Einfaches Rezept für vegane Bratensoße. Sie schmeckt würzig, cremig und verfeinert einfach jedes Festessen. Ich zeige dir, wie du aus pflanzlichen Zutaten das maximale Aroma herauskitzelst.

Eine richtig gute Soße macht ein Festessen erst so richtig lecker. Denn wer will schon trockenen Braten und Knödel essen? Viele Soßen wie Tomatensauce, Bolognese oder auch Pilzsahmsoße lassen sich ganz easy vegan zubereiten, aber wie kriegt man ohne die Röstaromen vom Festtagsbraten denn eine richtig gute Bratensoße hin? Genau das habe ich herausgefunden und teile heute alle meine Tipps und Tricks mit dir. Meine vegane Bratensoße ist super cremig, voller Umami und ist dabei so simpel gemacht, dass ich sie auch im Alltag oft und gerne zubereite.

Vegane Bratensoße: Woher kommt der tiefe Geschmack?
Der tiefe Geschmack kommt vor allem aus zwei Quellen. Zum einen brauchen wir Röstaromen, zum anderen pflanzliche Umami-Quellen.
Die Röstaromen entstehen, indem wir zunächst das Gemüse in richtig heißem Öl anbraten, bis es Farbe bekommt. Das sorgt schon mal für eine solide Aromabasis. Für Umami sorgt neben Tomatenmark und Pilzen auch noch Miso und Sojasauce. Umami ist der herzhafte “runde” Geschmack, der unsere vegane Bratensoße erst so richtig lecker und vollmundig macht. Bei Miso und Sojasauce entsteht das Umami übrigens durch Fermentation, aber das nur als kleines Extrawissen am Rande.
Damit Umami und Röstaromen aber auch wirken können, brauchen wir Säure und Struktur. Dafür sorgen Rotwein und Senf. Ohne schmeckt sie zu flach. Ein Hauch Süße von Karotten und Zucker balanciert Salz und Säure perfekt aus.

Der wichtigste Schritt: kräftig rösten – aber nicht verbrennen
Für die vegane Bratensoße steht und fällt also alles mit dem kräftigen Anrösten der Zutaten. Dabei ist zwischen „Röstaromen“ und “verbrannt” fairerweise nur ein schmaler Grad, den es aber zu halten gilt. Wir starten also am besten mit richtig heißem Öl und geben das Gemüse hinein. Verwende einen eher größeren Topf, denn wir wollen nicht, dass der Topf überladen ist, denn dann dünstet das Gemüse eher. Ein brauner Belag am Topfboden ist absolut gewollt, denn das ist der Bratensatz, auf dem die Aromen aufbauen. Auch Tomatenmark und Zucker dürfen mit karamellisieren, kommen aber bitte erst in den Topf, wenn das Gemüse schon Farbe hat, denn die verbrennen schnell.
Ablöschen, köcheln, pürieren
Sobald du einen richtig schönen braunen Bratensatz im Topf hast, wird abgelöscht. Zunächst mit Rotwein, dann folgt die Gemüsebrühe. Wichtig ist, auch wirklich die Röstbasis am Topfboden mit abzulösen. Verwende also bitte einen unbeschichteten Topf, in dem du mit einem Kochlöffel bedenkenlos kratzen kannst. Nun kurz einköcheln lassen, damit das Gemüse weich wird und die Soße etwas reduziert. Dann wird püriert. Entweder mit einem Mixer oder dem Pürierstab. Wenn du die Soße ganz glatt magst, kannst du sie zusätzlich durch ein feines Sieb streichen. Nun kommen Miso, Sojasauce und Senf dazu, denn ihre Aromen sollten frisch bleiben und beeinflussen außerdem die Konsistenz der Soße, sodass wir ohne Mehl oder Soßenbinder auskommen. Abgeschmeckt wird ganz zum Schluss, denn viel Salz ist durch Miso und Sojasauce meist gar nicht mehr nötig.

Die richtige Konsistenz
Die sämige Konsistenz ist die halbe Miete, wenn es um Bratensoße geht. Meiner Erfahrung nach ist sie dank dem Gemüse und auch Misopaste und Senf meist schon recht gut in der Konsistenz, falls sie aber zu dünn ist, hilft es, sie etwas einkochen zu lassen. Ist sie zu dick, einfach einen Schluck Gemüsebrühe unterrühren. Die Soße dickt beim Abkühlen und Aufwärmen nach, sodass du ggf. nochmal etwas Brühe brauchst, wenn du sie warm machst.
Wirklich vegan – und auf Wunsch alkoholfrei
Damit die Soße auch wirklich vegan ist, lohnt sich bei einigen Produkten der Blick aufs Etikett. Rotwein ist nicht automatisch vegan, es gibt im Supermarkt aber immer einige vegane Varianten. Auch bei Gemüsebrühe und Senf lohnt sich ein Blick aufs Etikett.
Wenn du die Soße alkoholfrei zubereiten willst, dann geht das ganz einfach, indem du den Rotwein durch roten Traubensaft und einen Schluck Balsamico-Essig ersetzt. Da Traubensaft recht süß ist, bitte den Zucker reduzieren.
Pilze und Aroma-Booster
Mir ist bei all meinen Rezepten sehr wichtig, dass du die Zutaten ohne größere Probleme bekommen kannst. Deswegen habe ich die Zutatenliste für die vegane Bratensoße absichtlich schmal gehalten. Bei den Pilzen hast du aber einen großen Aromahebel. Sie funktioniert wunderbar mit Champignons, wenn du aber die Möglichkeit hast, Waldpilze, gerne auch getrocknete, zu ergänzen, dann ist das ein echter Aromaboost. Getrocknete Waldpilze weichst du erst mal in warmem Wasser ein und verwendest das Einweichwasser dann mit in der Soße, reduziere dann einfach die Gemüsebrühe etwas.

Wozu passt die vegane Bratensoße?
Du kannst sie zu sämtlichen stärkehaltigen Beilagen servieren. Ich liebe sie zu Semmelknödel, Kartoffelknödeln, Spätzle und Kartoffelpüree. Und natürlich ist sie zu allen veganen Sonntags- und Festtagsbraten sehr lecker. Außerdem ist sie fester Bestandteil meines veggie Weihnachtsmenüs. Und auch mit Rotkohl harmoniert sie wunderbar.
Vorbereiten, Aufbewahren & Einfrieren
Du kannst die vegane Bratensoße sehr gut vorbereiten. Sie hält im Kühlschrank locker 3–4 Tage. So musst du sie dann am Festtag nur noch aufwärmen. Rest einfach wieder in den Kühlschrank oder einfrieren. Sie hält 3–4 Monate im Eisfach. Friere sie am besten portionsweise ein. Größere Eiswürfelformen eignen sich dafür sehr gut. Zum Aufwärmen ggf. mit etwas Brühe ergänzen.
Vegane Bratensoße Rezept: einfach & voller Umami
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- 150 g gemischte Pilze Champignons Kräuterseitlinge, Waldpilze usw.
- 1 Karotte
- 1 Zwiebel
- 1 EL Sonnenblumenöl
- 1 EL brauner Zucker
- 1 EL Tomatenmark
- 400 ml Gemüsebrühe
- 50 ml Rotwein
- 1 EL Misopaste
- 1 EL Sojasauce
- 1 TL Dijonsenf
- Salz
- Pfeffer
Anleitung
- Putze 150 g gemischte Pilze Champignons und schneide sie in mittelgroße Stücke. Schäle 1 Karotte. Schneide sie ebenfalls in grobe Stücke und würfle 1 Zwiebel grob. Das Gemüse muss nicht zu fein sein, denn wir pürieren die Soße später sowieso.
- Erwärme in einem Topf 1 EL Sonnenblumenöl und gib Zwiebeln, Karotte und Pilze dazu. Kräftig anbraten. Es sollen sich möglichst viele Röstaromen bilden. Sobald das Gemüse zu garen beginnt 1 EL brauner Zucker dazu streuen und 1 EL Tomatenmark hinzu geben. Erneut kräftig anbraten lassen. Am Topfboden darf sich ein brauner Belag bilden denn diese Röstaromen sorgen später für Aroma.
- Dann mit 400 ml Gemüsebrühe und 50 ml Rotwein ablöschen. Lass die Soße nun etwa 15-20 Minuten köcheln bis die Karotten weich sind. Soße fein pürieren. 1 EL Misopaste, 1 EL Sojasauce und 1 TL Dijonsenf dazu geben. Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Die fertige vegane Bratensoße entweder direkt servieren oder in ein Aufbewahrungsgefäß geben und kurz vor dem Servieren wieder erwärmen.
Ungefähre Nährwerte pro Portion
Häufige Fragen zur veganen Bratensoße
Die bekommt sie von den Röstaromen, die sich am Boden des Topfes bilden, während wir Gemüse, Zucker und Tomatenmark darin anbraten.
Das passiert, wenn das Tomatenmark zu sehr angebraten wird oder der Bratensatz im Topf zu dunkel geworden ist und eher verbrannt als geröstet ist.
Ja, einfach Traubensaft und etwas Balsamico verwenden und den Zucker reduzieren.
Nicht automatisch, es gibt aber viele vegane Sorten im Angebot, einfach aufs Etikett schauen beim Einkaufen.
Lass sie einfach bei geöffnetem Deckel etwas einkochen.
Ja, sehr gut sogar. Sie hält 3–4 Tage im Kühlschrank.
Ja, ich mache das sogar regelmäßig, da ich meist gleich die doppelte Menge mache. Am besten funktioniert es portionsweise in größeren Eiswürfelformen.
Du kannst sie durch dieselbe Menge Sojasauce ersetzen, allerdings bringt Misopaste nochmal einen ganz anderen Charakter mit ins Spiel, sodass ich dir wirklich raten würde, sie zu verwenden.
Du kannst sämtliche Speisepilze verwenden. Eine Mischung aus Champignons und Waldpilzen schmeckt sehr lecker. Auch getrocknete Pilze kannst du mit einbauen, einfach in etwas heißem Wasser einweichen und das Einweichwasser mit für die Soße verwenden.
Wozu gibt es bei dir Bratensoße – Knödel oder Spätzle?









