfel verwendest.
Außerdem ist es sehr wichtig, dass du wirklich sterile Gläser verwendest. Zum Einkochen solltest du also folgende Abfolge beherzigen:
- Bereite den Apfelmus wie gewohnt zu, halte es aber im Topf warm.
- Sterilisiere deine Gläser. Das geht entweder, indem du Gläser und Deckel für 5 Minuten in sprudelnd kochendem Wasser auskochst oder sie 15 Minuten bei 150 °C Ober- und Unterhitze im Backofen bäckst. Die Gläser werden dann direkt befüllt.
- Fülle das Apfelmus kochend heiß in die heißen Gläser, lass maximal 1 cm Platz zum Deckel und verschließe sie sofort gründlich. Rand vorher ggf. sauber wischen.
- Stelle die verschlossenen Gläser in einen großen Topf oder Einkochautomaten. Bedecke sie vollständig mit Wasser und lass sie bei 90 °C für ca. 30 Minuten einkochen. So erreichst du die maximale Haltbarkeit von 9–12 Monaten.
Ohne das zusätzliche Einkochen hält das Mus übrigens 2–3 Monate im Glas. Wenn du dem Apfelmus mehr Zucker zufügst, unterstützt das zwar die Haltbarkeit, verlängert sie aber nicht dramatisch. Mit mehr Zucker hält es lediglich nach dem Öffnen länger. Generell hält das Mus nach dem Öffnen im Kühlschrank 5–7 Tage.
Egal, ob mit Einkochen oder ohne, der Deckel deiner Gläser sollte sich nach innen wölben, denn dann ist ein gutes Vakuum entstanden. Grundsätzlich gilt bei eingekochten Lebensmitteln, dass geblähte Deckel, Schimmel oder ein seltsamer Geruch immer dafür sorgen müssen, dass du es lieber nicht isst. Hier ist Vorsicht eindeutig besser als Nachsicht!

Einfrieren als einfache Alternative
Weitaus simpler als Einkochen ist in Sachen Haltbarmachen übrigens das Einfrieren. Hierfür eignet sich Apfelmus ganz hervorragend. pH-Wert und Zuckergehalt sind hier vollkommen irrelevant. Es hält im Eisfach ohne Weiteres mehrere Monate. Zum Einfrieren verwende ich übrigens auch gerne Gläser, die ich jedoch nicht ganz voll mache. ¼ Platz nach oben bietet genug Raum, damit sich das Mus beim Einfrieren ausdehnen kann. Für kleinere Mengen (z. B. zum veganen Backen) eignen sich auch Eiswürfelformen sehr gut.
Varianten und Verwendung
Apfelmus ist herrlich vielseitig, was die Aromen betrifft. Der Klassiker in Sachen Gewürze ist natürlich Zimt. Aber auch Vanille, Kardamom oder Mischungen wie Pumpkin Spice oder Lebkuchengewürz schmecken sehr gut.
Natürlich kannst du es auch pur lassen für das volle Apfelaroma. Birne, Quitte oder auch Zwetschge sind schöne Aroma-Ergänzungen. Was die Verwendung betrifft, kannst du deiner Fantasie hier freien Lauf lassen. Neben den Klassikern wie Kartoffelpuffer oder Kaiserschmarrn schmeckt es auch zu Milchreis, Porridge oder Joghurt hervorragend.
Apfelmus selber machen und einkochen
Rezept bewerten!
Drucken Pinnen BewertenZutaten
- 1 kg Äpfel säuerlich wie Boskop, Granny Smith oder Braeburn
- 1 Zimtstange
- ½ Zitrone Saft
- 200 ml Wasser
- 50 g Zucker mehr oder weniger nach Geschmack
Anleitung
- Wasche 1 kg Äpfel gründlich, viertle sie und entferne das Kerngehäuse. Gib die Apfelspalten mit 1 Zimtstange und dem Saft von ½ Zitrone in einen Topf und füge 200 ml Wasser hinzu.
- Bringe die Äpfel zum Kochen und lass sie bei geschlossenem Deckel etwa 15 Minuten köcheln, bis sie Äpfel weich sind.
- Gib Streiche die Äpfel nun durch ein feines Sieb um die Schalen zu entfernen. Wenn du rotbäckige Äpfel verwendest hast, bekommt dein Apfelmus eine tolle, rosa Farbe. Schmecke das Apfelmus mit 50 g Zucker ab und serviere es nach Herzenslust.
Tipps
- Bereite den Apfelmus wie oben beschrieben zu und lass es köcheln.
- Sterilisiere deine Gläser entweder, indem du Gläser und Deckel für 5 Minuten in sprudelnd kochendem Wasser auskochst oder sie 15 Minuten bei 150 °C Ober- und Unterhitze im Backofen bäckst.
- Fülle das Apfelmus nun heiß in die heißen Gläser, lass maximal 1 cm Platz zum Deckel und verschließe sie sofort gründlich. Rand vorher ggf. sauber wischen.
- Stelle die verschlossenen Gläser in einen großen Topf oder Einkochautomaten. Bedecke sie vollständig mit Wasser und lass sie bei 90 °C für ca. 30 Minuten einkochen. So erreichst du die maximale Haltbarkeit von 9–12 Monaten.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zu Apfelmus
Nein, absolut nicht! Mit meiner Methode kannst du dir das sparen, denn wir passieren die gekochten Äpfel einfach durch ein Sieb.
Am besten funktionieren säuerliche Äpfel wie Boskop, Braeburn oder Granny Smith. Es gibt im Herbst auch tolle, rotfleischige Apfelsorten wie Baya Marisa, Redlove oder Weirouge.
Das hängt ganz von deinem persönlichen Geschmack und der natürlichen Süße der Äpfel ab. Deshalb kommt der Zucker bei mir erst zum Schluss ganz nach Bedarf dazu.
Ja, das funktioniert sogar sehr gut. Wenn du es einkochst, dann ist die Haltbarkeit evtl. vor allem nach dem Öffnen etwas geringer.
Wenn du es sorgfältig eingekocht hast und sehr sauber gearbeitet hast, dann sind 9–12 Monate bei guter Lagerung an einem kühlen, trockenen Ort kein Problem.
Wenn das Apfelmus angenehm riecht, nicht verfärbt ist, nicht schimmelt und das Vakuum des Glases noch intakt ist, dann sollte es noch gut sein. Wenn dir irgendetwas seltsam vorkommt, komisch aussieht, schmeckt oder riecht, dann iss es lieber nicht mehr.
Ja, das funktioniert super!
Das passiert, wenn die Äpfel vor oder während dem Kochen oxidieren. Etwas Zitronensaft schafft hier Abhilfe.
Indem du ein besonders feines Sieb zum Passieren verwendest oder das Mus nach dem Passieren zusätzlich pürierst.
Wozu isst du Apfelmus am liebsten? Verrate es mir in den Kommentaren!









