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Zitronen Tiramisu mit Lemon Curd – die fruchtige Sommer Version

Autorin: Annelie Ulrich

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2 Stunden 15 Minuten
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Wenn du den klassischen Espresso-Kakao-Twist liebst, aber Lust auf etwas Frischeres hast, ist dieses Zitronen Tiramisu mit Lemon Curd genau das Richtige. Statt schwerer Mascarpone-Creme mit Kaffee bekommst du eine luftig-leichte Zitronencreme, die durch Lemon Curd intensiv-fruchtig und durch eine Prise Limoncello erwachsen-elegant wird. Die Löffelbiskuits werden in einem hausgemachten Zitronensirup getränkt – fruchtig statt bitter, sonnig statt erdig.

Ich habe Zitronen-Tiramisu das erste Mal in Rom gegessen und war sofort schockverliebt. Wir waren im April dort, also gerade zum Ende der Zitronensaison und aßen in einer sehr kleinen Trattoria zu Mittag, wunderschön unter blühenden Bäumen in einer kleinen Nebenstraße gelegen. Die Vorspeise (Orangen-Fenchel-Salat) mit der fluffigsten Focaccia war schon ein Genuss, aber das Zitronen-Tiramisu stellte wirklich alles in den Schatten. So super cremig, frisch und einfach zum Niederknien lecker. Wieder zu Hause brauchte ich aber ein paar Versuche, bis ich herausgefunden habe, wie man ein richtig gutes Zitronen-Tiramisu selber macht. Entstanden ist dieses Rezept mit allen Tipps und Tricks, die du kennen musst.

Das Beste: Du kannst das Tiramisu komplett am Vortag vorbereiten – über Nacht zieht es sogar noch besser durch. Damit ist es das perfekte Dessert für entspannte Sommerabende, Geburtstagsfeiern oder das Sonntagsessen mit Familie und Freunden.

Warum Lemon Curd bei Zitronen Tiramisu den Unterschied macht

Viele Zitronen-Tiramisu-Rezepte arbeiten nur mit Zitronensaft in der Mascarpone-Creme – das gibt eine angenehme Säure, aber nicht die richtige Tiefe. Lemon Curd ist die Geheimwaffe: Diese englische Zitronencreme aus Eigelb, Zitronen und Butter ist intensiv-aromatisch, leicht süß und cremig zugleich. Sie verleiht der Tiramisu-Creme nicht nur ihren typisch hellgelben Schimmer, sondern auch eine Tiefe, die mit Saft allein nicht zu erreichen ist.

Selbstgemachtes oder gekauftes Lemon Curd? Beides funktioniert. Hochwertige Bio-Varianten aus dem Supermarkt oder Reformhaus geben ein sehr gutes Ergebnis. Wer es selbst zubereitet, hat den Vorteil, die Süße und Säure individuell anzupassen – und ehrlich gesagt: Selbstgemachtes Lemon Curd ist deutlich aromatischer als jede Industrie-Variante. Mein Tipp: Wenn du dich für die selbstgemachte Variante entscheidest, mach gleich die doppelte Menge. Das Curd hält sich im Kühlschrank etwa 2 Wochen und schmeckt auch wunderbar zu Scones, Pancakes oder einfach auf einer Scheibe Brioche.

Worauf es bei den Zutaten ankommt

  • Bio-Zitronen: Bei diesem Rezept sind Bio-Zitronen wirklich wichtig, weil du die Schale verwendest. Konventionelle Zitronen sind oft mit Wachs und Pflanzenschutzmitteln behandelt – beides willst du definitiv nicht in deinem Sirup bzw. Tiramisu haben. Achte auf möglichst dünne, leuchtend gelbe Schalen – sie enthalten besonders viele ätherische Öle und damit das volle Zitronenaroma.
  • Mascarpone und Quark: Klassisches Tiramisu wird nur mit Mascarpone zubereitet, was das Dessert sehr gehaltvoll macht. Die Mischung aus Mascarpone und Magerquark ist mein Trick für eine leichtere, frischere Variante: Der Quark bringt eine angenehme Säure mit und macht die Creme deutlich luftiger. Achte bitte darauf, dass der Quark richtig kalt ist und direkt aus dem Kühlschrank kommt. Hat er Zimmertemperatur, wird die Creme zu weich. Den Mascarpone solltest du etwa 15 Minuten vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Warum, erkläre ich weiter unten noch ausführlich.
  • Schlagsahne: Achte auf eine Sahne mit mindestens 30 % Fettgehalt – das ist die Basis für eine standfeste Creme. Halbsteif aufschlagen ist hier wichtig: Wenn die Sahne zu fest geschlagen wird, lässt sich die Creme später schwer mischen, ohne dass sie ihre Luftigkeit verliert. Sie sollte cremig stehen bleiben, aber noch leicht fließen können.
  • Limoncello (optional): Ein guter Limoncello hebt das Tiramisu auf ein anderes Level – er bringt Tiefe und ein leicht herbes Zitronenaroma, das frischer Saft allein nicht liefert. Im Sirup zum Tränken und in der Creme verwendet, ergänzt er die Zitronennote perfekt. Wenn du das Tiramisu alkoholfrei zubereiten möchtest (zum Beispiel für Kinder, Schwangere oder einfach aus Geschmacksgründen), lasse den Limoncello einfach komplett weg – das Rezept funktioniert auch ohne wunderbar.

Mein wichtigster Tipp zum Tränken: Tunke die Löffelbiskuits wirklich nur kurz in den Zitronensirup – etwa 1–2 Sekunden pro Seite. Zu lange getränkte Biskuits werden matschig und das Tiramisu wässrig. Das Ziel: Der Biskuit nimmt Aroma und Feuchtigkeit auf, behält aber genug Struktur, um beim Servieren in Schichten erkennbar zu bleiben. Am besten funktioniert das meiner Erfahrung nach, wenn du den Sirup in einen flachen Teller füllst und die Löffelbiskuits dann kurz darin wendest.

So gelingt das Zitronen Tiramisu mit Lemon Curd garantiert

Drei Stolperfallen tauchen bei Tiramisu am häufigsten auf – mit diesen Tipps umgehst du sie:

  • Sahne zu fest geschlagen: Sobald die Sahne richtig steif ist, lässt sich die Creme schwer mischen. Halbsteif geschlagen heißt: Sie hält ihre Form, aber wenn du den Schneebesen herausziehst, fließt die Spitze noch leicht zurück.
  • Mascarpone zu kalt: Mascarpone direkt aus dem Kühlschrank ist oft sehr fest und lässt sich schlecht einarbeiten. Lass ihn 15 Minuten Zimmertemperatur annehmen – aber nicht länger, sonst wird die Creme später zu weich.
  • Zu wenig Ziehzeit: Zwei Stunden sind das absolute Minimum, über Nacht ist deutlich besser. Die Aromen verbinden sich, die Creme zieht in die Biskuits ein und das Dessert bekommt seine charakteristische Tiramisu-Konsistenz.

Vorbereiten und Aufbewahren

  • Vorbereitung am Vortag: Das ist die ideale Variante. Bereite das Tiramisu am Vortag komplett zu und stelle es abgedeckt in den Kühlschrank. Es schmeckt nach 12–24 Stunden Ziehzeit am besten.
  • Im Kühlschrank haltbar: Das fertige Zitronen-Tiramisu hält sich gut abgedeckt etwa 2–3 Tage im Kühlschrank. Danach werden die Biskuits durch die Creme zunehmend matschig.
  • Einfrieren: Davon rate ich ab – beim Auftauen trennen sich Mascarpone und Quark, die Creme verliert ihre Konsistenz und wird wässrig. Lieber frisch zubereiten und in den nächsten Tagen genießen.

Variationen rund um das Zitronen Tiramisu

Das Grundrezept lässt sich wunderbar abwandeln – hier meine liebsten Varianten:

  • Limetten-Tiramisu: Limettenschale und -saft statt Zitrone, Lime Curd statt Lemon Curd – frisch, exotisch und etwas schärfer im Geschmack.
  • Orangen-Tiramisu: Bio-Orangenschale und -saft mit Orangencurd – wärmer, weihnachtlicher, ein toller Winter-Twist. Hier passt dann eine Prise Zimt sehr gut in die Creme oder auch eine Variante mit selbst gebackenem Schoko-Biskuitboden anstelle der Löffelbiskuits.
  • Zitronen-Beeren-Tiramisu: Zwischen den Schichten frische Himbeeren oder Heidelbeeren verteilen – sieht auf Buffets fantastisch aus.
  • Mit Basilikum: Ein paar fein gehackte Basilikumblätter im Sirup – klingt ungewöhnlich, ist aber eine geniale Kombination zu Zitrone.
  • Anstelle von Limoncello funktionieren auch andere Liköre wunderbar: Grand Marnier (besonders zur Orangen-Variante), Holunderblütensirup (alkoholfrei, aber herrlich aromatisch) oder ein guter Bio-Zitronensaft mit etwas mehr Zitronenabrieb.

Wozu passt das Zitronen Tiramisu?

Dieses Dessert ist ein echter Allrounder für sommerliche Anlässe:

  • Nach einem mediterranen Hauptgang: Pasta, Risotto oder Ofengemüse – das Tiramisu rundet das Menü perfekt ab.
  • Zum sommerlichen Brunch: In kleinen Gläsern serviert eine wunderbare Süßspeise zum Sektempfang.
  • Auf Geburtstags-Buffets: Als alkoholfreie Variante kommt es auch bei Kindern gut an.
  • Zum Grillabend: Eine erfrischende Alternative zu schweren Schoko-Desserts.
  • Im Glas serviert: Als individuelle Portionsdesserts für ein Dinner-Menü.

Zitronen Tiramisu mit Lemon Curd

Fruchtiges Rezept für Zitronentiramisu mit Lemoncurd. Wunderbar cremig und sommerlich lecker. Schmeckt je nach Vorliebe mit oder ohne Limoncello einfach herrlich.
Autor: Annelie

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Vorbereitung 15 Minuten
Ziehzeit 2 Stunden
Gesamtzeit 2 Stunden 15 Minuten
Anzahl Personen 12 Stücke

Zutaten 

Zutaten für den Sirup zum Tränken:

  • 2 Zitronen Bio – wir brauchen die Schale
  • 120 ml Wasser
  • 100 g Zucker
  • 50 ml Limoncello optional

Zutaten für die Creme:

  • 250 ml Schlagsahne
  • 500 g Mascarpone
  • 250 g Magerquark
  • 50 g Puderzucker
  • 200 g Lemoncurd
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 EL Limoncello optional

Außerdem:

  • 250 g Löffelbiskuits
  • 1 Zitrone zur Dekoration

Anleitung 

  • Sirup vorbereiten: Reibe die Schale der 2 Zitronen ab und presse den Saft auf. Vermenge Saft und Schale dann mit 120 ml Wasser und 100 g Zucker. Erwärme die Mischung so lange, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Es muss nicht kochen. Gib dann nach Wunsch 50 ml Limoncello dazu. Stelle den Sirup zur Seite und lass ihn abkühlen, während du die Creme vorbereitest.
  • Creme zubereiten: Schlage 250 ml Schlagsahne halbsteif. Sie sollte standfest sein aber noch nicht so fest wie Rasierschaum. Achte darauf, das die Sahne wirklich sehr kalt ist, nur dann lässt sie sich gut aufschlagen. Mische dann 500 g Mascarpone und 250 g Magerquark sowie 50 g Puderzucker und 200 g Lemoncurd unter die Creme. Gib 1 TL Vanilleextrakt und ggf. 1 EL Limoncello dazu.
  • Tiramisu schichten: Bereite eine große Auflaufform vor. Fülle die Flüssigkeit zum Tränken in einen tiefen Teller. Tunke 250 g Löffelbiskuits nacheinander jeweils kurz in den Sirup und lege sie in die Form. Gib dann ½ der Creme darauf und verstreiche sie. Lege dann eine weiter Lage getränkte Löffelbiskuits auf die Creme und verteile den Rest der Creme darauf. Falls du eine kleinere aber hohe Form verwendest, kann es sinnvoll sein drei Schichten Löffelbiskuits und Creme zu machen, das ist aber eine individuelle Entscheidung.
    Deko-Tip: Ich habe die Hälfte der übrigens Creme in einem Spritzbeutel gefüllt und zu Tuffs gespritzt, das ist aber eine optionale Maßnahme. Du kannst die Creme auch stattdessen verstreichen.
  • Dekorieren und ziehen lassen: Dekoriere das Zitronentiramisu nach Herzenslust mit 1 Zitrone und stelle es bis zum Servieren gut zugedeckt in den Kühlschrank. Ich empfehle, es mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen zu lassen, du kannst es aber auch sehr gut über Nacht ziehen lassen, das macht es sogar noch leckerer.

Tipps

Du kannst das Zitronentiramisu ohne Weiteres auch alkoholfrei zubereiten. Lass dafür einfach den Limoncello komplett weg.

Ungefähre Nährwerte pro Portion

Kalorien 477 kcal
Fett 30 g
Zucker 26 g
Eiweiß 9 g
Kohlenhydrate 41 g
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Häufige Fragen zum Zitronen Tiramisu

Kann ich das Zitronen-Tiramisu ohne rohe Eier zubereiten?

Gute Nachricht: Mein Rezept enthält keine rohen Eier – die typischen Tiramisu-Sorgen wegen Salmonellen entfallen also. Nur das Lemon Curd enthält Eigelb, das aber beim Erhitzen während der Zubereitung gar wird. Damit ist das Dessert auch für Schwangere und ältere Menschen unbedenklich.

Welches Lemon Curd kann ich kaufen?

Im gut sortierten Supermarkt findest du Lemon Curd meist in der Marmeladen-Abteilung oder bei den englischen Spezialitäten. Bio-Varianten aus dem Reformhaus oder Online-Shops haben in der Regel ein intensiveres Aroma. Achte auf Produkte mit echten Eiern und Butter statt Pflanzenfett – das macht geschmacklich einen großen Unterschied.

Wie lange muss das Tiramisu mindestens ziehen?

Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht (mindestens 8 Stunden). Je länger die Ziehzeit, desto besser verbinden sich die Aromen und desto cremiger die Konsistenz. Plane deshalb am besten am Tag vor deinem Anlass die Zubereitung.

Funktioniert das Rezept auch glutenfrei?

Ja, ersetze die klassischen Löffelbiskuits durch glutenfreie Löffelbiskuits aus dem Bio-Markt oder einer guten Konditorei. Alternativ kannst du auch glutenfreien Biskuitboden in Streifen schneiden und verwenden – das Ergebnis ist sogar etwas saftiger.

Kann ich Quark durch Frischkäse ersetzen?

Frischkäse macht die Creme deutlich gehaltvoller und süßer im Geschmack – das funktioniert, ist aber näher am klassischen Tiramisu. Wenn du es leicht magst, bleib beim Magerquark. Auch griechischer Joghurt (vollfett) ist eine schöne Alternative – er gibt der Creme zusätzliche Frische.

Mit welchen Zitronen-Sorten schmeckt es am besten?

Amalfi-Zitronen (auch Sfusato Amalfitano genannt) sind die intensivsten und aromatischsten – sie sind die typischen Zitronen für Limoncello und schmecken entsprechend wunderbar. Falls du sie nicht bekommst: Bio-Zitronen aus Italien oder Spanien sind die nächstbeste Wahl. Ganz normale Supermarkt-Zitronen funktionieren natürlich auch, das Aroma ist dann aber weniger intensiv.

Kann ich das Tiramisu in Gläsern statt in einer Form servieren?

Absolut – das sieht sogar besonders schön aus! In hohen Dessertgläsern oder Weckgläsern abwechselnd Biskuits und Creme schichten. Das ist auch ideal für Buffets oder als Mitbringsel zur Dinner-Party. Die Mengen aus dem Rezept reichen für etwa 6–8 Portionsgläser.

Wie magst du dein Zitronen-Tiramisu am liebsten – klassisch mit Limoncello, alkoholfrei oder doch lieber als Limetten- oder Orangen-Variante? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

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Über den Author

Herzlich Willkommen in meiner Küche! Mein Name ist Annelie. Ich bin Foodie, Food Fotografin, vegetarische Rezeptentwicklerin, Autorin, Unternehmerin und Hundemama. Zum Autor

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