Hot Pot oder chinesisches Fondue gibt es in vielen Varianten in ganz Asien. In würziger Brühe garen die leckersten Zutaten wie Tofu und asiatische Pilze. Mein Hot-Pot-Rezept ist vegetarisch und zu Weihnachten oder Silvester eine schöne Abwechslung zu den Klassikern. Die Zubereitung geht mit ein paar Tricks ganz schnell.

Ich durfte Hot Pot schon 2018 auf einer Reise nach Taiwan kennenlernen. Andy hatte dort beruflich zu tun und ich bekam von seinen einheimischen Kollegen eine Einführung in die Küche Taiwans. Hot Pot durfte da natürlich nicht fehlen und – was soll ich sagen – ich war hin und weg! Klar kenne ich Fondue von zu Hause und vereinfacht gesagt, ist Hot Pot „chinesisches Fondue“, aber die Aromen, Zutaten und das Feeling sind ganz anders. Dass seit einiger Zeit vermehrt Hot-Pot-Restaurants auch hier in Deutschland eröffnen, freut mich dementsprechend ungemein.
Denn das gemütliche Zusammensitzen um einen würzigen, blubbernden Topf voll Brühe ist ein echtes Event. Jeder fischt sich das heraus, worauf er Lust hat. Egal ob im Restaurant oder privat: Hot Pot funktioniert einfach immer. Diese gesellige Art zu essen ist für mich das ultimative Comfort Food. Mein Hot-Pot-Rezept ist vegetarisch (oder vegan) und eine geniale Abwechslung zu Weihnachten oder Silvester, wenn man das klassische Käsefondue mal satt hat.

Was ist Hot Pot eigentlich?
Im Grunde ist es ein Brühfondue. Der Name variiert je nach Land (in Japan heißt es Shabu Shabu, in Thailand Jim Jum), aber das Prinzip ist gleich: Ein Topf mit Brühe steht auf einer Kochplatte in der Tischmitte. Drumherum stehen Teller mit rohen Zutaten (Gemüse, Tofu, Nudeln, Pilze, hauchdünnes Fleisch). Man wirft die Zutaten hinein, wartet kurz und fischt sie mit Stäbchen oder kleinen Siebkellen wieder heraus. Der wichtigste Part: Das Gegarte wird sofort in einen selbst gemischten Dip getunkt.
Die Basis: Milde oder scharfe Brühe?
Je nach Region variiert die Suppenbasis.
- Szechuan-Art (China): Bekannt für ihre feurige, rote Brühe mit viel Chili und dem betäubenden Szechuan-Pfeffer.
- Taiwan/Japan: Hier sind die Brühen oft klarer, milder und basieren auf Pilzen, Algen oder Knochenbrühe.
Damit alle glücklich sind, habe ich dir zwei Varianten aufgeschrieben. Die Basis ist eine kräftige Gemüsebrühe mit Aromaten (Ingwer, Sternanis). Für die „Mutigen“ pimpen wir einen Teil davon mit Chiliöl, Szechuan-Pfeffer und Gochujang (mein kleiner koreanischer Geheimtipp für geschmackliche Tiefe!). Tipp: Wenn du einen „Yin & Yang“-Topf hast (einen Topf mit Trennwand), kannst du beide Brühen gleichzeitig servieren!

Welche Zutaten kommen in den Hot Pot?
Hier gibt es kein Richtig oder Falsch – erlaubt ist, was schmeckt! Da die Garzeit kurz ist, sollten alle Zutaten mundgerecht geschnitten sein. Hier sind meine vegetarischen Favoriten:
- Pilze (Ein Muss!): Shiitake, Enoki (die langen dünnen), Austernpilze oder Kräuterseitlinge. Sie geben der Brühe Geschmack und saugen sich gleichzeitig mit Aroma voll.
- Tofu-Vielfalt:
- Fester Tofu: Zerfällt nicht.
- Tofu Puffs: Frittierte Tofuwürfel (gibt’s im Asialaden), die wie Schwämme die Brühe aufsaugen. Sie gehören zu meinen absoluten Lieblingszutaten im Hot Pot!
- Seidentofu: Sehr lecker, aber hier ist ein bisschen Geschick gefragt, denn er zerfällt sehr leicht. Lege ihn am besten auf einen Löffel und schwenke ihn darauf nur kurz durch die Brühe, sodass er warm wird.
- Blattgemüse: Pak Choi, Chinakohl, Spinat, Brunnenkresse oder Chrysanthemen-Grün (Tong Ho).
- Die Sättigungsbeilage: Reisnudeln, Glasnudeln, Udon-Nudeln oder Ramen. Auch gefrorene Teigtaschen (Wan Tans oder Gyoza) sind der Hit!
- Exoten: Lotuswurzel-Scheiben (sehen toll aus und bleiben knackig) oder Algen.

Der Dip: Das Geheimnis des Geschmacks
Ohne Dip ist Hot Pot nur halb so spaßig. In Asien baut man sich seine Sauce an einer „Station“ selbst zusammen. Stell deinen Gästen einfach kleine Schälchen mit den Basis-Saucen hin:
- Sojasauce & Reisessig
- Sesampaste (oder Tahini)
- Crispy Chili Oil (Lao Gan Ma)
- Gehackter Knoblauch & Koriander
- Frühlingszwiebeln
- Sesamöl
Jeder mischt sich dann seine eigene „Signature Sauce“. Meine Lieblingskombi: Viel Sesampaste, etwas Chiliöl, ein Spritzer Essig und ganz viel Knoblauch.
Hot Pot Equipment: Was brauche ich zu Hause?
Du musst dir nicht sofort einen teuren elektrischen Hot-Pot-Topf kaufen (auch wenn die cool sind! Ich habe selbst keinen).
- Die Low-Budget-Lösung: Ein Camping-Gaskocher oder eine einzelne Induktionsplatte auf dem Tisch. Darauf ein normaler, weiter Kochtopf. Im Zweifel funktioniert auch das Fondue-Set, das sonst zu Silvester zum Einsatz kommt!
- Das Werkzeug: Jeder Gast braucht eine kleine Schüssel, Stäbchen und idealerweise ein kleines Drahtsieb (gibt es im Asialaden für wenig Geld), um die Zutaten zu fischen.

Hot Pot Rezept – Asiatischer Feuertopf
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Suppenbasis:
- 2 Liter Gemüsebrühe
- 3 Frühlingszwiebeln
- 4 Shiitake Pilze frisch oder getrocknet
- 3 Sternanis
- 1 EL Sesamöl
- 6 Knoblauchzehen
- 2 cm Ingwer
Scharfe Suppenbasis:
- Alles für die normale Suppenbasis sowie
- 2 TL Szechuan Pfeffer
- 1 Zimtstange
- 20 g Chilischoten
- 1 Kaffir-Limettenblatt
- 1 EL Gochujang
- 2 EL Sojasauce
- 1 EL Zucker
- 1 EL Reisessig
Weitere Zutaten:
- 400 g Tofu gemischt
- 200 g Asiatische Pilze
- 2 Pak Choi
- Babyspinat
- Chinakohl
- 2 Tomaten
- Glasnudeln
- Wan Tans
Dips:
- Hoisin-Sauce
- Sriracha
- Teriyaki
- Sweet Chili
- Sojasauce
- Chrispy Chili Öl
Anleitung
- Gib für die Suppenbasis die Gemüsebrühe in einen großen Topf. Füge Frühlingszwiebeln, Shiitake, Sternanis und Sesamöl sowie Knoblauchzehen und Ingwer hinzu und lass die Suppenbasis ca. 30 Minuten köcheln, um die Brühe zu aromatisieren.
- Wenn du die scharfe Brühe zubereiten willst, gib einfach zusätzlich die Zutaten für die scharfe Brühe mit dazu.
- Bereite den Tofu, Gemüse, Pilze und Glasnudeln zu. Wichtig ist, dass alle Stücke mundgerecht sind und ganz einfach mit Stäbchen zu greifen sind. Die Glas- oder Reisnudeln musst du ggf. vorab in kaltem Wasser einweichen. Folge hier auf jeden Fall der Packungsangabe.
- Fülle die Dipsoßen in Schälchen. Decke den Tisch und platziere den Topf so in der Tischmitte, dass alle Personen gut hinkommen.
Tipps
Ungefähre Nährwerte pro Portion
FAQ: Fragen zum Hot Pot
Auf keinen Fall wegkippen! Die Brühe ist nach dem Hot Pot „flüssiges Gold“, da das ganze Gemüse darin Geschmack abgegeben hat. Sie ist die perfekte Basis für eine Nudelsuppe oder Ramen am nächsten Tag. Einfach im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren.
Zur Not ja. Du kannst alles in der Küche im Topf garen und den fertigen Suppentopf auf den Tisch stellen. Das nennt man dann eher „Mala Tang“ (eine scharfe Suppenschüssel). Der Spaßfaktor des ständigen Nachlegens fehlt dann zwar etwas, aber lecker ist es trotzdem!
Die meisten Zutaten (Ingwer, Pak Choi, Sojasauce) bekommst du im gut sortierten Supermarkt. Für die speziellen Dinge wie Enoki-Pilze, Tofu Puffs, Szechuan-Pfeffer oder Crispy Chili Oil lohnt sich ein Ausflug in den Asiamarkt. Dort ist es oft auch günstiger. Ein Einkauf dort ist für mich immer wie ein Kurzurlaub vom Alltag.
Für welche Brühe würdest du dich beim Hot Pot entscheiden? Mild oder doch lieber würzig? Verrate es mir in den Kommentaren!









